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In Griechenland ist wieder einmal ein Sparpaket beschlossen worden. Danach kam es zu schweren Ausschreitungen in der griechischen Hauptstadt. Sieht man sich die schlimmen Bilder aus Athen an, dann drängt sich die Frage auf, wer eigentlich wen regiert? Darf die Politik über die Köpfe der Bürger entscheiden und Unmögliches verlangen? Oder sind die Bürger die bestimmende Kraft in einem Land, zu dessen wohl die Politik handeln und entscheiden muss. In Griechenland tobt der Machtkampf: Wer regiert eigentlich wen?

 

Griechenland gilt als der Ursprung der Demokratie. Menschen sollen sich einbringen und an ihrer Zukunft mitbestimmen können. Genau das fehlt in Griechenland gänzlich. Nicht nur über die Köpfe der griechischen Bürger hinweg wird entschieden, nein auch über die Köpfe der griechischen Politiker. Denn sie sind nicht mehr als Puppen in einem schlechten Schauspiel.

 

Griechenland ist kein autarkes Land mehr. Es wird von der europäischen Union gelenkt und mit Drohungen gefügig gemacht: „Entweder Ihr folgt unseren Spardiktaten oder Ihr bekommt kein Geld mehr“. Noch und hier muss man das Wort „noch“ betonen, scheint diese Drohung in einer Art zu wirken, möglicherweise aber nicht mehr lange.

 

Die Griechen wollen mit der EU nichts mehr zu tun haben. Es ist nur noch die griechische Politik die sich von Brüssel kommandieren lässt. Möglicherweise liegt das an dem Stand, an der Stellung. Als Politiker hat man es zu etwas gebracht und will diesen Status nicht aufgeben. Also ist man gefügig gegenüber dem Geldgeber und hart gegen das eigene Volk.

 

Das griechische Volk hat bereits erkannt, dass all diese Sparmaßnahmen nicht zum Wohle der Bevölkerung sind und begehrt auf. Sie sind gegen die eigenen Politiker und auch gegen die fremde Einmischung aus Europa. Die Griechen sehen sich an ihre Grenzen gekommen und wollen einen Schlussstrich. Sie wollen ein Ende des Diktates aus Europa.

 

Viele Griechen sehen das Land mit einem Staatsbankrott besser dastehen, als wenn sie sich immer weiter aus Brüssel knechten lassen. Ein Staatsbankrott ist nämlich für die Bevölkerung eine Option. Für die Politik, die die eigenen Interessen und die der Finanzindustrie vertritt, aber nicht. Wie lange kann die Politik diese Option ignorieren?

 

Geht eine Demokratie nicht vom Volke aus? Wird eine Änderung nicht von den Menschen und Bürgern begonnen und von der Politik umgesetzt, die ja bekanntlich die Interessen des Volkes vertreten soll? All das wird in Griechenland, aber leider auch in Europa, schmerzhaft vermisst. Die Politik entscheidet über Rettungsmilliarden und Sparpakte und die Bürger bekommen nur die Quittung.

 

So kann man den griechischen Frühling als einen Kampf um wieder mehr Volkes Wille verstehen. Das Volk zeigt womit es nicht einverstanden ist. Wenn diese Volksstimme lauter wird, dann wird den griechischen Politikern nichts anderes übrig bleiben, als auf deren Forderungen einzugehen.

 

Somit kann Griechenland erneut als ein Ursprung der Demokratie vorangehen, indem sie es schafft, der Politik zu demonstrieren, dass es deren Aufgabe ist, dem Volk zu dienen und sich zu seinem Wohl zu engagieren. Wenn Griechenland es schafft, diese Wendung in der Politik einzuleiten, dann hat das Volk den aktuellen Machtkampf gewonnen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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