Buchtipp

Der DAX stürzt gewaltig ab. Oder muss man besser bricht ein sagen? Das war ganz schön harter Tobak heute Vormittag. Die Anleger flüchten aus dem Markt. Sie können gar nicht schnell genug zum Ausgang rennen. Die Stimmung ist plötzlich von rosarot in tiefschwarz gedreht. Glauben Sie nicht den gemeldeten Gründen, dass es an der Konjunktur läge. Die Flucht versteckt sich hinter einem anderen Gewand.

Solch panische Reaktionen erlebt man selten an der Börse. Wie ein Strich bewegte sich der DAX Index Richtung Süden. Keine Haltemarke konnte bisher stützend wirken. So stürzte der DAX von 7070 Punkten auf aktuell 6940 Punkte. Nicht nur der Punktverlust ist imposant, der Weg dahin ist erschreckend. "Steil, steiler, DAX" könnte man den Kursverlauf bezeichnen.

Jetzt fragen sich die Anleger: "Was ist los?", "Warum stürzt der DAX ab?". Wir hatten gestern bereits im Artikel "DAX: Anleger haben die Hosen voll" geschrieben, wie die unsichere Stimmung unter den Anlegern gewesen ist. Einem weiteren Anstieg stand man skeptisch gegenüber. Zu früh verkaufen wollte aber auch niemand. Diese gespaltene Haltung brachte die Marktteilnehmer in Schwierigkeiten.

Gemäß dem Motto, "Wer sich zuerst bewegt, der verliert" wurde die angespannte Situation heute Morgen mit einem deutlichen Sieg für die Bären entschieden. Nachdem klar war, dass Verkaufen die richtige Entscheidung gewesen wäre, folgten nun die Aktionäre, wie die Lemminge, den Vorgaben der anderen Marktteilnehmer. Jetzt wollen auf einmal alle verkaufen.

Damit steigt der Druck auf der Verkäuferseite unverhältnismäßig zu den Käufern, die am Markt sind. Dieser Druck entlädt sich jetzt in stark fallenden Kursen. Die Käufer bekommen auch Angst und lassen erst mal das Kaufen sein. Die Verkäufer, welche ebenfalls in Sorge sind, wollen um jeden Preis ihre Aktien sofort loswerden. Beides zusammen führt zu dem Kursverlauf von heute Morgen.

Chartausschnitt Intraday 22.03.2012

Die ersten Meldungen beeilen sich nun den Grund in den schwachen Konjunkturzahlen zu sehen. Die asiatischen Märkte hatten bereits angefangen ihr Wachstum zu bremsen. Jetzt sind schwache Einkaufsmanagerdaten hinzu gekommen. Diese sind weltweit nicht so berauschend. Dies als Grund für den Absturz zu nehmen ist aber schlichtweg falsch.

Zum einen sind das die gleichen Medien, die während der letzten Wochen über die robuste Konjunktur berichtet haben. Man hat keine Wirtschaftskennzahl ausgelassen, um die Konjunktur zu loben. Dieselben Medien haben plötzlich die Seiten gewechselt. So wie die Fahne im Wind eben.

Zum anderen, wenn die Entscheidung der Anleger zum Kauf oder Verkauf von Aktien  wirklich auf Konjunkturdaten basieren sollte, dann hätte der Aktienmarkt niemals steigen dürfen. Die Konjunktur war die letzten Wochen auch schwach. Den DAX-Absturz auf die schwache Konjunktur zu schieben, ist nicht richtig.

Richtig ist, dass der Verkaufsdruck sich schon länger aufgebaut hat. Nur entladen wollte er sich bis heute nicht. Anleger die bereits Short waren können davon ein Lied singen. Die Flucht aus dem Markt führt zum Ergebnis, das die Anleger ihre Gewinne sichern wollen. Man hat den DAX-Bullen lange genug geritten und sitzt auf Gewinnen, die man realisieren will. Nur ein realisierter Gewinn ist ein echter Gewinn.

Wie geht es weiter? Kleinanleger werden in den Markt strömen wollen, da sie Chancen sehen, günstig in den Markt zu kommen. Große Anleger werden das nutzen und den Verkaufsdruck weiter aufrecht erhalten. Es sollte noch tiefer gehen im DAX (Ausblick: Der März wird schmerzhaft).

Die Flucht geht weiter.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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