Buchtipp

Diese Woche war oft von Menschen zu lesen, die jahrzehntelang gearbeitet haben und nun mit einer sehr geringen Rente dastehen. Das darf nicht sein, hieß es schnell von allen Seiten. Doch es war die Wirtschaft gemeinsam mit der Politik, die sich für geringe Löhne zum Wohle der Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt hat. Man hat an den Löhnen der Menschen gespart und tut jetzt überrascht, dass sie kaum Rentenanspruch haben. Welch eine Heuchelei, möchte man da als Leser sagen.

Die Leute verarmen im Alter. Das ist traurig. Und das ist nicht nur heute so, sondern wird in der Zukunft noch viel gravierender werden. Man denke an die vielen Minijobber, die kaum Geld verdienen und somit auch keine großen Renten erwarten dürfen. Der Niedriglohnsektor macht bereits über sieben Millionen Beschäftigte aus. Diese Menschen werden im Alter arm sein und kaum Rente beziehen.

Damit in der Zukunft nicht erneut ein "überraschter" Schreck durch die Medien geht, sollte man bereits heute schon etwas dagegen tun. Man muss den Leuten die Möglichkeit geben, von ihrem Gehalt leben zu können und auch etwas für das Alter ansparen zu können.

Stand heute ist aber davon nichts zu sehen. Es wird sich in der Politik gefreut, dass man die absolute Zahl der Arbeitslosenzahl mit jedem Monat drücken kann. Dass die Statistik lügt bleibt unter dem Tisch. Sich darüber zu freuen, dass immer mehr Menschen in der Not in den Niedriglohnbereich gepresst werden, ist der falsche Weg. Leider wird dieser stramm gegangen. Egal, welche Partei in der Regierung sitzt.

Die Wirtschaft will keine Mindestlöhne zahlen, sie will auch keine Lohnzuwächse. Die Politik sucht ihr Heil in den Statistiken durch die ausgiebige Nutzung des Niedriglohnsektors. Wo bitte soll das hinführen? Bei dem Thema Renten werden die Menschen unter diesen Umständen kaum in der Lage sein, ein entsprechend akzeptables Rentenniveau zu erarbeiten.

Das ist insofern ein Schlag ins Gesicht aller älteren Menschen, da sie für dieses Land mit ihrer Arbeitskraft gedient haben. Es ist nicht schön, ihnen ihre Lebensleistung durch eine mickrige Rente zu nehmen. Darüber kann man nur Wut und Treuer empfinden.

Es ist gut, dass diese Diskussion es kurzfristig geschafft hat, auf die Titelblätter zu kommen. Die alten Menschen sind nämlich ausgegrenzt und niemand bemerkt es. Die Alten sind nicht interessant für die Politik, außer alle vier Jahre bei der Wahl. Für die Wirtschaft sind sie es auch nicht, da sie nicht zu der finanzkräftigen Konsumklientel gehören. Damit auch nicht für die TV-Medien. Für die Online-Medien sind "die Alten" auch nicht mehr zu gebrauchen, weil sie damit nicht umgehen bzw. nicht umgehen können.

Der Politik und der Wirtschaft kommt hier eine besondere Verpflichtung zu. Es braucht bereits heute Wege und Ziele, wie mit den kommenden Rentnern in der Zukunft umgegangen wird. Nicht nur bei der aktuellen Diskussion. Es passt nicht zusammen, das Mitarbeiter ausgepresst werden und ohne bzw. kaum Lohn (Praktikant,  Zeitarbeit) nach Hause geschickt werden, dabei Dividenden der Aktionäre immer weiter steigen.

Die Quittung jeder Fehlentwicklung von heute wird die gesamte Gesellschaft in 30 Jahren tragen. 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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