Service

Die Krise in Europa kommt wieder zum Vorschein, obwohl die Zentralbanken jeden Krisenherd mit Papiergeld zugeklebt hatten. Die "Heile-Welt-Fassade" reißt wieder auf. Auf dem alten Kontinent herrscht höchste Arbeitslosigkeit, in nie vorgestelltem Ausmaß. Der Wirtschaftseinbruch ist so schlimm wie lange nicht mehr. Ausgabenkürzungen und Sparzwänge runden das desaströse Bild ab. Politik und Medien versuchen mit allen Mitteln, den Blick nicht auf die Krise zu lenken. Wie lange kann das gut gehen?

Noch dominieren die starken Wirtschaftsdaten aus Deutschland. Es scheint in Europa nicht so schlimm zu sein, wie noch in den Jahren zuvor, wird dem Betrachter vermittelt. Doch wer glaubt das Märchen des ständigen Wohlstandes, wenn um Deutschland herum alles dahinvegetiert? Die Deutschen können doch nur produzieren und verdienen, wenn die anderen Staaten kaufen. Deutschland ist eine Exportnation.

Es klingt einleuchtend, dass wenn die Mehrheit der Eurostaaten sparen muss, diese Nationen weniger nach Gütern nachfragen werden. Woher kommt also der Optimismus u.a. in Deutschland, man könne sich die Krise wegwünschen? Das gebetsmühlenartige Wiederholen einer "Alles-nicht-so-schlimm-Welt" scheint die Leute verblöden lassen zu wollen. Je öfter man es hört, desto mehr klingt die Aussage abgedroschen, uninteressant und der Zuhörer schaltet auf Durchzug. Die Krise wird nicht mehr wahrgenommen, da es scheinbar keine gibt.

Es gibt trotz aller Rettungsbemühungen bisher keine vorzeigbaren Ergebnisse. Denn Ergebnisse zählen in diesen Zeiten nicht mehr. Der Schein ist wichtiger geworden als das tatsächliche Resultat. Das erinnert an die vielen jungen Studienabgänger von heute, die zum Thema Berufseinstieg sagen: "es kommt nicht darauf an was du kannst, sondern was du vorgibst zu können". Das sagt eine Generation, die die Zukunft von Deutschland sein will. Man kann es ihnen aber nicht verübeln, denn sie bekommen es nicht anders vorgelebt.

Seit Ausbruch der Krise geht es nicht darum, das Kernproblem anzugehen und zu lösen, sondern um Vertrauen zu gewinnen. Die Politik will das Vertrauen der Märkte gewinnen. Die Unternehmen das Vertrauen der Anleger, Staaten das Vertrauen der Investoren. Damit das Vertrauen auch schnell wieder hergestellt werden kann, werden Bilanzierungen erlaubt, die nahe am Betrug fungieren. Es werden Badbanks geschaffen, um giftige Papiere zu entsorgen. Mit solch einer Maßnahme steht plötzlich ein Unternehmen blendend da, obwohl es bis zum Hals im Dreck gesteckt hatte. Solche Zaubertricks gehören seit Ausbruch der Krise zum festen Handwerk der Beteiligten.

Wie oft wurden in Griechenland die Sparanstrengungen gelobt und am Ende mußte doch gerettet werden? Wie oft hat man ausgeschlossen, dass die Krise große Nationen wie Spanien und Italien erreichen wird und am Ende waren diese Staaten doch am Abgrund und mussten gestützt werden. Und wie oft hat man das Volumen der vielen Rettungsfonds als ausreichend bezeichnet und trotzdem haben die Milliarden zu keiner Zeit gereicht?

Es geht um den Schein, verehrte Leser. Die europäischen Staaten sind doch pleite und die Rettungsmilliarden sind nie genug. Das will man aber so nicht sagen. Also wird weiter an der heilen Welt gearbeitet. Solange die Menschen abgelenkt werden, der Blick vom Krisenherd weggelenkt werden kann, solange denkt man, kann man sich Ruhe erkaufen.

Tatsachlich muss jeder Scheinzustand irgendwann mit etwas Realem untermauert werden. Ein neuer Mitarbeiter muss beweisen, was er im Bewerbungsgespräch vorgegeben hat. Ein Unternehmen muss seine Prognosen einhalten. Nur mit heißen Worten kommt niemand weit. Doch genau das passiert in den vielen Euro-Sitzungen. Man gibt etwas vor, was mit den gelieferten Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten aus Europas Nationen nicht zusammenpasst.

Der Schein bröckelt und das nicht zu langsam. Die Krise ist wieder da und wie jedes Mal zuvor, kräftiger und schlimmer.

Ungeschminkte Meldungen zu den Krisen in Europa bekommen Sie auf "Krisenblick.de". Die URL Adresse lautet: https://www.krisenblick.de/.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This