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Kennen Sie das Gefühl, dass Sie viel über verschiedene Themen hören und am Ende doch nichts wissen? Das ist so ähnlich wie bei einer Diskussionsrunde im Bundestag. Man hört einem Redner zu und meint, seinen Ausführungen zustimmen zu können. Doch kaum ist der nächste Politiker am Rednerpult, so sind auch seine Ausführungen sinnvoll und zu bestätigen. Ist die Diskussionsrunde abgeschlossen, sitzen Sie vor dem Fernseher, und wissen eigentlich genauso wenig wie vorher. Das ist nicht nur in der Politik so, sondern in vielen anderen Bereichen auch.

 

Ein treffendes Beispiel ist die Geburtenrate in Deutschland. Man hört und liest in einem Monat, Deutschland bekomme zu wenig Kinder. In allen Medien werden Schreckensaussichten gemalt, dass die Zukunft des Landes in Gefahr sei. Kaum sind ein paar Monate vergangen, kommt die nächste Ausarbeitung. Die Geburtenzahlen steigen, heißt es dann in Großbuchstaben. Wieder werden die neuen Zahlen vermarktet, diesmal mit schönen Babybildern und meist mit Politkern, die sich selbst auf die Schulter klopfen.

 

Zurück bleiben die Bürger, die sich nur verdutzt fragen können: Vor ein paar Monaten bekamen die Deutschen kaum noch Kinder, und jetzt herrscht auf einmal ein Babyboom? Da stimmt doch etwas nicht. Recht haben Sie. Sie werden niemanden finden, der auf die Frage „Haben wir in Deutschland einen Babyboom oder nicht“ eine Antwort geben kann.

 

Tatsächlich basieren die verschiedenen Meldungen nur auf statistischen Tricks. Nur so kann man aus der gleiche Sache zwei verschiedene machen, ohne das Original zu verändern. Es ist also Ansichtssache, welche Zahlen hergenommen werden. Letztendlich wird der Beobachter soweit in die Irre geführt, dass er am Ende gar nichts mehr weiß.

 

Die Themen, auf die sich die Beobachter keine objektive Meinung bilden können, sind vielfältig. Zum Beispiel die Arbeitslosenzahlen. Mal herrscht Boom, mal herrscht Flaute. Mal wird geklagt, es fehle an Fachkräften, oder es fehle an Auszubildenden. Scheinbar fehlt es dann in diesem Moment an allem. Kaum ist etwas Zeit vergangen, dann sinkt die Arbeitslosenrate. Es wird von einem Jobboom gesprochen, die Zahlen werden noch schöner geredet, als sie wohl sind. Verdutzt schaut der Bürger auf das Hin und Her.

 

Wieder weiß der Betrachter nicht, was es mit den Arbeitslosenzahlen auf sich hat. Ist alles rosig, oder doch nur schön gemalt? Die Antwort bleibt im Dunkeln. Denn keine der vorgewiesenen Zahlen sind miteinander vergleichbar.

 

Die Teuerungsrate, auch bekannt unter Inflationsrate, ist ebenfalls so ein Beispiel, bei dem eine neutrale Aussage unmöglich ist. Denn niemand ist im Stande klar zu sagen, wie sich die Preise in den letzten Jahren entwickelt haben. Die Kriterien, die zu einer Messung dieser Kennzahl führen, unterliegen ständigen Veränderungen. Das heißt, es werden nie Äpfel mit Äpfeln verglichen.

 

Jedes dieser obigen Themen wird ausgiebig in die eine oder andere Richtung in den Medien diskutiert, nur eine klare Aussage gibt es dazu nicht. Das unterstreicht, wie wenig es auf die wirkliche Zahl ankommt, sondern eben nur, wie diese vermarktet wird.

 

Im Wesentlichen ist das Durcheinander im Kopf gewollt. Wenn es alle paar Tage mal so oder mal anders heißt, wissen Sie am Ende gar nichts mehr. So soll es auch sein. Der klare Blick soll verloren gehen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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