Indikatoren-Trading

Warum muss eigentlich ein Marktbericht gleich negativ sein, nur weil die Kurse purzeln? So sind heute morgen die Marktberichte traurig formuliert, nur weil der DAX zur Eröffnung einbricht. Sogleich wird auf die Tränendrüse gedrückt und ein schlimmer Tag für die Aktionäre gemalt. Tatsächlich sind all diejenigen, die sich rechtzeitig von ihren Aktien getrennt haben, die Glücklichen. Sitzen sie doch auf Barem und können günstig wieder einsteigen. Oder all diejenigen, die auf fallende Kurse gesetzt haben, die Shorties, die sind im Freudentaumel und genießen ihr Plus.

An der Börse braucht es immer zwei Parteien, damit ein Geschäft zustande kommt. Einen Verkäufer der Aktie und eben einen Käufer. Wenn Sie Aktionär sind und am heutigen Vormittag brechen die Kurse ein, dann ist es verständlich, dass Sie darüber nicht glücklich sind. Umgekehrt könnte es aber sein, dass Sie noch letzte Woche Ihre Anteile veräußert haben,  wegen z.B. den unsicheren Wahlen in Frankreich und Griechenland, dann freuen Sie sich über die fallenden Kurse.

Zum Heulen gibt es sowieso keinen Grund. Wer das Wochenende mit vollen Depots verbracht hat, der wusste, was er tat. Da hilft kein Schönreden. Bereits am Freitag hieß es in unserem Artikel" Börse: Das Wochenende ist dahin":

Wer in diesem unsicheren Markt investiert ist, der hat dieser Tage nichts zu lachen. Während sich die Nachrichtenlage deutlich verschlechtert, ist man investiert, anstatt seine Schäfchen im Trockenen zu haben.

Wer bei Regen ohne Regenschirm hinausgeht, der wird sehr wahrscheinlich nass werden. So ist es auch an den Aktienmärkten. Hatte der Käufer von Aktien oder derjenige, der auf steigende Kurse gesetzt hat, auf einen Sieg von Sarkozy gewettet? Dann ist die Wette schief gegangen. Die Medien haben die Schuldigen für den Kursverfall identifiziert und zeigen auf den neuen französischen Präsidenten Hollande und auf den Ausgang der griechischen Wahl. Die Medien malen gerne in schwarz und weiß, wenn es um die Börse geht. So auch bei der Berichterstattung am heutigen Morgen.

Eine Pauschalisierung nach gut und böse, wie es immer wieder getan wird, ist an der Börse aber fehl am Platz. Dabei wird himmelhochjauchzend berichtet, wenn der DAX nach oben marschiert und Trübsal geblasen, wenn der Index fällt. Das ist insofern falsch, da es immer einen Gewinner und einen Verlierer gibt. Es gibt kein gemeinsames Hoch, an dem alle Anleger gleichzeitig gewinnen. So klingen die Marktberichte dann meistens, nämlich dass die Anleger im Kollektiv gewinnen bzw. verlieren.

Diejenigen Anleger, deren Depots mit Aktien gefüllt sind, sind naheliegenderweise nicht gut gelaunt. Während diejenigen, die auf fallende Kurse gesetzt haben sich über den heutigen Morgen freuen. Damit wären wir bei den Gewinnern. Die Bären oder die Shorties. Sie haben sich so positioniert, dass deren Investments an Wert gewinnen mit jedem Punkt, den der DAX oder ein anderer Basiswert verliert. Anleger können mit Knock-Out-Scheinen, Optionsscheinen oder CFD's von fallenden Kursen profitieren. Die Grundidee eines Shortgeschäfts ist der Leerverkauf. Sie leihen sich eine Aktie, verkaufen diese zu einem Preis X und kaufen sie zurück, sobald der Preis gefallen ist. Die Kursdifferenz nach Abzug von Gebühr und Transaktionskosten können Sie behalten. Kein Anleger muss demnach nur auf steigende Kurse setzen.

All diejenigen, die auf fallende Kurse gewettet haben, freuen sich nun über den Einbruch. Warum auch nicht? Es ist ein Geschäft wie jedes andere auch. Dass diese Spekulanten in der Minderheit sind und die Medien nicht freundlich über die nachgebenden Kurse berichten (wollen), sollte die Stimmung dieser Anleger nicht trüben.

An der Börse liegt man richtig, wenn das Konto im Wert steigt. Egal, was die Medien oder die anderen Marktteilnehmer denken mögen. Wer die letzten Tage von den fallenden Kursen profitiert hat, der darf sich einen guten Schluck gönnen. Die Party kann beginnen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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