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Manchmal führt die Börse die Anleger an der Nase herum. Der DAX steigt, obwohl er fallen sollte. Alle Puzzleteile ergeben einen fallenden DAX. Die Charttechnik, die Abkühlung der Konjunktur, die geringer werdenden Wachstumsraten der Unternehmen, und der Rückgang der Aufträge. Das spricht nicht für einen steigenden DAX und doch steigt er, warum?

 

Wer schon einmal solche Situationen mitgemacht hat, weiß wie es sich anfühlt. Alle Ihre Indikatoren sprechen für einen fallenden DAX. Sie wissen, dass der DAX fallen wird. Sie sind überzeugt, dass der DAX nur in einer technischen Korrektur unterwegs ist. Es sind wohl nur noch Tage, bis der Index wieder Fahrt nach unten aufnimmt, womöglich auf neue Jahrestiefs.

 

Eine Abstufung der Kreditwürdigkeit von neun europäischen Staaten hätte in der Vergangenheit den DAX um mehrere hundert Punkte fallen lassen. Aber dieser Tage passiert das Gegenteil. Die Anleger zucken nicht einmal mit der Wimper. Es lässt sie kalt, dass sogar der zweitwichtigste Retter der Eurozone, Frankreich, seine Topnote verliert. Soviel Widerstand der Investoren ist selten.

 

Es gibt Zeiten, an denen die Börse steigt, fast blind muss man sagen, ohne einen erkennbaren Grund. Die meisten Trader erwischen sich dabei, wie sie den DAX shorten. Sie kaufen und der Index steigt, sie kaufen nach und landen weiter im Minus. Sie fangen an zu  hoffen und der DAX kennt keine Gnade, er steigt unaufhörlich. Erst wenn der Verlust zu groß geworden ist, der Trader verkauft oder die Position ausgeknockt wird, ist die Spekulation auf fallende Kurse beendet.

 

Wie oft in der Vergangenheit geschehen, genau dann beginnt der Index zu fallen. Er fällt nicht nur, er stürzt ab. Die Strukturen ähneln einem Crash. Ende vergangenen Oktober war so eine Zeit. Jede Kursnotierung über der 6000 er Marke war ein klarer Short, so die einhellige Meinung unter den Tradern. Die Shortpositionen nahmen schnell zu.

 

Was bei 6000 Punkten ein klarer Short war, ist natürlich bei 6100 Punkte ein Muss. Wenn dann der Markt doch weiter steigt und die Marke von 6150 Punkten erreicht, dann wird schnell angenommen, dass der DAX niemals weiter steigen kann. Die zwei Handelstage 25.10/26.10 luden dann auch von der Seite der Charttechnik ein, den Markt zu shorten. Lange Dochte der beiden Tageskerzen zeigten Verkaufsinteresse der Marktteilnehmer auf diesem Niveau.

 

Es passierte, was an der Börse fast immer passiert: Der Markt macht nicht das, was der Börsianer von ihm erwartet. Auch Ende Oktober kämpfte sich der Index weiter hoch, entgegen aller Marktmeinungen und Analysen. Mit einem Sprung über das Shortniveau von 6150 waren alle Träume und Hoffnungen ausgeträumt. Die Shortposition war hinüber, die Verluste groß.

 

Der Trader war sich seiner Sache ganz sicher. Man kann sogar sagen berechtigt. Nur der Markt hat andere Akteure, die andere Interessen haben, die mit mehr Geld ausgestattet sind und mehr Möglichkeiten besitzen. Trotz anders lautender Erwartungen stieg der DAX Ende Oktober noch bis 6430 Punkte. Die Trader reagierten mit Unverständnis und scheuten sich, den Index weiter zu shorten.

 

Was dann geschah, ist allseits bekannt. Ausgehend von 6430 Punkten verlor der DAX in nur vier Wochen 1000 Punkte. Nur war jetzt kaum ein Trader mehr Short. Man hatte sich zuvor zu sehr die Finger verbrannt.

 

Solch eine Situation haben wir aktuell erneut beim DAX. Eigentlich ist ein Short wieder angebracht. Eigentlich kann man in einem größeren Bild annehmen, der DAX reagiert nur auf die stark fallenden Kurse von Anfang August. Er sollte also bald wieder fallen.

 

Der DAX steigt aber, entgegen der allgemeinen Erwartung. Der Index veräppelt wieder einmal die Trader und lässt deren Shorts ins Leere laufen. Erst wenn die Shorties aufgegeben haben, wird der Index fallen. Nur wann das ist, das hängt von der Blindheit der Marktteilnehemer ab.

 

Die aktuelle positive Lage im DAX trügt schon wieder.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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