Indikatoren-Trading

Dortmund hat in einem spannenden Fußballspiel gegen die Bayern gewonnen. Ebenso spannend ist die Frage, wie sich die zukünftige Entwicklung an den Aktienmärkten gestaltet. Hier stehen sich die Gegner Inflationstreiber und Wirtschaftseinbruch gegenüber. Gewinnt der Inflationstreiber, so werden stark steigende Kurse die Folge sein. Gewinnt der Wirtschaftseinbruch, dann werden die Kurse abstürzen. Der Ausgang dieser Partie wird die zukünftige Richtung am Aktienmarkt entscheiden.

Der Inflationstreiber ist mit gehöriger Liquidität ausgestattet. Er ist erstarkt, indem viel neues Geld in den Markt gepumpt wurde. Noch kann sich die Geldmenge nicht in den Wirtschaftskreislauf einfügen, die Banken horten lieber das Geld, parken es bei der EZB oder investieren es im Eigenhandel. Das Geld ist aber da. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das Risikobewusstsein der Banken wieder steigt und das neue Geld der Wirtschaft und den Konsumenten zugeführt wird. Damit kommt es zu einem Überangebot an Geld, das nicht mit Waren und Gütern gedeckt ist. Das Resultat werden steigende Preise sein (Inflation).

Das wird Auswirkungen auf die Aktienmärkte haben. Zum einen steigen die Preise der Aktien, da mehr Geld für das gleiche Wertpapier aufgebracht werden muss. Verkäufer verlangen einen höheren Preis, weil das Geld kaum noch etwas wert ist. Zum anderen werden Aktien begehrt werden, weil die Flucht in Sachwerte zunimmt. Steigende Inflation reduziert die Kaufkraft des Vermögens. Es muss investiert werden. Die Flucht in den Immobiliensektor hat bereits begonnen. Der Immobilienboom in Deutschland ist nicht zu übersehen.

Je deutlicher die Inflation zu Tage tritt, umso stärker werden die Aktienkurse steigen. Nicht weil Unternehmen mehr wert sein werden, sondern einzig und allein, weil mehr Geld für den Kauf aufgewendet werden muss. Während der Inflation werden Aktienkurse also teurer. Die Inflation wird kommen, daran führt kein Weg vorbei. Nur welchen Weg sie wählt und wann sie durchschlägt, ist noch unklar.

Man könnte meinen, damit wären Aktien eine "sichere Bank" (Sprache der Tippspieler für den sicheren Ausgang eines zukünftigen Fußball-Spiels). Man könnte getrost auf diese (steigende) Richtung wetten.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Der Gegenspieler, nämlich der Wirtschaftseinbruch, ist nicht zu unterschätzen. Auch dieser ist gut bestückt und kann dem Inflationstreiber gut Paroli bieten. Der Wirtschaftseinbruch ist die Folge der Kontraktion der Wirtschaftsleistung vieler Nationen. Es ist ein Fakt, dass das bisherige "Über die Verhältnisse Leben" nicht weiter fortgeführt werden kann. Somit wird der Konsum und damit die Produktion drastisch einbrechen. Zusätzlich drücken die Euro-Retter und auch die Investoren auf die Kostenbremse. Der Sparzwang zwingt die wirtschaftliche Leistung der Nationen in die Knie.

Gewinnt der Wirtschaftseinbruch, dann werden die Unternehmen einen Umsatz- und Gewinneinbruch erleiden müssen. Einige werden sogar schließen. Schwache Unternehmenszahlen werden an der Börse nicht toleriert werden. Die Folge sind massiv fallende Kurse. Aktien werden abgestoßen werden, neue Käufer werden Mangelware sein. Niemand will in diesem Umfeld große Mengen an Wertpapieren erwerben. Da Anleger vorausschauend agieren wollen, werden sie den Abverkauf übertreiben und dem Aktienmarkt dann den Rücken kehren.

Das ein Wirtschaftseinbruch erfolgen wird, ist ebenfalls sicher. Auch hier ist die Frage nur: wann? In Südeuropa hat sie bereits eingesetzt, in Nordeuropa noch nicht. An den Börsen in Athen, Madrid und Rom ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Ein Spiel dauert bekanntlich 90 Minuten. Sollte es bis dahin keine Entscheidung geben, ob Inflationstreiber oder Wirtschaftseinbruch gewonnen hat, wird eine Verlängerung folgen. Sollte auch diese Spielzeit zu keinem Ergebnis kommen, folgt das Elfmeterschiessen. Auf jeden Fall wird es einen Gewinner geben und damit einen Richtungsentscheid für die Aktienmärkte.

Verfolgen wir gemeinsam die Geschehnisse auf dem Spielfeld.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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