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Der DAX hat heute eine Abkühlung erhalten. Nachdem der Markt für lange Zeit nur eine Richtung kannte wurde dieser Abverkauf als ein erster Schritt in Richtung Normalität gewertet. Noch am Morgen ging es wieder nach oben, so daß nicht wenige Anleger annahmen, die Börsenparty ginge weiter. Mit einem Fehlausbruch kurz vor Eröffnung des US-Marktes wurde der Abverkauf begonnen. Der DAX schloss nahe Tagestief.

 

Noch am Morgen wurden Arbeitslosenzahlen aus Deutschland gemeldet. Diese stiegen auf 3,082 Millionen von 2,780 Millionen im Dezember. Einige Medien sprachen von einem robusten Arbeitsmarkt, andere von glänzenden Zahlen trotz schwächelnder Konjunktur. Beides ist nicht nachzuvollziehen. Die Arbeitslosenzahlen geben die tatsächliche Lage am Arbeitsmarkt nicht wieder und doch konnte der Anstieg der Arbeitslosen im Januar die Stimmung in Frankfurt nicht bremsen.

 

Jedenfalls nicht am Vormittag. Am Mittag war man mit den Verhandlungen auf dem EU-Gipfel scheinbar zufrieden. Niemand fragte genau nach, was da in Brüssel so passierte. Man ließ sich als Anleger von den „Ergebnissen“ berieseln, die zwar eine Einigkeit in Europa demonstrieren, doch auch kein vereintes Europa wiedergeben. Nicht alle Staaten sind mit den Beschlüssen einverstanden.

 

Beschlossen wurde eine vorzeitige Einführung des permanenten Rettungsschirms ESM im Juli dieses Jahres. Das ist ein Jahr früher, als man zunächst den Märkten und den europäischen Bürgern versprochen hatte. Die Medien hätten hier konkret nachfragen können, wie man sich auf die Zusagen und Ergebnisse eines Gipfels verlassen kann, wenn es am Ende doch anders kommt als zugesagt.

 

Die vorzeitige Einführung des Rettungsschirms wird hingenommen und in manchen Artikeln als Erfolg verkauft. Der ist sie aber ganz und gar nicht. Die Frage ist berechtigt: Warum zieht man die Einführung um ein ganzes Jahr vor? Die Antwort wäre unschön: die Lage in Europa ist desolat. Es konnte nicht länger gewartet werden. Leider hat kein Reporter diese Frage an die Verantwortlichen gestellt.

 

Bis dahin hielt es den DAX in schwindelnder Höhe, nämlich schon wieder über der 6500 Punkte Marke. Doch so richtig an einen weiteren Anstieg glauben die Anleger auch nicht mehr. Denn es fehlten Anschlusskäufe. In einer Range von 15 Punkten wurde stundenlang Langeweile geschoben, bis dann am Nachmittag der oben erwähnte Fehlausbruch viele Käufer in den Markt lockte (Trendhandel). Der Anstieg wurde abverkauft.

 

Am Nachmittag melden die USA dann auch noch schlechte Konjunkturdaten. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex und auch das Verbrauchervertrauen enttäuschten. Besonders beim Verbrauchervertrauen muss man sich als Anleger wundern. Das Land Nordamerika siecht dahin, immer mehr Bürger verarmen und man wartet immer noch auf glänzende Zahlen zum Verbrauchervertrauen.

 

Man hat in den USA noch immer nicht eingesehen, dass die Zeit der fortwährend ausgebenden Konsumgesellschaft bereits beendet ist. Man braucht deshalb nicht mehr auf die Verbraucher zu hoffen, die die Wirtschaftsleistung des Landes durch Einkäufe auf Kredit anschieben. Es braucht wohl noch ein wenig Zeit, bis die größte Volkswirtschaft der Erde sich diese Tatsache eingesteht.

 

Die Anleger warteten auf die US-Eröffnung, die in den ersten Minuten noch mal einen steigenden Markt antäuschte und dann begann, schnell abzutauchen. Das war recht imposant, da der Absturz wie ein Strich vonstatten ging und der DAX dies auch kopierte. Anleger begannen schnell Gewinne mitzunehmen, die sie bereits eingefahren hatten. Der Rest ging dann wie von selbst, der Markt fiel, die Aktionäre verkauften, der Markt fiel weiter, noch mehr Börsianer verkauften. Am Ende schloss der DAX nahe Tagestief.

 

Für die kommenden Tage hat sich der Bereich über 6500 Punkte als äußerst steinig erwiesen. Mit dem kleinen Abverkauf von heute, ohne eine Erholung zum Handelsende, zeigen sich weitere Ermüdungserscheinungen im deutschen Leitindex. Die gab es bereits einige Tage zuvor, doch immer wieder konnte der Index eine Phase von einsetzenden Gewinnmitnahmen abwenden.

 

Die Lage zeigt sich nun wie folgt: Die Verkäufer sollten kurzfristig eher Interesse haben, ihre Gewinne zu sichern und Aktien zu verkaufen, als neue Investments einzugehen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

 

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