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Verfolgt man die Krisennachrichten der letzten Zeit, dann fällt auf, dass die verschiedenen Staaten, welche von einer Pleite bedroht sind,  zu keiner Zeit gleichzeitig die Bühne der weltweiten Berichterstattung betreten. Es ist immer nur ein Land im Fokus der Berichterstattung. Dies erscheint etwas verwunderlich, doch es ist so. Alle anderen Nachrichten zu anderen Ländern werden in der Zeit ausgeblendet und man hört nur über die Probleme eines einzelnen Landes. Ist das so gewollt?

 

Wenn zum Beispiel, wie in den letzten Monaten geschehen, das Schuldenproblem Italiens beleuchtet wird, dann wird über Spanien über Griechenland und Portugal geschwiegen. Ist das absichtlich so? Denn tatsächlich ist in den Medien sofort Funkstille bezüglich weiterer Schuldnerstaaten, sobald ein Pleitestaat ins Rampenlicht gerückt ist.

 

In letzter Zeit las und hörte man nur über Italien. Italien hier, Italien dort. Aber auch die anderen Staaten mussten neue Schulden aufnehmen, auch andere Staaten mussten Zinssätze von über 7% für ihre Staatsanleihen bieten, um noch an frisches Geld zu kommen. Das sind für sich genommen wichtige Dinge, die aber in der Fokussierung der Medien vernachlässigt werden.

 

Warum wird das so gemacht? Haben die Medien Sorge, dass sobald über mehrere Krisenstaaten gleichzeitig berichtet wird, die Zuschauer verstehen werden, dass es an mehreren Orten brennt? Will man vermeiden, dass eine Einsicht einkehrt, dass die Krise immer größer wird und nicht kleiner? Es ist besonders auffällig, dass nur ein Land in der Berichterstattung erwähnt wird, alle anderen aber nicht.

 

Es wird mit der Wahrnehmung der Betrachter gespielt. Eine zeitliche Abhandlung der Krisenereignisse, bei der immer nur ein Hauptdarsteller existiert, suggeriert, dass die anderen zum einen keine Probleme mehr haben, oder diese so klein geworden sind, dass eine Berichterstattung sich nicht mehr lohnt. Es bleibt für den Betrachter nur der Blick auf den Hauptkrisenplatz und von dem gibt es eben nur einen.

 

Wenn also über Italien berichtet wird, dann immerzu, immer mehr und immer wieder, bis der Beobachter durch die Berichterstattung ermüdet. Irgendwann leidet die Wahrnehmung und man ist genug Krisenmeldungen über Italien gewöhnt, und dabei wird Griechenland, Portugal oder Spanien vergessen. Ist auch Italien durchgekaut, braucht der „Konsument“ einen neuen Reiz. Nachdem ein Land medial abgehandelt ist, folgt das nächste Land, bei dem die gleiche Prozedur angewandt wird.

 

Es ist wie bei einem Drehbuch. Die Geschichte ist bereits geschrieben. Nun wird sie Kapitel für Kapitel in Szene gesetzt. Immer wird die Einblendung so eingestreut, wie sie für den Ablauf bzw. die Aufmerksamkeit nötig ist. Man schob zunächst Irland vor, dieser Darsteller hielt sich aber nicht so lange im Rampenlicht, da zu klein und zu „artig“ für die Beobachter. Da lohnt es sich schon eher, die Handlung mit den „faulen“ Griechen weiterzuführen. Da kann man ordentlich projizieren und Ängste schüren, die man dann am Folgetag wieder widerlegt. Am Ende weiß der Beobachter wieder nicht, ob die Griechen selbst schuld sind oder nicht, doch die Medien haben ihre Aufgabe erfüllt. Sie sollten nach dem Drehbuch die Beobachter „beschäftigen“. Das haben sie getan.

 

Und während die Medien noch Griechenland ausschlachten, wird schon die Aufmerksamkeit auf Portugal und Spanien gelenkt. Der Spannungsbogen wird mit jedem Mal größer, wann denn nun ein Staat umfällt und einen Staatsbankrott  eingestehen muss. Es hieß immer wieder, Griechenland sei eine kleine Nummer, aber sobald Spanien und vor allem Italien in den Fokus der Märkte gelangen, dann wird es wirklich brenzlig. Nun ist Italien entlarvt, es hat immense Schulden von über 1,9 Billionen Euro, es ist also bereits brenzlig. Doch das Drehbuch sieht noch kein Umfallen einzelner Staaten vor, und so bleibt es beim alten Muster.

 

Die Menschen sollen nur langsam auf die Krise vorbereitet werden, ohne dabei einen Schreck zu kriegen. Es soll zu keiner Panik, zu keinem Bankenrun kommen. Daher hält man sich an die Anweisungen aus dem Drehbuch. Immer nur ein Land in den Fokus schieben, alle anderen ausblenden, dann schonend mit dem nächsten Land weitermachen.

 

Der Ablauf der Krise ist bereits geschrieben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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