Indikatoren-Trading

Immer wieder fragen sich die Menschen, wer ist eigentlich der Markt? Wer sind die Märkte, die Unternehmen und Staaten abstrafen können. Die Politik umgarnt diese Macht und wirbt um ein Zeichen des "Vertrauens". Man will die Märkte besänftigten und bloß nicht in deren Fokus geraten. Die unsichtbaren Märkte, um die es geht, sind die Bürger selbst.

Der Markt ist die Summe der Gelder, die die Menschen den Finanzunternehmen geben. Der Bürger erarbeitet das Geld und gibt es in Form von Bankeinlagen, Fondsanteilen oder Versicherungen an Unternehmen weiter. Die Gelder liegen dann nicht im Tresor, sondern werden weiter investiert. So bekommt die Finanzindustrie zu viel Macht und bestimmt mit dem Geld der Bürger über Unternehmen, Staaten und am Ende über den Bürger. Das ist schizophren, aber die Wahrheit.

Die Märkte können nur Druck auf andere ausüben, wenn sie Geld haben. Versiegt der Geldfluss an Fondsgesellschaften, Banken & Finanzunternehmen im allgemeinen, dann verringert sich sofort deren Machtpotential. Warum bricht man nicht die Kette und zähmt das Finanzmonster? Weil alle Beteiligten einer Gesellschaft hungrig nach Rendite sind.

Die Bürger geben den Finanzunternehmen ihr Geld und verlangen: "vermehrt es". Wir selbst heizen also die Spekulation an, über die wir dann schimpfen. Die Verwerfungen an den Märkten, die oftmals nicht mehr nachvollziehbar sind, werden eben deshalb verursacht, weil unser Geld in den Markt strömt, um mit immer höheren Risiken mehr Rendite zu erwirtschaften.

Die Politik hat die Rahmenbedingungen geschaffen, damit das Finanzmonster so erstarken konnte. Sie hat sozusagen die Ketten entfernt. Nun ist die Macht in den Händen von wenigen Institutionen, die sie nun nicht mehr kontrollieren können. Die Märkte sind die Finanzinstitute, die mit Geldern ihrer Kunden Druck ausüben können. Die Summe macht es.

Fragt man sich, warum die Märkte so sind wie sie sind, dann liegt die Ursache in dem angelsächsische Prinzip, das aus England und Amerika stammt, nämlich aus Geld Geld zu machen. Zu Beginn der 80er Jahre haben Finanzjongleure die Idee gehabt, nicht mehr selbst zu arbeiten, sondern das Geld für sich arbeiten zu lassen. Nur wird dadurch nichts generiert. Es muss gearbeitet werden, es müssen sich die Hände schmutzig gemacht werden, um Werte zu erschaffen. Wenn ein Finanzjongleur clever ist und sein Geld vermehrt, dann verliert jemand anderes seinen Einsatz. Aus Geld kann man kein Geld machen, es wird immer jemand anderem weggenommen.

Die Gier der Menschen hat dazu beigetragen, dass aus einer kleinen Finanzindustrie, die eigentlich die überschaubare  Aufgabe hat, die Unternehmen mit Kapital zu versorgen und den Geldkreislauf in Form von Krediten und Einlagen aufrecht zu erhalten, ein mächtiges Monster geworden ist.

Ein Teil der Spekulation, die zu dem Durcheinander an den Märkten führt, ist die fortwährende Investition in steigende Märkte. Kurse sollen immer steigen. Dass das nicht geht, weiß der Anleger, aber trotzdem wird es erwartet. Ähnlich ist es beim Lottospielen, wo jeder Spieler eigentlich weiß, dass die Chance zu gewinnen fast unmöglich ist, aber man verschließt die Augen vor der Realität. Jede Woche rennen Millionen von Menschen an den Lottoschalter und hoffen auf den großen Gewinn.

Die Bürger, die ihr Geld Vermögensverwaltern, Banken, Fonds und Versicherungen überlassen haben, wollen die Aktienkurse steigen sehen und in der Folge auch die Rendite ihrer Anlagen. All diejenigen sind es, die die Spekulation anheizen, weil sie nach mehr gieren. Die Märkte leben davon, dass immer Geld nachkommt, das vermehrt werden will. Um dem Hunger der Anleger gerecht zu werden, werden entsprechend große Risiken eingegangen, die, wenn die Wette nicht aufgeht, in Verwerfungen am Markt enden.

So schließt sich der Kreislauf. Die Bürger geben den Unternehmen ihr erarbeitetes Geld und wollen Rendite sehen, dadurch haben die Unternehmen sehr viel Kapital und können sich in Entscheidungsfindungen einmischen. Sie haben eben die Macht, die sie durch die Summe der Bürger übertragen bekommen haben. Somit sind die Bürger die Märkte.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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