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Groupon ist der Schnäppchenanbieter im Internet, der seinen Kunden Produkte und Dienstleistungen rabattiert anbietet. Meist handelt es sich um 50% Rabatt. Wie es gerade aussieht, kann Groupon nicht nur die angepriesenen Produkte im Preis halbieren, sondern auch die Depots seiner Aktionäre. Der Aktienkurs sinkt und sinkt, ohne Aussicht auf eine Richtungsänderung. Warum auch?

Die letzte negative Meldung, von vielen weiteren zuvor ist, dass Groupon nun ins Visier der SEC, der amerikanischen Börsenaufsicht, geraten ist. Man vermutet Fehler in der Bilanzierung des Unternehmens. Wie auch immer dieser Fall ausgeht, auf die Gewinnerstraße kommt das Unternehmen damit nicht. Groupon ist ein hochgelobter Internetstar an der Börse (gewesen), jedenfalls wurde er als solch einer beworben. Es sollte die gleiche Erfolgsgeschichte geschrieben werden wie zu der dot.com Phase (Yahoo, Ebay, Amazon usw). Mit Hochglanzprospekten wurde um Aktionäre geworben, damit diese am Unternehmenserfolg partizipieren können. Mit einer einfachen Rabatt-Story sollten 1 Milliarde US-Dollar eingesammelt werden. Das gelang dem Unternehmen tatsächlich.

Der Aktionär will jetzt an dem Erfolg teilhaben. Welcher Erfolg, darf getrost gefragt werden. Das Unternehmen ist chronisch defizitär, von Gewinnen weit und breit keine Spur. Wo keine Gewinne sind, da ist meist auch keine Dividende zu erhalten und eben auch keine Aktienkursperformance. Zum aktuellen Zeitpunkt ist das Unternehmen von einer Erfolgsgeschichte weit entfernt und trotzdem haben die Börsianer dem Internetstar das Vertrauen ausgesprochen. Die Aktionäre glaubten an die Story des Unternehmens und gaben ihr Geld, damit es sich vermehrt. Das war ein Fehler.

Jedes Investment in ein Internetunternehmen ist mit großen Risiken behaftet. Nur davon will kein Anleger etwas wissen. Die Hochglanzprospekte reden nicht darüber. Die Konsortialbanken, die die Firma an die Börse begleiten, präsentieren logischerweise nur die schönen Seiten. Bei einem Börsengang gewinnen die Herausgeber der Aktien. Das sollte jedem Anleger bekannt sein. Die Aktionäre tragen das Risiko.

Internetunternehmen haben meist ein Geschäftsmodell, das leicht kopierbar ist. Damit können sie sich nicht von den Wettbewerbern absetzen. Was kann Groupon, was die vielen anderen Rabatthändler nicht auch können? Außerdem gibt es keinen Entwicklungsvorsprung. Es ist kaum Aufbau nötig (Firmengelände, Werkshallen, Maschinen, Fuhrpark usw), jeder kann schnell loslegen und die Rabatt-Idee duplizieren. Damit hat Groupon derzeit am meisten zu kämpfen. Es fehlen neue Ideen. Gleichzeitig geht das Geld aus. Jeder neue Kunde muss mit mehr und erhöhtem finanziellen Aufwand gewonnen werden. Das geht auf die Einnahmen (eigentlich müsste es Gewinn heißen, aber Groupon hat ja keinen).

Diese Argumente sind nicht neu. Die müsste jeder potentielle Investor ebenfalls kennen. Und trotzdem hat man Groupon die Aktien aus den Händen gerissen. Die Quittung hat der Aktionär jetzt. Seit dem ersten Handelstag kennt die Aktie nur den einen Weg nach Süden.

Ein großer Name ist kein Garant für Aktiengewinne. Das sollten auch die Investoren bedenken, die auf den Börsengang des Internetgiganten Facebook warten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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