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Europa erlebt seine schwerste Krise und die Vorzeige-Euro-Retterin Merkel ist weit und breit nicht zu sehen. Plötzlich ist es still geworden um die halbe Merkozy. Ohne ihren Compagnon macht das Retten eben nur noch halb soviel Spaß. Lieber verkloppt sie aus Frust den armen Norbert Röttgen, der die NRW-Wahl vergeigt hatte. Der kann auch nichts dafür, dass niemand mehr mit der Kanzlerin retten will. Jetzt, wo Führung gebraucht wird in Europa, ist es still um die Teflon Kanzlerin geworden Oder war das nicht schon immer so?

Die Deutschen sind auf dem besten Weg, sich zu isolieren, das wurde schon einmal hier thematisiert. Mit jedem weiteren Tag, an dem die Deutschen still halten und sich nicht um Rettung bemühen,  weil es ihnen noch besser als den Griechen oder den Spaniern geht, wächst die Kälte in der Beziehung zwischen den europäischen Staaten und Deutschland. Die Liste der Nationen, die mit Deutschland nicht mehr viel "retten" wollen, wird immer länger.

Die Engländer haben schon länger die Lust verloren, mit der diktatorischen Frau Merkel zu verhandeln. Die Tschechen folgen ihr auch nicht, die Ungarn schon gar nicht. Die Italiener sind verstimmt, die Spanier sauer und die Griechen wütend. Das sind keine fruchtbaren Grundlagen, um gemeinsam für Europas Rettung zu kämpfen. Mit Frankreich hat Frau Merkel auch einen ehemaligen wichtigen Partner verstimmt. Den Präsidenten, den sie wollte (Sarkozy) bekam sie nicht, und den, den sie bekam (Hollande) wollte sie nicht. Die Franzosen sind daher auch nicht gut auf Deutschland zu sprechen.

Jemand müsste Europa aus der Krise herausführen. Diese Rolle war für Frau Merkel gedacht, nur funktioniert hat das nicht. Sie wollte mit der deutschen Mentalität im Ausland agieren, das ging gehörig schief. So, wie die Deutschen in ferne Länder reisen, um dort ihr geliebtes Schnitzel mit Pommes zu bestellen, so trat Merkel in den Krisennationen auf. Die wichtigsten Botschaften (auch Körpersprache): "Ihr müsst tun, was wir euch sagen", "Ihr seht keinen Cent, wenn ihr unsere Ziele nicht einhaltet", "Ihr seid abhängig von unserem Geld", "Ihr taugt nichts".

Mit kurzen prägnanten Ansagen und grimmiger Miene schwang sie die deutsche Peitsche in Europa. Was in Deutschland funktionieren mag, kam  in den südlichen Ländern gar nicht gut an. Andere Länder andere Sitten. In anderen Ländern gilt nicht die Peitsche als Kommunikationsmittel, sondern das Wort. Mittel- und Südeuropäer sprechen lieber mehr, nutzen blumige Begriffe und drücken sich in Bildern aus. Das alles hat Merkel nicht tun wollen, nun hat sie den (italienischen) Salat. Niemand hört mehr auf sie.

Was sie versprach, hielt sie nicht ein. Erst Sparkurs, dann Wachstum – so ihre Vorgabe. Tatsächlich sieht es in den betroffenen Ländern nach dem mörderischem Sparkurs eher nach Hunger, Elend und Konkurs aus. Als Euro-Retter hat sie sich keine Medaille verdienen können. Das war nichts, Frau Merkel.

Und jetzt? Jetzt ist wieder Führung in Europa gefragt, aber sehen lässt sich die Kanzlerin nicht. Sie bleibt ihrem nationalen Führungsstil treu – die Probleme eben aussitzen. Was in Deutschland jahrelang funktioniert hat, muss eben in Europa nicht funktionieren. Glauben Sie wirklich, Frau Merkel hätte den Norbert Röttgen gefeuert, wenn der "HS" (Horst Seehofer) aus Bayern nicht eine Wutrede gehalten hätte? Sie musste etwas unternehmen und dann regt sich auch etwas, ansonsten weiter aussitzen.

Wie geht es weiter? Da all ihre Ideen für eine Lösung der Krise bisher fruchtlos geblieben sind und die anderen Länder ihre Gefolgtschaft verweigern, ist für Frau Merkel auf europäischer Bühne nichts mehr zu holen.

Die europäische Krise wird wohl auch zur persönlichen Krise der Bundeskanzlerin.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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