Indikatoren-Trading

In den ersten Monaten des Jahres wurde den Menschen und den Börsen eine heile Welt vorgelebt. Von Krise war keine Spur. Und sollte irgendwo doch ein Feuer lodern, dann wusste jeder, man konnte sich auf die EZB verlassen, die den Brandherd mit frischem Geld schnell fluten wird. Schlechte Nachrichten wurden erst gar nicht gemeldet, doch so allmählich scheint sich die Stimmung zu wandeln. Schwache Einkaufsmanagerdaten für die Eurozone schicken den DAX heute ins Minus. Die Lage wird zunehmend trüber.

Lange konnten nur die guten Nachrichten die Zensur der Medien passieren. Die schlechten blieben der Mattscheibe fern. Ein Brauereigaul bleibt aber ein Brauereigaul. Er wird nie zu einem Rennpferd, egal wie die Medien es drehen und wenden mögen. So ist es mit den schlechten Nachrichten ebenfalls. Ein starker Exportmonat in Deutschland bedeutet einen schwachen Monat für die Nachbarländer, da diese nicht zum Geschäftsabschluss kamen. Starke Einnahmen in Germany bedeuten meist eine höhere Verschuldung für die Käufernationen.

Deutschland galt und gilt als Musterschüler. Die Arbeitslosenzahlen sind vorzeigbar. Die Löhne gering. Die Verkäufe der Produkte und Güter stark. Oft wurde auf die Dynamik der deutschen Leistungsfähigkeit hingewiesen und die Krise weggeredet. Dabei besteht Europa nicht nur aus Deutschland. Das wird oft vergessen, wenn es darum geht, die europäische Lage schön zu reden. Dynamisch ist nämlich auch der Absturz der Wirtschaft all der vielen anderen Problemländer. Doch darüber will niemand so gerne berichten. Schon gar nicht die großen Medien.

Was dem Bürger lange Zeit als Erfolg verkauft wurde, ist nun an einem Punkt angelangt, an dem Tacheles geredet werden muss. Zum Erfolg gehören mehrere Faktoren. Besonders, dass jemand verlieren muss, damit ein anderer gewinnt. Das ist nicht nur unter Geschäftsleuten so, auch unter Staaten und auch über Kontinente hinweg. Jemand verliert, damit ein anderer gewinnt. Ein sehr treffendes Beispiel ist die Börse. Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer. Ein in der Arbeitswelt bis zur Abnutzung oft verwendete Schlagwort einer "Win-Win Situation" gibt es gar nicht. Wenn zwei gewinnen, dann gibt es einen Dritten, der verliert.

Somit ist die gute Nachricht des Einen die schlechte Nachricht eines Anderen. Diese schlechten Nachrichten sickern gerade durch. Wenn alle Menschen um Sie herum eine Erkältung haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie sich gegen eine Ansteckung nicht wehren können. An diesem Punkt sind die Menschen und die Börsen gerade. Es ist sinnvoll, sich schon einmal an die schlechten Nachrichten zu gewöhnen, es wird sich in der Zukunft nicht mehr vermeiden lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This