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Noch vor wenigen Monaten wurde um und für Europa gekämpft. Allen voran Sarkozy und Merkel. Die Staatshäupter der beiden Länder, welche sich als besonders europäisch glaubten. Und nun das! 20% der Franzosen wählen eine rechte Partei und wollen gar nicht europäisch sein. Das ergab der erste französische Wahlgang zum Staatspräsidenten. So langsam kann man Abschied nehmen von dem vereinten Europa. Europa ist nur noch wenig europäisch.

Man fühlt sich als Betrachter wieder einmal getäuscht. Wo ist denn der heißblütige, der innige Schwur für Europa geblieben. Hat man nicht vor wenigen Monaten noch für Europa votiert, haben Frankreich und Deutschland nicht Krisenlösungen erarbeitet, haben sie nicht viel Geld bereitgestellt und um Vertrauen geworben? Was ist daraus geworden?

Im französischen Wahlkampf, der auch ein Wahlkampf für Deutschland ist, da sich Frau Merkel als Unterstützer ihres Doppelpartners in der Euro-Krise geoutet hat, zeigt sich, dass sich jeder selbst der Nächste ist. Was interessiert Frankreich (eben auch den Politiker Sarkozy) und seine Bürger die Klagen und Schulden der südeuropäischen Staaten? Jeder will sein eigenes Wohl geschützt sehen. Daher haben die Franzosen für ihre inneren Angelegenheiten votiert und gegen Europa. Als Resultat erhielt die rechtsextreme Partei von Le Pen so viele Stimmen.

Wenn es um das eigene Wohl geht, da ist Herr Sarkozy, der noch amtierende Präsident, auch nicht anders als sein Volk. Noch vor nicht allzu langer Zeit hat er seine Zuhörern in Brüssel auf ein vereintes Europa eingeschworen, jetzt will er gemeinsam mit Deutschland eine der wichtigen Säulen der europäischen Gemeinschaft, nämlich die Reisefreiheit stürzen. Grenzkontrollen sollen wieder eingeführt werden. Natürlich nur im Notfall, natürlich nur zum Wohl der eigenen Nation. Das passt gar nicht zu Frankreich und Deutschland, sofern sie noch mit der europäischen Flagge wedeln. Tun sie das überhaupt noch?

Im eigenen Land nimmt man lieber die nationale Flagge und redet dem Volk nach dem Mund. Sarkozy ist vorgestern Abend Zweiter geworden und braucht noch Stimmen. Die gibt es im rechten Lager. Er hat schon seine Ambitionen preisgegeben. Er will "hart gegen Einwanderer vorgehen" und bedient bereits das rechter Wählervolk. So ist das mit der europäischen Idee. Solange man mit der europäischen Idee Stimmen gewinnen konnte, hat man damit geworben. Jetzt, wo dunkle Wolken aufziehen, ist von dem europäischen Gedanken nicht mehr viel zu erkennen.

Von Wegen Einheit, Freiheit und Gemeinsamkeit in Europa. Wieder einmal ist der europäische Bürger getäuscht worden. In der Krise zählt nur das eigene Wohl. Wer geglaubt hatte, Europa werde aus der Krise gestärkt hervorgehen, der sieht sich eines Besseren belehrt. Europa wird an dieser Krise scheitern.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading.de

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