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Die Märkte wollen psychologisch wichtige Marken sehen. Der DAX wird geradezu in Richtung 7000 Punkte gepeitscht. Sein Gegenstück ist der Dowjones Index, dieser erklimmt zeitgleich die 13.000 Punkte. Vor knapp sechs Monaten sah man den Beginn dieser fulminanten Rallye an den Aktienmärkten. Nur einer kann die Geschwindigkeit der Börsenindizes nicht mitgehen, das ist der Goldpreis, wie die folgende Grafik zeigt.

So langsam wird es unheimlich. Immer nur steigende Kurse machen ungläubig. Wer soll noch auf diesem Niveau Aktien erwerben, könnten die Investoren fragen? Scheinbar sind es noch genug Anleger, die kaufen wollen, denn die Märkte kennen keinen Rücksetzer. Es ist wie bei einem Kartenspiel. Derjenige, der die höchste Karte "AS" immer wieder aus der Tasche zaubert, der macht sich unglaubwürdig. 

Das ist mit der Befeuerung der Märkte mit frischem Geld zu vergleichen. Es sind die Zentralbanken, die die Aktienmärkte mit immer neuen "ASSEN im Ärmel" versorgen. Das Ende ist vorherzusehen. Niemand möchte mit jemandem spielen, der immer die (Markt-) Spielregeln verletzt. Das machen die Zentralbanken aber.

Der Anstieg der Aktienkurse beruht auf der Flutung der Märkte mit Zentralbankgeld. Obwohl die Aktienkurse der Unternehmen ansteigen, verliert der Kurszuwachs an Wert. Damit ist gemeint, dass ein Aktienkurs, der steigt, weil Investoren einem Unternehmen Potential zutrauen, weil z.B. die AG in neue Märkte investiert oder weil in der Zukunft bessere Unternehmensergebnisse erwartet werden viel  aussagekräftiger ist, als ein Steigen der Aktienkurse, weil zuviel Geld "herumliegt" und irgendwo investiert werden muss.

Anhang der folgenden Benchmark Grafik kann man erkenn, dass sich die Märkte seit September 2011 im Vorwärtsgang befinden. Der Grund: es liegt "zuviel" Geld herum.

 

In der Grafik führt unangefochten der deutsche Aktienindex DAX. Dieser hat in den letzten sechs Monaten um über 24% zugelegt. Zweiter in der Übersicht ist der amerikanische Technologieindex Nasdaq100 mit über 20% Kurszuwachs. An dritter Stelle folgt der Dowjones Index mit 16%.

In Punkten ausgedrückt führten die Anstiege die Indizes beim DAX an die 7000er Marke, beim Nasdaq100 an die 2600er und den Dowjones an die 13000er Punkte Marke. Das ist insofern imposant, wenn man sich ansieht, wo die Startpunkte für diese Rallye gelegen haben. Der DAX ist bei 5500 Punkten gestartet, der Nasdaq100 Index bei 2050 Punkten und der Dowjones Index bei10900 Punkten.

Auffallend abgeschlagen ist die gelbe Linie. Gelb steht hier für den Goldpreis. Dieser konnte sich in den letzten Monaten nicht vom Fleck lösen. Will man es ganz genau ausdrücken, so notiert der Goldpreis knapp 6% im Minus im Vergleich zu den genannten Aktienindizes. Ausgehend von 1837$/uz im August letzten Jahres fiel der Preis auf nun 1734$/uz am heutigen Nachmittag.

Der Goldpreis hat sich also schwächer entwickelt als der Aktienmarkt. Warum ist das so? Der Goldpreis ist der Gegenspieler der mit gezinkten Karten spielenden Zentralbanken. Können die Zentralbanken den Schein wahren, alles sei im Finanzsystem in größter Ordnung, dann verliert der Goldpreis als Investment an Attraktivität. Diese Konstellation verhält sich umgekehrt, wenn das Vertrauen der Anleger in die Arbeit der Zentralbanken schwindet.

An der Börse steigen die Kurse immer so lange, so lange es noch Käufer gibt, die sich für ein Aktieninvestment begeistern können. Fehlen neue Käufer, da die Mehrheit bereits investiert ist, dann kann die Stimmung schnell umschlagen. Diese Gefahr besteht derzeit. Mit dem Erreichen der psychologisch runden Kursmarken, 7000 im DAX und 13000 im Dowjones, könnte fürs Erste genug an den Börsen gefeiert worden sein.

Danach muss neu bewertet werden, ob die Kurse nicht noch weiter ansteigen werden, denn die EZB hat schon für Ende Februar den Banken erneut frisches Geld versprochen. Die amerikanische FED will unter allen Umständen die Märkte weiter unterstützen. Zusätzlich ist es ein Wahljahr in den USA. Da dürfen die Kurse gar nicht erst nachgeben.

Es wird davon abhängen, wie lange sich die Zentralbanken als ehrliche Spieler am Spieltisch ausgeben können. Sollten Zweifel an deren Seriosität auftreten bzw. die Zentralbanken mit gefälschten Karten spielen, dann werden die Marktteilnehmer schnell feststellen, dass sie veräppelt worden sind. 

Die Kursanstiege beruhen nicht auf einem Fundament. Das wurde oft geschrieben und unterstrichen. Mit Geld lässt sich kein Problem lösen, wie man an der Eurokrise verfolgen kann. Auch für die Aktienmärkte gilt: Ein Gewinn ist erst ein Gewinn, wenn Sie Ihre Anteile verkauft haben.

Nutzen Sie die Gelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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