Indikatoren-Trading

Was haben die private Krankenversicherung (PKV) und Griechenland gemeinsam? Beide haben kein funktionierendes Geschäftsmodell. Griechenland lebt von immer neuen Milliarden Hilfsgeldern. Die PKV von immer neuen Mitgliedern, die sie mit größter Mühe in die "bessere Krankenversicherung" lockt, um sie dann mit Tariferhöhungen auszupressen. Von sauberen Einnahmenüberschüssen, von Profiten, die auf einer soliden Geschäftsbasis beruhen, ist die PKV weit entfernt. Am Ende wird sie das gleiche Schicksal einholen wie Griechenland, nämlich die Pleite.

Selten ist Anspruch und Realität soweit auseinander wie bei der privaten Krankenversicherung. Von außen betrachtet, da sieht es blendend aus, so als könnten die Versicherungen tatsächlich gute Gesundheitsleistungen für wenig Geld anbieten. Viele Interessierte bekommen heute für unter 200 Euro eine Rundumversorgung. Dazu kommt ein Wartezimmer mit Getränken und besseren Möbeln, Terminwünsche werden Ihnen von den Lippen gelesen und zu guter Letzt bekommen die Versicherten Medikamente ohne Zuzahlung. 

Klingt zu gut um wahr zu sein? Da haben Sie vollkommen Recht. Denn es ist gar nicht möglich, eine Krankenversicherung für so wenig Geld anzubieten und gleichzeitig dem Arzt zu ermöglichen, das 3,5 fache der "normalen" Gebühr abzurechnen. Es funktioniert nur deshalb, weil eine Mischkalkulation zum Tragen kommt, die das wackelige Gerüst (noch) aufrechterhält. Die älteren Versicherten werden ausgepresst und müssen 800 Euro und mehr stemmen, nur damit genug Geld in den Kassen ist. Es ist nämlich so, die jetzt Jüngeren werden auch mal älter und dann werden diese auch ausgepresst.

Wenn man sich einmal für die PKV entschieden hat, dann ist das ein Bund für ein Leben. Ein Zurück gibt es nicht (wenige Ausnahmen sind möglich). Die privat Krankenversicherten sind dem Ausbeuten der Versicherungen freigegeben. Das ist von der Politik so legitimiert. Die Krankenversicherungen können jedes Jahr Tarife erhöhen (teilweise gar bis zu 40%), um so ihre leeren Kassen aufzufüllen. Nur funktioniert es einfach nicht. Es ist nie genug Geld in den Kassen der Versicherungen.

Um dem drohenden Kollaps zu entgehen, hat man Regeln, wie ein Neukunde muss mindestens drei Jahre über der Versicherungspflichtgrenze verdienen zurückgenommen, um ja nicht den Herztod der Krankenversicherungen diagnostizieren zu müssen. Nein, es sieht nicht gut aus um die private Krankenversicherung.

Anstatt dass die Krankenversicherungen kontinuierliche Einnahmen generieren, häufen sich die Beschwerden von Versicherten bei Schiedsstellen und Gerichten. Zahlungen werden verzögert und Behandlungen werden verweigert, denn es fehlt überall an Geld. Die Versicherten sind in der Falle. Sie können nicht aus der PKV heraus, können aber auch nichts gegen die Ausbeuterei in Form von Tariferhöhungen machen. So bleibt ihnen nur der Weg zu den Gerichten, um wenigstens das zu erhalten, was ihnen vertraglich an Leistung zugesichert wurde.

Eine funktionierende Geschäftsgrundlage ist nicht vorhanden. Nur durch das Verschleiern der desolaten Lage kann man sich noch auf den Beinen halten. Kommt Ihnen das bekannt vor? Ist es auch, in Griechenland fehlt es ebenfalls an einer wirtschaftlichen Grundlage, mit der das Land über die Runden kommen könnte. Sowohl PKV als auch Griechenland hoffen immer wieder auf den Monatsanfang. Die einen auf neue Mitglieder, die anderen auf neue Hilfszahlungen.

Beiden fehlt es an Substanz, beide können die Pleite schon kommen sehen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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