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Verrückt, wie die Börsenaussage aus dem Titel heute wirken muss. Man hat es so gelernt, man hat es gesehen. An der Börse steigen die Kurse und fallen daraufhin. Das sind die Wechselspiele von Käufern und Verkäufern. So soll die Börse funktionieren. Heute muss man an dieser Weisheit zweifeln. Seit Jahresbeginn ist die Börse eine Einbahnstraße; nein, sie ist sogar eine Autobahn, denn sie steigt sehr schnell.

 

Wie erklärt man einem börsenfremden Menschen, was in den letzten Wochen an der Börse vor sich ging? Die Kurse kennen nur eine Richtung, anstelle von Hochs und Tiefs, das wären zwei Richtungen. Normalerweise gibt es in den Kursverläufen Einstiegsmöglichkeiten, dann nämlich, wenn die Kurse in einem steigenden Markt für ein paar Tage fallen. Davon ist dieser Tage nichts zu sehen. Die Kurse fallen nicht.

 

Soll man einem Börsenneuling sagen, das, was er dieser Tage erleben kann, sei gar nicht die wirkliche Börse? Dieser würde den Kopf schütteln. Sie selbst müssten auch an Ihrer Aussage zweifeln, die Aktienkurse steigen, der DAX als Resultat ebenso. Es geht hoch und höher. Wie wollen Sie da ernsthaft von Hochs und Tiefs berichten? Wird Ihnen irgendwer noch Glauben schenken?

 

Den Anlegern ist der Grund eines Anstiegs egal. Die Kurse steigen. Entweder man ist dabei oder nicht. Sie reduzieren den Börsenhandel auf das Ergebnis. Doch Börse ist mehr, denn auch der Weg zum Ziel ist wichtig. Nur hören will das in solchen Phasen niemand. An der Börse sagt man auch, wer nicht hören will, muss fühlen. Im Nachgang, nachdem Kurse gefallen sind, wird sich der ganze Börsenverlauf relativieren, aber heute nicht.

 

Solange die Börse sich doch als Einbahnstraße gibt, solange die Zocker die Gewinner sind und die wirklichen Anleger die Begossenen, solange steigen die Kurse weiter. Wie lange noch und wie hoch, ist in diesem Tagen schwer abzuschätzen. Aber es gibt ein Licht am Ende des Tunnels.

 

Wenn die Mehrheit der Anlegerschar an ihrem Glauben zweifelt, weil die Börse eben keine Einbahnstraße ist, dann ist der Moment nicht mehr allzu weit, dass sich diese Verrücktheit am Markt mit einem Knall wieder normalisiert.

 

Jede Art von extremem Kursverhalten wird wieder ins rechte Lot gerückt. Was derzeit am Markt passiert, ist extrem. Ewig kann dieser Anstieg nicht dauern, nur wann die Korrektur einsetzt, ist sehr schwer zu prognostizieren. Aber der Markt ist bereits seit Tagen fällig.

 

Indikatoren sind bereits heiß gelaufen, Trends sind bereits sehr steil, die Stimmung ist überhitzt. Wer verliert als erster die Nerven? Das ist die wichtigste Frage für das jetzige Börsenumfeld. Wer beginnt als erster, seine Aktienpakete abzustoßen? Wer bringt den ersten Stein der Verkaufslawine ins Rollen?

 

Der Rest ist schnell erklärt. Gewinnmitnahmen setzen ein, Kurse fallen. Immer mehr Anleger realisieren ihre Gewinne. Nachdem die Kurse einige Tage gefallen sind, will die gierige Anlegerschar wieder in den Markt, doch die Verkäufe hören nicht auf, sie drücken die Preise tiefer. Zu sehr und zu extrem wurde der Markt in den letzten Wochen hoch gekauft. Es braucht Zeit, um die Überhitzung abzubauen. Mit jedem Tag, an dem die Käufer neue Schnäppchenpreise melden und damit zum Einstieg rufen, fällt der Markt noch tiefer.

 

Was als Einbahnstraße begonnen hat, endet dann auch als Einbahnstraße. Die Börse kennt eben nicht nur eine Richtung.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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