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Ein Sprichwort sagt: Ein Plan, den man zu Hause macht, wird auf dem Marktplatz nicht umzusetzen sein. Es drückt aus, dass ein Plan, den man im stillen Kämmerlein ausgearbeitet hat, am Markt auf Faktoren trifft, die anders sind als angenommen. Somit ist Ihr Plan zwar gut gemeint, aber in der Realität nutzlos. So ähnlich kann es heute der EZB gehen, wenn Staatsanleihen emittiert werden und der Plan der EZB scheitern wird.

 

Es ist nämlich so: Sie können Annahmen treffen, wie viel Geld Sie in der Summe ausgeben wollen. Wie viel Sie für bestimmte Produkte bereit sind zu zahlen. Dann fahren Sie zum Markt und bemerken, dass z.B. die Äpfel teurer geworden sind und Sie keine Alternative haben, als diese zu erwerben. Sie mussten also mehr ausgegeben, als Sie eigentlich wollten. Dann finden Sie vielleicht Obst, dass Sie liebend gern essen, das war gar nicht auf Ihrem Plan vermerkt, wenn aber das Produkt Ihrer Sehnsucht jetzt da ist, dann kaufen Sie es auch. Und wieder ist Geld ausgegeben, was Sie nicht eingeplant hatten. Es passieren im „echten“ Leben Dinge, die man nie zu 100% voraussehen kann.

 

Was ist nun der Plan der EZB? Die europäische Zentralbank hat den europäischen Banken kurz vor Weihnachten ein Geschenk gemacht und ihnen knapp 500 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 1% geliehen. Damit sollten sie Staatsanleihen von klammen Staaten erwerben und somit die Staaten stützen. Soweit der Plan.

 

Heute ist es soweit. Spanien und Italien geben neue Staatsanleihen heraus und wollen frisches Geld einnehmen. Werden die Investoren bereit sein, den beiden Schwergewichten auch Kapital zu leihen? Möglicherweise schon, mangels Alternativen, aber zu welchem Zinssatz? Sollten hohe Zinsen zwischen 6-7% verlangt werden, dann wäre das nicht der Erfolg, den die EZB beabsichtigt hatte.

 

Eigentlich sollten die Finanzinstitute untereinander konkurrieren und somit den Zinssatz auf ein erträgliches Niveau drücken. Das werden sie wohl nicht machen. Niemand will es riskieren, dass er auf ein lahmes Pferd wettet, bei dem am Ende der Wette das Geld verloren ist. Lieber parken die Banken ihr Geld bei der EZB. Der Versuch einer Stimulierung wird höchstwahrscheinlich scheitern.

 

Spanien und Italien werden nur gegen eine hohe Rendite frisches Geld bekommen. Ob das zu einer Entspannung der Schuldenkrise führen wird, ist fraglich. Mit immer neuen Sparprogrammen versuchen Madrid und Rom um Investoren zu werben. Nur erhört irgendjemand die Werbegesänge? Ganz deutlich hat man den Unterschied von Versprechung und Realität an Griechenland verfolgen können.

 

Es wurden oft hoch und heilig Sparmaßnahmen versprochen und am Ende nicht eingehalten. Ein Ertrinkender muss auch alles versprechen, damit er gerettet wird. Das ist ganz normal. So ist es auch in Griechenland, es braucht wieder Geld. Von einer Entspannung kann nicht die Rede sein. Zu keiner Zeit war das Land gerettet. Es wird solange seitens Europas und der EZB gestützt, solange es noch möglich ist, den Schein zu wahren.

 

Es ist heute auch nicht anders. Italien und Spanien werden Geld bekommen, wohl wissend, dass es für ein wenig mehr Zeit und Luft für die beiden Staaten reichen wird. Aber eine Rettung ist es nicht.

 

Um an unserem Beispiel vom Markt zu bleiben: Nicht immer muss man mehr ausgeben, als man geplant hatte. Es kann auch sein, dass Sie nicht das finden, was Sie eigentlich vorhatten zu erwerben, zum Beispiel Ihren Lieblingswein. Sie sagen: Der oder keiner. Wenn genau diese Sorte eben nicht verfügbar ist, dann kommen Sie mit leeren Händen nach Hause. Ihr Portemonnaie ist immer noch gefüllt, nur Ihr Weinregal jetzt leer. So hatten Sie den Ausflug auf den Markt nicht geplant.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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