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An der Börse geht es um die schnellen Gewinne. Und oft geht es um Ruhm, wenn ein Trade perfekt umgesetzt wurde. Sofort sucht der Gewinner die Aufmerksamkeit der Menge, während die Nichtgewinner sich nach Informationen sehnen, wie viel denn nun gewonnen wurde. Die Menge ist umso glücklicher, je höher der Prozentsatz auf die Frage ist: Wie viel hat Ihr Schein gemacht?

Wenn Ihnen jemand sagt, Sie können mit einem Schein 30% Gewinn erwirtschaften, dann wird das bei vielen Tradern schon die Augen leuchten lassen. 30% sind nicht schlecht und wenn es auch noch schnell geht, umso besser. Jetzt steht eine Zahl im Raum, die sich gut anhört, aber nicht bewertbar ist. Was sagt uns diese Aussage?

Sie können Ihr Tradingkapital mit einem spekulativen Wertpapier vermehren. Das bedeutet entweder ein Pennystock, eine vernachlässigte Aktie, die sich eines plötzlichen Käuferansturms erfreut, ein Knock-Out-Schein nahe am KO-Level oder ein CFD mit hohem Hebel. Diese Erkenntnis stellt schon einmal klar, dass Sie die dreißig Prozent nicht mit einer DAX Aktie a la BASF oder Siemens erreichen können. Sie müssen also verstärkt ins Risiko gehen.

Jetzt wird es spannend. Sie können die 30% Profit nur dann erwirtschaften, wenn Sie entsprechend aus der Deckung gehen und bereit sind, auch einen Teil Ihres Einsatzes, manchmal sogar alles zu verlieren. Sie merken schon, dass die 30% gerade an Glanz verlieren.

Wenn jemand mit seinem Profit prahlt, er hätte in den letzten Monaten mit Wertpapier XY 60% Gewinn gemacht, dann ist das eine Aussage ohne Messgröße. Die Feststellung, wie hoch der Gewinn von jemanden war, ohne die entsprechenden Rahmendaten zu kennen, ist vollkommen wertlos. Börsenforen sind voll mit solchen Aussagen. Wie gesagt, es geht um den Ruhm, denn je höher die Prozentzahl (der Profit), umso besser.

 

Untermalt wird die Höhe des Erfolgs mit einem Screenshot aus dem Orderbuch des Traders. Bekanntlich kann jeder viel erzählen. Der Ausschnitt lässt den Ankaufskurs und den Verkaufskurs erkennen. Vorher wussten wir, wie viel Prozent der Gewinn betragen hat, jetzt kennen wir die Zahlen dazu. Noch immer fehlt uns eine Messgröße.

Mit wie viel Risiko wurden die 60% Gewinn eingefahren? Wie viel Risiko musste eingegangen werden, um den Profit realisieren zu können. Denn wenn jemand 10.000 Euro eingesetzt hat für einen Schein, der nahe am Knock-Out-Level war und nun von 0,10 Cent auf 0,16 Cent gestiegen ist, dann muss klar sein, dass das wildeste Zockerei ist. Man riskiert seine10.000 Euro Kapital, das in wenigen Minuten ausgelöscht sein kann, wenn der KO-Schein ausgeknockt wird. So eine Spekulation ist kein toller Trade, auch wenn er am Ende erfolgreich ausgeht.

Sie merken, auch hier verblasst der Glanz der schnellen 60% Gewinn.

Immer, wenn ein Geschäft erfolgreich abgeschlossen wird und der Profit in Prozenten ausgedrückt wird, immer dann braucht es auch eine Messgröße, mit der man den Gewinn auch bewerten kann. Somit lassen Sie sich nicht blenden von hohen Renditen, welche nur unter hohen Risiken erreicht werden können bzw. wurden.

An der Börse kommt der Erfolg, indem man die Risken so klein wie möglich hält. Somit ist auch ein kleiner Profit ein gutes Geschäft gewesen, das sich sehen lassen kann. Nur Sie selbst haben es in der Hand, sich von der Gier zu lösen.

Es kommt nicht auf die Höhe des Profits an.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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