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Der DAX beendet den Handel mit 3,3 Prozent im Minus. Nun ist der Index von seinem Jahreshoch 10% gefallen. Das tut weh. Aber warum muss es überhaupt weh tun? Warum lassen sich Anleger immer wieder in den Aktienmarkt locken, wenn der Zeitpunkt falsch ist? Fallende Kurse sind per se nichts Schlimmes. Anleger können ja auch auf sinkende Kurse setzen. Schlimm ist nur, dass Aktionäre meinen, sie müssten zu jeder Zeit Aktien besitzen.

An der Börse hat man die Wahl. Wer mitmacht, muss die Regeln akzeptieren. Er muss das Geld auf den Tisch legen, dann darf er mitspekulieren. Während die meisten Menschen den Aktienhandel als eine Summe von Kauf- oder Verkaufsaufträgen kennen, gibt es auch den dritten Weg, der leider ein Schattendasein führt. An der Börse ist es auch immer möglich, am Seitenrand zu stehen und sich das Treiben von der Seitenlinie aus anzusehen.

Als Aktionär kann man Aktien besitzen oder eine Weile ohne Aktien dastehen. Es dreht sich bei der Spekulation an der Börse um den optimalen Zeitpunkt. Es zeugt nicht von besonderer Fähigkeit, wenn ein Anleger Aktien vor 20 Jahren gekauft hat und sich nun rühmt, das diese im Kurs gestiegen sind. Aktienkurse steigen durch die Inflation automatisch. Erst wenn der Aktienkurs besser als seine Branche oder besser als der Index abgeschnitten hat, kann man von einer erfolgreichen Spekulation reden. Voher ist eine Aktie, die ein Anleger gekauft und liegen gelassen hat, keine Glanzleistung.

Aber wir wollen uns die aktuelle Marktlage ansehen. Die ganzen positiven Meldungen über eine starke Konjunktur in Europa, über gute Wirtschaftsdaten aus den USA und ein doch nicht so starkes Abbremsen der Konjuntur in China sind verklungen. Niemand redet mehr darüber. Jetzt stellt sich die Frage an diejenigen Anleger, die diesen Rufen während der Distributionsphase gefolgt sind. Was hat sie geritten, will man heute fragen.

Besonders hervorzuheben ist das Timing von Goldman Sachs, fast genau am Jahreshoch, das war vor wenigen Wochen, rieten sie ihren Kunden zum Einstieg. Der Aktienmarkt böte große Chancen. Jetzt sollte wieder einmal erinnert werden, dass jede Meinung, vor allem, wenn sie öffentlichkeitswirksam ist, einen Zweck hat. Ein Investor oder im Falle einer Bank ein Investorenpool, würde diese Meldung nicht herausbringen, wenn er selbst Aktien kaufen wollte.

Im Gegensatz zu der Meinung ihres Kollegen oder ihres Nachbarn über die zukünftige Marktentwicklung, orientieren sich viele Anleger an den Meinungen der großen Spieler. Sie liegen ja auch nicht immer falsch, so daß ein gewisses Vertrauen als Basis dient. Es ist nur so, jede Meldung muss hinterfragt werden. Es könnte auch sein, und das hat sich jetzt bestätigt, dass man als Verwalter von Kundengeldern (oder im Eigenhandel) einen eigenen Plan verfolgt.

Es könnte sein, dass in diesem Fall Goldman Sachs vielleicht größere Pakete an Aktien veräußern wollte. Damit diese Aktion nicht auf Kosten des Aktienkurses passiert, benötigt man eine ausgleichende Nachfrage von Käufern, die bereit ist, die zum Verkauf bereitstehenden Aktien zu kaufen. Tritt der Fall ein, dann hat der Verkäufer der Aktien in der Nähe des Jahreshochs verkauft und sitzt nun auf viel Cash, während die Käufer die am Jahreshoch gekauft haben nun Verluste beklagen. 

An der Börse ist sehr viel Schein. Jeder Teilnehmer arbeit mit Tricks und Täuschungen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Nur so funktioniert die Börse. Für die Gemeinschaft gilt natürlich, dass es Verlierer geben muss. Die großen Fische fressen die kleinen. Aber muss es immer die gleichen treffen?

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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