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Was ist überhaupt ein CFD und wie funktioniert er, ist eine oft gestellte Frage im Börsenumfeld. Meist bekommt man darauf immer die gleichen Antworten. Das ist dann so, als ob ein Bank Azubi den Nennwert einer Aktie herunterbeten kann, aber vom Aktienhandel noch nie etwas gesehen hat. Dieser Artikel soll die Standardphrasen weglassen und einfach verständlich erklären, was es mit den CFD auf sich hat.

Zunächst ist CFD (Contract for Differences) ein Kunstprodukt. Es gibt keine Wertpapiernummer oder Sonstiges dafür. Während man am Aktienmarkt nur für den Geldbetrag handeln kann, für den man auch das entsprechende Geld hat, ist das bei CFDs anders. Da kommt die Hebelfunktion hinzu. Man kann mit zum Beispiel 1000 Euro handeln, aber mit einem Hebel von 10 dann 10000 Euro bewegen. Die Besonderheit dieser Möglichkeit ist, dass man mit wenig Geld mitmachen kann. Unserer Meinung nach ist die Hebelfunktion erfunden worden, damit mehr Leute an den Finanzmärkten mitspielen können. Die Eintrittsbarriere ist stark heruntergesetzt.

Den größten Vorteil des CFD Handels ist das Visualisieren direkt im Chart. Bei manchen Anbietern gibt es dafür kleine Dreiecke oder kleine Punkte. Wenn man eine Long Position eröffnet, dann erscheint das Dreieck mit Pfeil nach oben und wenn man sie wieder schließt, dann ein neues Dreieck mit Pfeil nach unten. Im Short Fall ist es dann umgekehrt.

 

Wie funktioniert das Ganze?

Man kann sich das ganz einfach vorstellen. Das CFD Tool zeigt einem sekündlich die Kurse von Basiswerten an. Zum Beispiel den vom DAX. Man kann verschiedene Chartformationen auswählen, man kann Linien und Trendkanäle dazumalen. Sogar Indikatoren können eingeblendet werden. Das alles soll es dem Trader einfach machen zu handeln.

Wenn der Trader auf einen steigenden DAX setzen möchte, dann eröffnet er direkt im Chart eine Position. Rechte Maustaste, kaufen auswählen, die Menge der Kontrakte (CFD) eingeben und los. Es müssen keine Wertpapiernummern herausgesucht werden. Es muss nicht geschaut werden, wie der aktuelle Preis des Scheins ist usw. Das macht das Handeln wesentlich einfacher. Sofort kann die Position dann mit einem SL Kurs versehen werden, damit im Verlustfall kein großer Schaden entsteht. Wer bereits weiß, bei welchem Punktestand er wieder aussteigen möchte, der kann auch das Take Profit Feld ausfüllen. Damit wird die Position automatisch verkauft, wenn der Zielpunktestand erreicht wird.

Das Ganze wird im Chart auch grafisch dargestellt. Für das Stopp-Loss Niveau erscheint eine rote Linie und für den Take-Profit eine grüne. So kann man genau sehen, auf welche Markierungen zu achten ist.

 

Wie ist das mit den Kosten?

Die Gebühren orientieren sich an dem angesetzten Hebel. Je höher der Hebel ist, desto höher ist der Anteil der Fremdfinanzierung. Das lässt sich der Anbieter natürlich auch gut bezahlen. Ist man aber nur für wenige Minuten und Stunden im Markt, dann ist das eine kleine Größe. Die Kosten sind im Verhältnis zur Orderaufgabe bei einer Bank oder einem Broker minimal. Das ist deshalb sinnvoll, da man öfter Handel (Kauf/Verkauf) treiben kann, ohne sich mit den Gebühren zu ruinieren. Das ist ein großes Plus.

 

Der Markt ist heiß umkämpft:

Nicht nur die großen Anbieter sind im Markt vertreten, auch viele kleine mischen im CFD Markt mit. Der Grund ist einfach. Es ist eine Geldmaschine für den Anbieter. Er verdient mit jeder Aktion, die der Trader ausführt. Für den Basiswert wird ein Ankaufs- und ein Verkaufskurs angegeben. Die Differenz (Spread) ist der Gewinn des Anbieters. Mit jedem Trade, den der Trader eingeht, ist für den Anbieter sein Geschäft bereits getan, denn die Kasse hat für ihn bereits geklingelt. Ob Sie später Ihre Position im Plus oder im Minus schließen, ist dem Anbieter egal. Denn jedes Geschäft wird gesichert. Der Anbieter geht kein Risiko ein. Wie die Absicherung im Detail abläuft, wurde im Artikel “Knock-Out Produkt – wie verdient der Emittent?” erklärt.

 

Zusammenfassung:

Das klingt alles ganz positiv. Die einfachere Nutzung im Vergleich zu Options- und Knock-Out-Scheinen macht das dicke Plus aus. Es gibt aber auch Nachteile.

 

DAX-Indikator:

Damit nicht gleich eine Euphorie ausbricht, kommen wir zu den Nachteilen. Denn bekanntlich gibt es keine Rosen ohne Dornen. Der Basiswert ist eine Indikation. Das heißt der DAX ist nicht exakt der Gleiche, wie er offiziell von der deutschen Börse ausgewiesen wird. In der Regel ist der Indikator nahe am Original, aber es kann halt auch abweichen. Das ist dann schmerzhaft, wenn der Trader ausgestoppt wird, obwohl der echte DAX diesen Wert nie erreicht hat. Da der Basiswert vom Anbieter angegeben wird, hat man als Nutzer keine Handhabe. Das passiert gelegentllich, und muss deshalb hier erwähnt werden.

 

Stopp Loss Ausführung:

Passend zu dem vorherigen Punkt muss man sich darüber sich bewusst werden, dass man als Nutzer von CFDs nie genau weiß, was der nächste Kurs macht. Wie erwähnt, der Anbieter macht den Kurs. Es gibt keine offizielle Stelle. Es kann also zu einem Sprung im Basiswert kommen und Ihr Position wird deutlich tiefer verkauft, als Sie es eigentlich beabsichtigt haben. Das man bei Stopp Loss Aufträgen zum nächstmöglichen Kurs verkauft, dass ist bei jedem Börsenhandel so. Nur hat man da eine amtliche Stelle, wohingehen bei CFDs diese offizielle Stelle fehlt.

 

Fehlen von Kursdaten:

Gelegentlich bekommt man keine Kursdaten zur Verfügung gestellt, das ist ärgerlich. Das muss man sich vorher vor Augen führen. Der Grund ist, sobald der Markt sich schnell verändert, schließen alle CFD Anbieter für wenige Sekunden die Tore. Sie können nämlich das Absicherungsgeschäft nicht zeitgleich eingehen. Wenn Sie in diesem Moment kaufen oder verkaufen möchten, ist das nicht möglich. Mit dem Stopp des Handels wird eine Beruhigung des Marktes abgewartet.

 

Sich der Risiken bewusst sein:

Das Hauptrisiko ist der Totalverlust, und der kommt schneller als man denkt. Durch die vereinfachte und günstige Ordererstellung kann man dauernd und jederzeit handeln und dadurch, wenn man nicht diszipliniert ist, sehr viel Geld verlieren. Die Hebelfunktion verleitet den Trader, anstatt konsequent nur eine Einheit zu handeln, gleich mehrere zu handeln. Damit hebelt man natürlich den Verlust, wenn es nicht so läuft wie geplant. Ist man einmal auf der schiefen Bahn, dann häufen sich die Verluste schneller, als dem Trader lieb ist. Da muss man besonders aufpassen.

Wer nicht weiß, was er tut, lässt am besten die Finger von den CFDs. Wer sich heranwagen will, kann mit einem Demokonto beginnen, fast alle Anbieter bieten eines an. Im Demokonto bekommt der Interessent alle Funktionen geboten, wie er sie auch im Livekonto nutzen könnte. Mit dem Demokonto handelt man natürlich ohne echtes Geld.

 

Letzte Anmerkung: 

CFDs sind eine weitere Möglichkeit, an den Kursbewegungen an den Finanzplätzen zu partizipieren. Sie sind nicht der Weisheit letzter Schuss und so muss man auch an diese Sache herangehen. Man kann es nutzen oder auch am Altbewährten festhalten. Das Wichtigste für einen Trader ist erst einmal das hier zusammengefasste Wissen, was ihn genau erwartet und wie die Funktionsweise von CFDs überhaupt ist. Dann kann man nach Gusto agieren.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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