Indikatoren-Trading

Die Börse beginnt das neue Jahr mit einem Kursfeuerwerk. Sofort startet der DAX seine Richtung nach Norden und lässt keinen Zweifel, wohin die Reise gehen soll. Noch zum Jahreswechsel hat die Kanzlerin Merkel vor einem schwierigen Jahr gewarnt, davon ist am Parkett aber nichts zu spüren. Der DAX schließt stark im Plus und der Grund ist nicht überraschend, sondern einfach nur menschlich.

 

Wenn Menschen Geld haben, dann kaufen sie ein. Und wann haben sie Geld? Eben, am Anfang des Monats. Wir haben gerade den ersten Handelstag des Jahres und der DAX steigt kraftvoll um 3%. Alle DAX-Werte notieren im Plus. Manch einer hat sein Weihnachtsgeld noch nicht ausgegeben und sah nun seine Einkaufsmöglichkeit gekommen, andere haben zum Jahresende noch ein Dankeschön erhalten. Auch das Geld will nun investiert werden.

 

Für die institutionellen Anleger beginnt ebenfalls ein neues Jahr. Sie können sich jetzt in ein frisches neues Jahr positionieren. Fonds können Aktien ins Depot holen, über deren Performance sie erst in drei Monaten, zum Ende des ersten Quartals Rechenschaft ablegen müssen. Banken haben auch ein pralles Weihnachtsgeschenk bekommen, dass sie nun ausgegeben können. Genau 523 europäische Banken bekamen kurz vor Weihnachten einen fast zinslosen Kredit von der EZB. Geld im Wert von 489,2 Milliarden Euro, dass sind eine halbe Billion Euro. Letztes Jahr wussten sie noch nicht wohin damit, aber jetzt scheint die Entscheidung gefallen zu sein. Mit soviel Geld kann man ordentlich Aktien erwerben, wie man an dem heutigen DAX Verlauf sehen kann.

 

Quelle: Deutsche Börse

 

Der Index eröffnete unverändert, stieg dann direkt an und notierte durchweg im Plus. Am Ende schloss der DAX auf Tageshoch. Langsam und stetig ist der Kursverlauf, was für einen kontinuierlichen Kapitalzufluss spricht. Investoren scheinen sich am Markt zu positionieren. 

 

Kaufen ist etwas Schönes. Und wenn Geld da ist, warum auch nicht. Die Anleger nutzen den Moment, jetzt wo sie Kapital haben, dieses auch auszugeben. Es ist wie bei „normalen“ Menschen auch. Am Anfang des Monats sitzt das Geld besonders locker. Was am Ende des Monats sein wird, interessiert erst einmal nicht. Das sollte es aber, wie die Vergangenheit zeigt.

 

Die Kauflaune der ersten Tage war meist nicht von langer Dauer. Im Jahre 2008 fiel der DAX direkt mit dem ersten Tag des neuen Jahres. Damals ausgehend von 8000 Punkten auf unter 6400 Punkte innerhalb weniger Wochen. Dieser Absturz war damals äußert schmerzhaft für die Anleger. 2009 hielt die positive Stimmung nur 3 Tage. Ab dem vierten Handelstag begann der DAX zu fallen. Von 5100 Punkten auf 3600 Punkte. Auch 2010 hielt sich die Euphorie nicht lange. Nach sechs Handelstagen war es soweit. Der DAX fiel unter den Jahreseröffnungskurs und dann noch tiefer. Ausgehend von 6090 Punkten auf 5440 Punkte.

 

Jetzt haben wir erst einmal das Jahr 2012. Für den Moment feiern die Anleger ein verlängertes Neujahrsfest. Die Stimmung ist entspannt und die Gemüter sorglos. Wir werden gemeinsam verfolgen können, ob der positive Start auch länger Bestand haben wird.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

 

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