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Puuuh…die Börsenbullen treiben den deutsche Leitindex DAX ordentlich vor sich her. Seit Beginn des Jahres galoppiert der Index Richtung Norden und walzt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Das ist Börse vom Feinsten für diejenigen, die auf steigende Kurse gesetzt haben, für die anderen bleibt das mulmige Gefühl zurück. Woher nimmt der Börsenbulle diese Kraft?

 

Nachdem das Börsenjahr 2011 mit -15% Verlust klar an die Bären gegangen war, musste jetzt die Käuferseite etwas bieten. Zeit zum Krafttanken hatten die Bullen genug. Der Startschuss fiel dann zu Beginn des Jahres bei 5900 Punkten. Warm gelaufen waren die DAX-Bullen bereits zwei Handelstage zuvor. Man musste sich für das neue Jahr eben in Position bringen, das versteht sich. Das Warmlaufen begann bei 5775 Punkten.

 

Scheinbar hat das Trainingslager über den Jahreswechsel den Bullen sehr gut getan. Mit stolzer Brust treten sie jetzt auf. Sie lassen sich nicht von irgendwelches Krisengerede durcheinander bringen. Sie wollen es wissen, so auch die letzten Tage. Der Widerstand bei 6250 Punkte wurde nicht nur genommen, nein, sogar übersprungen. Man sagt den Bullen zwar keine Sprungfähigkeit zu, doch übersprungen ist hier der richtige Begriff.

 

Und es ging gleich weiter. Schnaufend machen die Börsenbullen sich an die Marke 6400 Punkte, welche sie heute im Tagesverlauf bis auf einen halben Punkt auch erreichten.

 

Von den Bären ist weit und breit nichts zu sehen. Irritiert von soviel Bullenpower sitzen sie in ihren Höhlen und überlegen, warum das ganze negative Umfeld der Börsen von den Bullen ignoriert wird.

 

Folgende Fragen stellen sich die Bären, der Markt antwortet aus Sicht der Bullen:

 

Bären: Was ist mit der drohenden Pleite Griechenlands, interessiert das niemanden?

Bullen: Kalter Kaffee, dass Griechenland Pleite ist, weiß bereits jeder, der es hören will.

 

Bären: Was ist mit der Abstufung von den neu Eurostaaten?

Bullen: Hatte man bereits erwartet. Bei Frankreich wurde sogar Anfang August ein Probelauf gestartet um zu sehen, wie die Märkte reagieren. Also immer die Füße still halten.

 

Bären: Was ist mit dem Verlust der AAA Bonität des Euro-Rettungsfonds?

Bullen: Damit hat man gerechnet. Wenn Frankreich und Österreich ihre Topbonität verlieren, ist das eine normale Konsequenz.

 

Bären: Was ist mit den geringeren Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft?

Bullen: Papperlapapp, jeden Tag hört man etwas anderes. Man weiß gar nicht mehr, wem man glauben soll. Jede Organisation hat ihre eigene Interpretation der Lage. Es zählt nur das hier und jetzt.

 

Bären: Es droht wohl eine oder mehrere Staatspleiten. Ist die Schuldenkrise etwa vorüber?

Bullen: Nein, aber die Käufer haben genug über Schuldenkrise gehört. Das ist nun Teil der täglichen Börsenrunde, niemand hört wirklich zu.

 

Soweit die aktuelle Lage.

 

Die Bären bleiben verwundert zurück, während die Bullen bereits weitergaloppiert sind. Die Ziele der Bullen sind hoch und der Weg noch weit. Deshalb wird keine Zeit für irgendwelche GAP-Schließungen (Schließung einer Kurslücke) verschwendet, kein technischer Rücklauf wird mehr vollständig (Kissback) ausgeführt. Dafür fehlt den Bullen einfach die Zeit.

 

Sie orientieren sich bereits an höheren Kursen als die in Sichtweite liegenden 6400 Punkte. Der DAX soll noch weiter gehievt werden. Die Bullen wollen mehr und solange sie diese wütende Entschlossenheit an den Tag legen, sollte sich ihnen niemand in den Weg stellen.

 

Eine Erklärung für die Börsenbegriffe Bulle & Bär finden Sie: hier.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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