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Bei all den Krisenmeldungen der vergangenen Monate muss jetzt endlich auch einmal über die positiven Dinge berichtet werden. Man muss als Autor mit der Zeit gehen und über die guten Seiten berichten. Was soll das Krisengerede, man muss nur einmal aus dem Fenster sehen, von Krise keine Spur. Wohin das Auge blickt, es sieht blühende Landschaften. Eine Zusammenstellung all der positiven Dinge, die uns umgeben.

Zunächst einmal sticht die unglaubliche Performance der Aktienmärkte ins Auge. Die Kurse steigen wie lange nicht mehr. Der DAX notiert über 7000 Punkten. Die Aktionäre kennen nur eine Richtung und die Fahnenstange ist noch lange nicht abgearbeitet. Es soll noch viel weiter gehen. Der neue Wagen ist bereits ausgesucht, geben Sie es zu.

Nachdem nun Griechenland gerettet ist, gibt es keine Krisenmeldungen mehr über die die Medien berichten könnten. Die Hellenen sind zwar gerettet, nur das wie scheint noch keiner zu wissen. Aber egal, wer will denn ein Haar in der Suppe sehen – es geht aufwärts und man freut sich. Die Euroretter haben gerettet und die Griechen nehmen die Hilfe gerne an. Was will das Retterherz mehr?

Es ist im Allgemeinen sehr still um die Problemstaaten geworden. Kein Spanien, kein Portugal und auch kein Italien erscheint mehr in den großen Medien, nichts kann die Stimmung mehr trüben. Irgendwie haben die Euroretter alles unter Kontrolle und niemand hat etwas davon mitbekommen. Scheinbar ist es möglich, die Schuldenkrise mal an, mal auszuschalten, ganz so wie man es benötigt. Es ist tatsächlich so, wenn nichts berichtet werden soll, dann findet man auch nichts in den Medien. Na gut, vielleicht haben sich die Länder selbst aus dem Schuldensumpf gezogen und die Blogs wissen noch nichts darüber. Lasst uns also mit ihnen freuen. In Villa Riba wird bereits gefeiert.

Nicht nur die EZB macht sich zum Wohle des Kontinents die Hände an der Druckerpresse schmutzig, auch die anderen Zentralbanken erschaffen ebenfalls Geld. Allen voran die amerikanische FED, sie führt die Druckerkolonne an. Die Zentralbanken sagen "die Wirtschaftsdaten sind besser geworden", "man sehe stabilisierende Zeichen für die Konjunktur" wird verlautbart und "die Risken werden für die Finanzmärkte geringer" wird attestiert. Auch die Zentralbanken haben scheinbar einen ausgezeichneten Job gemacht. Es heißt: Der Zweck heiligt die Mittel. Na dann freuen wir uns eben mit über das viele neue Geld. 

Nicht nur Europa strotzt nur so vor guter Stimmung, auch im Inland geht es blühend her.

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, das sind die Gleichen, die über Jahrzehnte chronisch defizitär waren, schwimmen nur so in Überschüssen. Milliarden haben sie angehäuft und denken über Beitragssenkungen nach. Na gut, sie werden dazu ermuntert. Wer will schon freiwillig das hergeben, was er sich hart zusammengetragen hat. Da sind die Krankenkassen, wie ihre Beitragszahler. Es muss aber unterstrichen werden, dass wenn sogar die Krankenkassen zu Geld kommen, dann muss es dem Land gut gehen. Die Menschen sind also gesund und wollen nur arbeiten.

Ach ja, der Arbeitsmarkt sieht auch ganz toll aus. Die Arbeitslosenzahlen werden mit jeder neuen Statistik besser. Immer mehr Menschen sind  abhängig beschäftigt. Immer mehr arbeiten und zahlen in die Gemeinschaftskassen ein. Das kommt auch der alternden Bevölkerung zu Gute. Im Ministerium für Arbeit wird bereits über eine Rentenerhöhung von satten 0,1% nachgedacht. Auch die Rentner sollen an dem Aufschwung satt partizipieren, das wird dann für die nächsten acht Jahre ausreichen müssen. Man meint es halt gut mit den Rentnern.

Durch die viele arbeitenden Bürger sind die Brieftaschen der Verbraucher so voll wie lange nicht mehr. Die Deutschen kaufen wieder, haben Marktforschungsinstitute bereits aufgezeigt. Der Konsum wird zu einem immer wichtigeren Standbein der Konjunktur. Die Deutschen haben von den Amerikanern gelernt, es kommt darauf an, Geld auszugeben. Yes Sir, auch die Deutschen können Geld ausgeben. Dem Land geht es gut. Wieso sollte man sich auch bei diesen positiven Meldungen Sorgen wegen seiner Zukunft machen? Also los, in das nächste Einkaufszentrum, das neue Ipad ist da.

Je länger die großen Medien über ansteigende Einnahmen, über vieles Geld und über geglückte Rettungsaktionen berichten, umso stärker wird das Gefühl, dass die Krise gemeistert wurde. Krise, welche Krise? Es wird alles gut. Glauben Sie es auch?

Der Mensch glaubt, was gepredigt wird, man muss es nur oft genug wiederholen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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