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Bestimmt haben Sie schon einmal von einem ganz sicheren Tipp gehört. Das kann ein Ergebnis im Fußball sein, bei dem der Erste in der Tabelle gegen den Letzten spielt. Ihr Nachbar ist sich ganz sicher, dass die Favoriten gewinnen werden und würde sogar Haus und Hof verwetten, so sicher ist er sich seiner Sache. Das Gefühl, dass etwas ganz sicher geschehen wird, ist beim Handel von Wertpapieren gang und gäbe. Zum Beispiel, dass der DAX nicht weiter steigt oder die Commerzbank nicht tiefer fallen kann. Diese trügerische Sicherheit endet oftmals in Verlusten. Die Wahrheit ist: Es gibt kein „ganz sicher“.

 

Wer schon einmal eine Aktie nachgekauft hat und diese danach noch tiefer gefallen ist, weiß ganz genau, wovon dieser Artikel handelt. Besonders zu Zeiten als die Neuer-Markt-Blase geplatzt ist fielen die Kurse immer tiefer, und jedes Mal, wenn ein Aktionär das Gefühl hatte es geht nicht tiefer, bewies der Markt das Gegenteil.

 

Beispiele gibt es zuhauf: Aktien wie die Deutsche Telekom, die im Hoch über 100 Euro gekostet haben, fielen bis unter 10 Euro. Auf dem Weg dahin gab es immer wieder Anleger und auch viele Analysten, die einen Einstieg als lukrative Sache priesen. Bei Kursen von 60 Euro sollte man einsteigen hieß es, später bei 40 Euro und nachher bei 20 Euro. Die Aussage der Überzeugten war immer die Gleiche:  Tiefer geht es nicht.

 

An der Börse passieren zu jeder Zeit Dinge, die ein Anleger nicht für möglich halten mag. Wer diese Weisheit noch nicht begriffen hat, ist entweder falsch an der Börse oder aber er verbrennt noch Geld. Zu oft hat der Markt dem Anleger bewiesen, dass er Recht hat.

 

Jeder, der schon einmal gehandelt hat und den Markt auf Biegen und Brechen geshortet hat, obwohl dieser immer weiter gestiegen ist, der weiß genau, wovon die Rede ist. Es ist im Auge des Betrachters unmöglich, dass der DAX noch weiter steigt. Die Indikatoren sind auf Ausschlag, das Chartmuster kündigt schon seit Stunden eine Umkehr an und das Sentiment spricht ebenfalls für fallende Kurse. Nur der DAX hält sich nicht an die beste Analyse. Er steigt einfach weiter.

 

Der Trader ist außer sich. „Es geht nicht höher“, ist seine felsenfeste Meinung, „jetzt ist es genug“, sagt er sich. Nun kommt der Moment, an dem der Trader seine Verluste mit einem Schlag wett machen will, er setzt jetzt viel Kapital ein, weil er glaubt, höher geht es nicht.

 

Ein ähnlicher Fall ist beim Auslassen eines Stopp-Loss-Levels anzutreffen. Nehmen wir an, Sie haben eine Short Position eröffnet und warten nun, das der Markt fällt. Sie setzen keinen Stoppkurs, weil Sie sich sicher sind, dass Sie reagieren können, sollte sich der Markt in die falsche Richtung bewegen. Sie suggerieren Ihrem Gehirn, dass Sie die Zeit bekommen werden, für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Position in ins Minus läuft.

 

Es passiert womit „niemand“ rechnen konnte. Ein unverhofftes Ereignis, zum Beispiel eine starke Leitzinssenkung, oder ein kriegerisches Ereignis löst beim DAX eine starke Reaktion aus. In Sekunden steigt der DAX um 80 Punkte. Mit so einem Ausschlag haben Sie nicht gerechnet. Sie waren sich ganz sicher, dass erstens das Niveau Ihres Einstiegs genug Widerstand bieten wird und zweitens, dass Sie die Zeit bekommen würden zu reagieren. Beide Annahmen stellen sich als falsch heraus.

 

An der Börse ist Gefühl, dass etwas nicht passieren kann, zu jeder Zeit präsent. Es ist ein Art trügerische Sicherheit. Sie beeinflusst den Trader bestimmte Entscheidungen zu treffen, die mit einer scheinbaren Sicherheit untermauert sind, die es nicht gibt.

 

Genauso wie im Fußball der Tabellen Erste gelegentlich gegen den Tabellen Letzten verliert, so passieren unvorhergesehene Dinge beim Handel an den Aktienmärkten. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit, nicht Haus und Hof zu setzen, egal wie sicher Sie sich sein mögen. Es kann jederzeit anders kommen, als Sie denken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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