Tradingservice

An der Börse versuchen die Anleger den anderen Marktteilnehmern eins auszuwischen. Das ist der Antrieb, damit die Börse funktioniert. Es wird versucht, sich einen Vorteil zu verschaffen. Die Anleger versuchen schneller an Informationen zu kommen. Sie versuchen, schneller als die Konkurrenten zu handeln. Sie wollen einfach cleverer als die anderen sein. Das bedeutet den nächsten Schritt der anderen zu erahnen, noch bevor dieser geschieht. Das ist gar nicht so einfach.

Ein ganz einfaches Beispiel ist, einem Trend zu folgen. Ein Trend ist erst ein Trend, wenn er sich zu einem großen Teil bereits gebildet hat. Das heisst, zu Beginn eines Aufwärtstrends gibt es Zweifler, die fest dran glauben, dass der Markt weiter fallen wird. Die anderen glauben an das zarte Pflänzchen Hoffnung und sehen z.B. den DAX bald steigen. Zu diesem Zeitpunkt haben beide Parteien eine Pattsituation. Das war Ende letzten Jahres so, als der DAX noch bei 5500 Punkten notierte.

Nun muss jede Partei antizipieren, wie es am Markt weitergeht. In welche Richtung wird die Mehrheit der Aktionäre tendieren. Dieser Gedankengang muss vorweggenommen werden. Davon hängt es ab, wie sich der Anleger positionieren muss, denn an der Börse gilt die Meinung der Mehrheit, nicht die Meinung des Einzelnen. Wenn alle Aktien kaufen wollen, dann muss man long sein und umgekehrt. Diese Marktmeinung zu erahnen ist ein wesentlicher Antrieb am Finanzmarkt.

Dieses Vorwegnehmen ist natürlich mit Gefahren verbunden. Kauft ein Anleger Aktien, während die Kananonen donnern, dann kann es sein, dass der Kauf zu früh war und seine Positionen ausgebombt werden. Deshalb heisst es an der Börse, der Anleger soll nicht in das fallende Messer (fallende Kurse) greifen. Auf der anderen Seite sind die Verkäufer, die in Panik geraten sind, weil eben alles um sie herum donnert, bereit, Aktien günstig abzugeben. In diesem Moment verkaufen die zittrigen Hände an die starken.

Als soll man doch kaufen, wenn die Kanonen donnern? Die Frage kann gar nicht beantworet werden. Sie ist nur von dem Trader, Händler, Anleger und Investor zu beantworten. Jeder handelt für sich. Denn wie man es macht, eine Garantie auf Erfolg gibt es an der Börse nicht. Ob eine Handlung richtig war oder nicht, erkennt man an der Börse immer erst im Nachhinein.

Wenn die Anlegergemeinde sieht, daß sich ein Trend gerade gebildet hat, weil die Kritereien dafür eingetreten sind, dann stellt sich das Problem für die Trader, ob man noch sofort auf den Zug aufspringen soll? Oder ist es bereits zu spät für einen Einstieg? Dieses Dilemma ist gar nicht so einfach zu lösen. Jetzt, wo ein neues Hoch erklommen ist, ist der DAX auch schon weit von seinem Tief aus gelaufen. Also erst auf einen Rücksetzer warten?

Das wäre der richtige Weg. Bei einem Rücksetzer fällt der Basiwert näher zurück an das letzte Tief. Somit ist bei einem Neueinstieg das Stopplevel nicht mehr so weit weg und das Chance Risiko Verhältnis für den Trader günstiger. Was in der Sache richtig ist, muss an der Börse nicht immer funktionieren. Im DAX sah das dann so aus, dass der Index gar nicht mehr gefallen ist.

Während beim Beginn des Trends die Anleger versucht haben den Anfang dieser Aufwärtsbewegung zu treffen, gilt dies für die kommende Korrektur ebenfalls. Die Anleger versuchen sich nun für das Ende des Trends zu positionieren, noch bevor dieser eintritt. Hierfür werden Indikatoren zur Hand genommen, die, wenn sie überhitzte Werte anzeigen, eine Umkehr signailisieren. Auch hier gilt: Indikatoren können manchmal sehr lange eine Überhitzung anzeigen und trotzdem will der DAX nicht fallen.

Ein weiterer Weg, ein Ende des Trends zu erahnen, ist das berühmte Sentiment an den Börsen. Wieviel Prozent der Anleger sind bullish eingestellt und hoffen weiter auf steigende Kurse und wie viele setzen auf fallende? Hier gilt, wenn zu viele Marktteilnehmer bullisch sind, dann haben diese bereits Wertpapiere gekauft und warten, dass andere Marktteilnehmer ebenfalls kaufen, damit die Kurse weiter steigen. Wie bei den Indikatoren gibt es auch keinen direkten zeitlichen Zusammenhang, dass eine Korrektur einsetzt, nur weil das Sentiment in eine Richtung tendiert.

Wie gesagt, einen Vorteil an den Börse zu erhaschen, ist nicht so leicht. Es gibt viele weitere Wege, um sich als Trader in eine bessere Ausgangslage zu bringen, manche kaufen die bessere Analyse Software, andere kaufen sich Echtzeitnachrichten und noch weitere versuchen einen Blick in die Orderbücher zu werfen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, um auf die Gewinnerstrasse zu gelangen. Und doch ist es unsicher, wie der Markt eine Nachricht deuteten wird, wie eine Orderbuchlage interpretiert wird und wo die Chartlinien gezogen werden, damit sie auch halten werden.

Es geht bei dem Wettkampf Börse um das persönliche Bedürfnis, sich mit anderen messen zu wollen. Der wesentliche Antreiber ist das Bessersein als die Anderen. Wir würden sogar behaupten, dieser Punkt ist wichtiger als der finanzielle Gewinn. Ist man nämlich besser, kommt der Gewinn von selbst.

Der Reiz der Börse besteht darin, dass die Marktteilneher versuchen, jeder für sich und jeder mit seinen Mitteln, einen Weg zu finden, um cleverer zu sein als die Gegenspieler. Bei diesem Wettbewerb ist der Weg das Ziel.

Viel Erfolg!

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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