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Der DAX fällt. Eine zugegeben recht selten vorkommende Tatsache in den letzten Wochen. Jetzt kann sich der Anleger fragen: Ist das nur ein vorüberziehendes Gewitter oder wird der Index weiter fallen? Besonders wenn es nun weiter nach unten gehen sollte, könnten die Verluste schmerzhaft werden. Knapp vor der 7000 Punkte Marke hatten die Investoren oft genug die Gelegenheit, sich von ihren Aktien zu trennen: Haben Sie etwa noch nicht verkauft?

Na? Schleicht sich da schon der Faktor Hoffnung in Ihre Gedanken? "Wird nicht so schlimm", könnte der Anleger meinen, oder "es gab auch früher Tage mit Minuszeichen". Danach ist es immer wieder aufwärts gegangen. So beginnt es immer. Man hofft auf mehr Gewinn. Der Anleger redet sich die Lage schön, er betrachtet das Dahinschmelzen der Gewinne und die vereinzelt auftretenden Verluste als harmlos. Zu Beginn sind die Verluste es auch, nur was passiert, wenn die Verluste größer werden? Dann fängt es an weh zu tun. 

Dann denkt der Anleger "ach hätte ich doch verkauft – da waren die Kurse noch höher als heute". Ein kleiner Gewinn wäre auch ein Gewinn gewesen. Jetzt ist der Börsianer leicht im Minus. Ein "Leicht im Minus" wird toleriert. Light Produke schmecken auch nicht so gut wie das Original, aber sind eben doch noch genießbar. Light, im deutschen leicht, wird also mental aktzeptiert. 

Nun gibt es aber auch den Teil des Gehirns, der zweifelt. Der Markt ist doch schon sehr weit gestiegen. Der DAX steigt schon seit Wochen am Stück. Keine Börse, kein Aktienkurs steigt in den Himmel. Und wenn doch, dann ist der Absturz nicht weit. Man denke nur an die VW-Aktie, die in wenigen Tagen von 200 Euro auf über 1000 Euro gestiegen ist. Dann folgte der Absturz.. Die Luft ganz weit oben ist eben sehr dünn.

Nun wird mental abgewogen. Der DAX  ist heute gefallen. Da muß noch nichts Schlimmes beführchtet werden. Und nur, weil in China umgangssprachlich "ein Sack Reis umgefallen ist", muss das noch nicht die Aktienkurse hier im Lande dahinraffen. Denn am heutigen Tag gab es eine Ankündigung aus China, dass die Regierung das Wachstum kontrolliert eindämmen will, um keine Blase zuzulassen. Sowas hören die Börsianer nicht gern.

Diejenigen, die sich getraut haben ihre Anteile in den letzten Tagen zu veräußern, die haben jetzt einen freien Kopf. Man muss Aktien nicht in den fallenden Markt hinein verkaufen, sondern in den steigenden, so machen es die großen Anleger. Um das zu beherrschen, muss man sich klar werden, wann man verkaufen will, dafür braucht es ein Ziel. Und zum zweiten muß der Anleger auch den Mut haben, loslassen zu können, indem er seine Anteile veräußert, die ihm die letzten Wochen durch steigende Kurse sehr versüßt haben.

Für den Fall, dass Sie nicht losgelassen haben, es ist nicht einfach. Der größte Teil der Investoren kann das auch nicht – nämlich loslassen. Man hat schlicht Angst, etwas zu verpassen und möchte so lange in dem fahrenden Zug sitzenbleiben wie nur möglich. Dann besteht natürlich die Gefahr, dass man den Ausstiegszeitpunkt verpasst.  

Am Markt bleiben die Anleger zurück, die noch hoffen. Dass Hoffnung kein guter Freund bei der Aktienanlage ist, das ist allgemein bekannt. Wenn Sie sicher sind, das Richtige zu tun, bleiben Sie bei Ihrer Meinung. Wenn Sie unsicher sind, denn denken Sie noch einmal nach, ob es nicht doch noch Sinn macht, zu verkaufen. 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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