Indikatoren-Trading

Wir haben jetzt bereits das fünfte Jahr der Krise. In fünf Jahren sollte sich eigentlich etwas zum Besseren gewendet haben, oder etwa nicht? Fünf Jahre, in denen keine Mühe zu viel war und in denen Geld in unbekanntem Ausmaß aufgetrieben wurde. Alles nur, um die Unternehmen und Staaten zu retten. Außerdem, um die Krise alternativlos zu bekämpfen, nämlich mit Argumenten, die niemand gehört hat und mit Mitteln, die niemand versteht.

Etwas, was kompliziert ist, muss von jemandem, der diese Komplexität verstanden hat, mit anderen, neuen und einfachen Worten so dargestellt werden, dass auch jemand Unerfahrenes das versteht. Kann diese Person das nicht, heißt das, dass auch die Menschen, die die Krise bekämpfen, die angebliche Lösung nicht verstanden haben.

Denn wir sind alle umgeben von Strategien, von Maßnahmen, von Lösungswegen zur Eindämmung der Krise, aber niemand von uns versteht sie. Wie kann ein Volk (die Zahler) eine Maßnahme mittragen, wie können es die Leidtragenden (die Empfänger) der Nationen (Portugal, Italien, Spanien, Griechenland) die Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise mittragen, wenn sie diese nicht verstehen?

Wenn die Kanzlerin Merkel sagt: "die Rettung der Banken war alternativlos", dann heißt das: "wir (die Politik) haben das Richtige entschieden, es gab keine andere Wahl". Wir (alle) die Gemeinschaft, müssen diesen Weg gehen. Damit hat die Politik die Bürger bereits abgehängt, welche nun die "Lösung" mental nicht mehr mittragen. Warum sollten sie sich auch Gedanken machen, offenbar hält die Kanzlerin die Bürger für nicht clever genug, um auch einen anderen Weg in Betracht zu ziehen.

Warum wird eine Lösung nicht transparent gemacht? Niemand hat je verstanden, warum z.B. die IKB Bank gerettet werden musste. Warum musste die Hypo Real Estate mit über 100 Milliarden Euro Hilfsgeldern erhalten werden? Wohin gehen die immer neuen Rettungsmilliarden, wenn sie an Griechenland überwiesen werden?

Wenn Sie auf diese Fragen keine Antwort haben, dann sind Sie mit 98% der Bevölkerung im selben Boot.

Eine Lösung ist eine rettende Maßnahme, bei der sich der Betroffene danach besser fühlt. Im Falle der Krisenstaaten müsste es Griechenland oder Portugal nach den Hilfen besser gehen, tut es aber nicht. Im Falle der Banken müsste nach den Stützungen eine Stabilisierung eintreten, es stabilisiert sich aber nichts. Immer mehr frisches Kapital wird benötigt. Wo bitte ist da die Lösung?

Es liegt nahe anzunehmen, dass eine "verstehende" Bevölkerung nicht gewollt ist. Nichts ist so kompliziert, dass man es nicht so sehr vereinfachen könnte, dass es auch die normalen Bürger verstehen könnten. Niemand möchte eine Diplomarbeit über die Lösung der Krise schreiben. Das Volk will lediglich verstehen, was um es herum passiert. Es liegt also nicht an den Möglichkeiten, die Lösungswege zu erklären, es liegt an dem Willen der Regierung.

Derjenige, der den Lösungsansatz der Regierung nicht verstanden hat, der kann auch weniger kritisieren. Also wird von Seiten Merkels, Schäubles und Co. eher verkompliziert als zu vereinfachen. Da dies seit fünf Jahren so ist, muss man von einer absichtlichen Vorgehensweise ausgehen.

Die Euro-Retter wollen eine Lösung anstreben, deren Lösungsweg niemand versteht. In der Schule gäbe es für solch eine Arbeitsweise eine schlechte Note. In der Politik wird man für solch einen Weg gefeiert.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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