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Banken stehen oft im Verdacht, ihre Kunden falsch beraten zu haben. Der Streit kommt aber erst dann auf, wenn die Investition schief gegangen ist. Ähnlich dem Motto im Fußball: wenn die eigene Mannschaft gewinnt, dann haben WIR gewonnen. Wenn die Mannschaft verliert, dann haben DIE verloren. Wie steht es mit der eigenen Schuld? Hat man vielleicht keine Ahnung gehabt, was man da unterschreibt?

Die Diskussion, wer die Schuld für eine Investmententscheidung trägt, gibt es seit dem es Finanzdienstleistungen gibt. Zu Beginn ist alles schön, man schüttelt sich nach der abschließenden Wahl der Anlage mit dem freundlichen Berater die Hand und freut sich auf einen positiven Verlauf der Anlageentscheidung. Möge sich das Depot/ der Kurs gut entwickeln. 

Spätestens, wenn dies nicht eintrifft und das investierte Geld dahinschmilzt, ist es vorbei mit der Freundlichkeit. So war das vom Kunden nicht geplant. Er wollte sein Geld vermehren und jetzt ist das eingesetzte Geld kaum noch vorhanden. 

Die Anschuldigungen sind immer die gleichen: Die Risiken der Anlageentscheidung wurden nicht richtig kommuniziert. Man wurde falsch beraten. 

Die Begründung man sei "falsch beraten worden", hört man dieser Tage auch sehr oft von Städten und Gemeinden, die sich mit Finanzprodukten verhoben haben. Beschuldigt sind die Finanzunternehmen, die diese verkauft haben. Es muss aber auch gefragt werden, was die Städtevertreter da unterschrieben haben? Entweder wussten sie nicht, was sie unterschreiben oder sie haben das Risiko bewusst in Kauf genommen. Beides wäre gleich schlimm. 

Wie kommt überhaupt ein Vertreter einer Stadt oder einer Gemeinde dazu, ihm anvertrautes Geld spekulativ im Finanzkasino einzusetzen? Das ist keine Ausnahme, sondern die Regel. 

Die Begründung "falsch beraten" haben auch viele Lehman Zertifikate Besitzer aus der Tasche gezogen. Man wusste nicht, dass man sein Geld auch verlieren konnte. Außerdem waren die Lehman Papiere viel zu spekulativ, davon war man zu keiner Zeit in Kenntniss gesetzt worden. 

So so! Und warum hat man da als mündiger Bürger nicht nachgefragt? 

Es stimmt, dass in der Brust der Bankberater zwei Herzen schlagen. Sie wollen beraten und im Sinne des Kunden ein Ergebnis erreichen, doch sie wollen und müssen eben auch die Ladenhüter verkaufen und bestimmte Umsatzziele erreichen. 

Es ist daher unmöglich, dass Ihnen ein Berater eine ehrliche und zu Ihrer Person passende Entscheidung aussprechen kann. Wenn ein Berater zu jeder Rentnerin sagen würde "Dieses Produkt ist nichts für Sie", dann wäre er schnell seinen Job los. 

Das Kernproblem der Banken ist, dass sie die Mitarbeiter zu schnellen Ergebnissen drängen. Diese müssen den Vorgaben folgen. Das Wohl des Unternehmens steht über dem Wohl des Kunden. 

Aber, und das ist wichtig, die Anlageentscheidung trifft jeder Investor selbst. Wenn Sie keine Fragen haben, dann haben Sie die Funktionsweise des Produktes verstanden; wenn nicht, warum unterschreiben Sie dann? Es ist elementar, sich vor einer Anlageentscheidung umfassend zu informieren, und zwar nicht nur beim Bankberater.

Fragen Sie mehrere Bankberater, fragen Sie Freunde und Verwandte, fragen Sie das Web. Es ist nicht gesichert, dass Sie immer eine 100% richtige Antwort bekommen, aber Sie werden Ihr Investment von vielen Seiten betrachten können. Das ist nützlich, denn auch hier gilt: Die Fragerei gilt dem Verständnis, die Entscheidung für oder gegen ein Anlageprodukt, treffen letztendlich ausschließlich Sie selbst.

Sich in die Ahnungslosigkeit zu flüchten, sobald ein Investment schief geht, ist nicht richtig. Man hatte zuvor die Gelegenheit, "Nein" zu einem Investment zu sagen. Der Kunde kann sagen "Ich verstehe das nicht, also mache ich das nicht". Darüberhinaus gilt es nachzudenken, wenn über die Anderen geschimpft wird. Jeder sollte sich auch an die eigene Nase fassen, wenn man erkennt, was man verzapft hat.

Im Sprichwort "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" wird genau dieser Punkt unterstrichen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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