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Alle hängen nun an den Lippen der Notenbanker. Sie sollen Geld drucken und somit die Krise wegzaubern. Jetzt hat auch die deutsche Bundesbank ihre passive Haltung aufgegeben und sich zum Anwerfen der Druckerpresse bekannt. Jeder weiß, dass Probleme nicht weggedruckt werden können, doch in der Not klammern sich Bürger und Politik an den letzten Strohalm. Ein weiterer Beweis für die Hilflosigkeit, mit dieser Krise umzugehen.

Die Anleger sind heute erst mal enttäuscht. Am Dienstag Abend (13.12.2011) hat die amerikanische Notenbank eine Sitzung abgehalten und hat nicht das beschlossen, was die Börsianer hören wollten. Obwohl die FED die Leitzinsen bereits bei fast Null Prozent hat und diese vor Sommer 2013 nicht verändern wird, und obwohl sie Staatsanleihen monetisiert, indem sie Kurzläufer gegen Langläufer tauscht, reicht das alles den Anlegern nicht. Sie wollen noch mehr. Sie wollten ein Bekenntnis zu einer dritten Runde quantitativer Lockerung (QE3). Davon war von der FED aber nichts zu hören.

Denn noch eine neue Runde des extremen Gelddruckens bringt auch Risiken mit sich. Wenn sie alle Drucker der USA Dollarnoten drucken lassen würde, würde der Dollar in der gleichen Minute crashen und wäre dahin. Die FED muss also zusehen, dass die Flutung der Märkte in kleinen Schritten erfolgt, damit der kranke Patient nicht mit einer zu großen Dosis dahingerafft wird.

Geld drucken die Zentralbanken schon seit geraumer Zeit, alle Großen sind vertreten: wie die europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE), die Bank of Japan (BoJ), die Schweizer Notenbank (SNB) und eben die amerikanische FED. Die einzige Organisation, die sich offiziell noch gesträubt hat, auch Geld zu drucken, war die Bundesbank.

Das ist seit dem letzten EU-Gipfel Vergangenheit. Es wurde beschlossen, die  IWF-Mittel um 200 Milliarden Euro aufzustocken. Der deutsche Anteil beträgt 45 Milliarden Euro, den soll die Bundesbank beitragen. Der Grund für die deutsche Ablehnung ist die Verwendung des Geldes. Die EZB nutzt nämlich das frisch gedruckte Geld, um Staatsanleihen der Pleitestaaten zu kaufen (monetisieren). Das ist unrechtmäßig. Der Aufkauf von Staatsanleihen unter bestimmten Bedingungen ist nicht erlaubt. Die EZB macht es trotzdem.

Zurück zur Bundesbank:  Nun greift folgender Trick: die Bundesbank gibt das neu geschaffene Geld nicht der EZB, die es an die Pleitestaaten weiterreicht, sondern sie gibt es dem IWF. Wenn der IWF das Geld an die Pleitestaaten aushändigt, dann ist das ok, so die Meinung der Bundesbanker. Ein billiger Trick, mit dem versucht wird, das Gesicht zu wahren.

Gesagt getan, die offizielle Meldung ging dann am Freitag (09.12.2011) Vormittag raus:

Ein Bundesbanksprecher sagte am Freitag, die Bundesbank spreche mit der Bundesregierung über die Modalitäten. "Es ist aber wichtig, dass wir uns an die IWF-Regeln halten", sagte er. So müssten die Mittel an den IWF allgemein und nicht in ein spezielles Vehikel fließen, das zur Kreditvergabe an die Eurozone geschaffen worden sei.

Quelle: Dow Jones Deutschland

 

Sofort sprang der Euro an und stieg. Die Anleger an den Börsen waren auch berauscht von diesem Schritt und katapultierten den DAX nach oben. Die Druckerpresse wird nun auch in Deutschland angeworfen. Auffallend war wieder einmal, dass sobald die Indizes an schwierigen Chartmarken sind, eine plötzliche Meldung einer Zentralbank eine Euphorie Welle auslöst. Das erinnert an die überraschende Leitzinssenkung der EZB Anfang November (hier).

Mit dem Druck neuer Geldscheine, tatsächlich wird die Geldmenge durch Ausweitung erhöht, kann man kein Problem lösen. Die wahre Ursache für die aktuelle Krise ist, dass man mehr ausgegeben hatte, als man besaß. Man hat sich verschuldet. Genau da machen die Notenbanker und all diejenigen, die die Notenbanken dazu animieren, weiter. Es soll sich noch weiter verschuldet werden.

Solange niemand der Verantwortlichen begreift, dass Sparen die Lösung ist, wird die Krise weitergehen. Es ist Zeit für ein Umdenken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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