Signalservice

Über den Börsenerfolg lässt sich streiten. Wo steigt man ein, wo wieder aus? Wo setzt man das Stopp-Loss-Limit und wo die Take-Profit-Zielmarke? Wie viel ist eigentlich genug Profit und wie hoch dürfen Verluste sein? Alles Fragen, die sich nicht mit einer einzigen Antwort beantworten lassen können. Es ist aber möglich, die verschiedenen Strategien zu hinterfragen.

 

Zur Diskussion anregen soll folgendes Beispiel: Ein Trader eröffnet eine Position mit den Worten „Ich geh jetzt Long, der Markt hat schon genug verloren, es müsste jetzt steigen. Und wenn es noch ein wenig fällt ist kein Problem, denn mein Knock-Out-Level ist mit 400 Punkten weit genug entfernt“. Das Knock-Out-Level ist in diesem Fall gleich bedeutend mit dem Stopp-Loss, dem Beenden des Trades zu verstehen.

 

Ist diese Vorgehensweise nun richtig oder falsch? Ist eine Tradingrange von 400 Punkten überhaupt sinnvoll? Wenn jemand dem DAX eine so große Spannweite zur Verfügung stellt, heißt es dann nicht eher, dass der Trader sich gar nicht so sicher über den weiteren Verlauf des Indexes ist? Tatsächlich soll der große Rahmen davor täuschen, dass man das kurzfristige Bild nicht ganz abschätzen kann. Der Trader nennt es dann positiv formuliert: „seiner Position Luft lassen, damit sie atmen kann“ oder „Platz lassen für das Marktrauschen“.

 

Es ist aber ein wesentlicher Unterschied, ob man einen Einstieg plant und der Tradingposition eine Toleranz unter 1% zugesteht, oder ob man mit einem Wert von >5% handelt. Das ist nämlich viel zu viel.

 

Eine Position muss sich auch rentieren, es kommt also nicht nur auf die richtige oder falsche Wahl der Richtung (hoch oder runter) an, sondern auch, ob am Ende etwas im Geldbeutel hängen bleibt. Das bedeutet, wenn der Trader 400 Punkte Toleranz lässt, dann stellt sich schnell die Frage: Wo soll der Gewinn herkommen? Denn wenn der Trader 400 Punkte Minus aushalten möchte, dann muss er seine Positionsgröße herunterfahren, wenn er das aber tut, dann partizipiert er im Erfolgsfall nur minimal am Gewinn.

 

Üblich ist es unter Tradern, dass man zwar 400 Punkte aushalten möchte, aber bei 40 Punkten im Plus die Tradingposition wieder schließt. Plus ist bekanntlich Plus und den Gewinn will man eintüten. Nur kommt dabei nicht viel heraus. Eine Untermalung des oben angeführten Beispieles mit Zahlen würde wie folgt aussehen: Sie riskieren anstatt 2000 Euro nur 100 Euro, trotz der 40 Punkte plus bleiben Ihnen vielleicht 15 Euro aus dem Trade. Das ist eine fiktiv angenommene Zahl, es geht um das Verständnis.

 

Will man mit einem Trade nur richtig liegen? Dann wäre die obige Strategie angemessen. Oder will man in einem angemessenen Verhältnis auch in die Pluszone gelangen? Der große Abstand wäre nur sinnvoll für besonders hohe Kapitaleinsätze, für die „normalen“ Trader trifft das nicht zu, da die meisten nur kleine Tradingkonten führen. Zurück zur eben aufgeworfenen Frage. Wenn man ein ordentliches Verhältnis zwischen der Gewinnmöglichkeit und des maximalen Verlustes erreichen will, dann muss man sich entscheiden.

 

Sie müssen eine Einstiegsmarke ausarbeiten, bei der Ihr Trade mit wenig Risiko und eben dem zugedachten Potential Chance hat, einen Gewinn abzuwerfen. Vorher macht ein Einstieg keinen Sinn. Es kommt auf Ihre Einstellung an, was Sie dem Markt zutrauen. Wenn Sie es nicht wissen, dann sollten Sie den Trade auch nicht eingehen.

 

Der Vorteil dieser Art der Herangehensweise ist, dass Sie den Stopp nicht so weit weg legen müssen (ca. 30-40 Punkte). Sie warten, bis der DAX in die Nähe Ihres Einstiegslevels kommt und steigen erst dann mit wenig Abstand zur Stopp-Loss-Marke ein. Wenn die Balance richtig ist, werden Sie im Erfolgsfall auch ein Plus mit nach Hause nehmen können, das Sie zufrieden stellt. Im negativen Fall haben Sie den Verlust nicht groß werden lassen und können mit einem neuen Trade erneut in den Markt gehen.

 

Wie zu Beginn des Artikels angedeutet, gibt es kein Allheilmittel an der Börse. Jeder Trader ist anders und kann auch verschiedene Strategien anwenden. Es kommt auf Ihre Einstellung an, wie Sie zu einem Trade stehen, was er Ihnen bringen soll und wie Sie ihn umsetzen möchten. Es muss Sinn machen, darauf will dieser Artikel hinaus.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

Share This