Buchtipp

Lange, wirklich lange konnten die Aktienmärkte auf einer Welle der Euphorie reiten. Damit ist nun Schluss. Im Moment fangen die Handelstage immer gleich an. Am Morgen hofft man auf die Wiederaufnahme der Rally und am Nachmittag wird man von der Realität eingeholt. Der DAX rutscht ins Minus. So macht der Aktienkauf keinen Spaß mehr.

Dass die Kurse fallen ist auch gut so. Zu lange wurde den Anlegern ein X für ein U verkauft. Es wurde eine heile Welt vorgespielt, die so nicht ist. Als Marktteilnehmer kam man sich des Öfteren veräppelt vor, wenn Kurse mit Begründungen den Turbo eingeschaltet hatten, die weit an den Haaren herbeigezogen wurden.

Die Börse ist Psychologie. Soweit nichts Neues. Wenn aber zum Beispiel amerikanische Wirtschaftsdaten schlecht ausfallen, die Wallstreet aber trotzdem Gas gibt, weil man ja nun als Anleger hofft, dass die Notenbank FED mit entsprechenden Maßnahmen retten wird, dann wird dem Anleger ganz unwohl in der Magengegend.

Die Lage ist desolat. Die Zentralbanken sollten keine Wirtschaftspolitik machen. Indem Märkte geflutet werden, indem kranke Unternehmen nicht in die Insolvenz gehen können, indem gute Unternehmen nicht für ihre gute Arbeit belohnt werden, in diesem Umfeld kann all das, was wir in diesen Monaten als Rettungsmaßnahme sehen, nichts werden. Besonders der letzte Teil ist hier hervorzuheben. Ein Unternehmen, das gute Produkte herstellt, welches sich eine gute Position im Markt erarbeitet hat und ordentlich mit seinen Finanzen umgeht, sollte dafür belohnt werden, Das geschieht derzeit nicht. In der Wirtschaft würde das folgendermaßen ablaufen: die schlechten Unternehmen gehen in den Konkurs und verschwinden vom Markt. Die Guten profitieren von  den freigewordenen Marktanteilen. So wäre es richtig und normal.

Normal ist Vieles schon lange nicht mehr. Nicht in der Politik, nicht in der Wirtschaft und schon gar nicht bei den Währungshütern, den Zentralbanken.

Was sich nun langsam abzeichnet ist für die Realisten schön, für die Anleger mies. Die Marktteilnehmer realisieren, dass sie einem Trugschluss aufgesetzt sind. Alle bisherigen Maßnahmen der Rettung mündeten in einer Sackgasse. Sogar eine unterschwellige Ankündigung einer neuen Gelddruckorgie der FED konnte die Käufer nicht mehr zum Kauf animieren. Was bleibt, ist eine dahinsiechende Weltwirtschaft.

Amerika ist pleite. Europa muss sparen, damit es sich aus der Schuldenkrise kämpfen kann. Asien bremst vorausschauend das eigene Wachstum. Die Zeichen sind nicht gut.

An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wieder. Die einen hoffen noch und kaufen, weil die Kurse gefallen sind. Jeder Kauf steht aber einem größeren Verkaufsdruck gegenüber. Anleger mit mehr Kapital sind gewillt, sich von ihren Anteilen zu trennen, wohlwissend, dass die Rahmendaten der Wirtschaft schwächeln.

Es ist nicht mehr weit, dass auch die neuen Käufer mit ihren Minuspositionen entscheiden, sich ihrer Anteile zu entledigen. In einem schlechten Marktumfeld sind die Käufer nicht mehr gewillt, ihr gutes Geld einzusetzen. So trübt sich die Stimmung weiter ein, die Kurse purzeln weiter.

Dann erst befindet sich der Aktienmarkt auf dem Weg in die Normalität. Erstes Ziel: 6750 Punkte.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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