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Wieder steht ein EU-Gipfel vor der Tür. Heute und morgen wird wieder einmal versucht, eine Lösung der Schuldenproblematik zu erarbeiten und der Weltgemeinschaft zu präsentieren.  Dieses Treffen reiht sich in die vielen anderen ein, die es bisher gab und die zu keiner Zeit erfolgreich geendet haben. Warum sollte es diesmal anders sein, darf der Bürger getrost fragen. Vielleicht ist es diesmal tatsächlich anders, denn es ist wohl die letzte Chance, den Bürgern und den Märkten etwas Brauchbares zu präsentieren.

 

Es ist wie bei einer kranken Person. Je mehr sie mit Antibiotika behandelt wird, umso wirkungsloser wird jede weitere Dosis. So ist es auch in Europa. Ein Gipfel folgt dem nächsten und etwas Greifbares ist bisher nicht dabei. Wie lange kann man die Bürger hinhalten? Noch wichtiger wird die Reaktion der Märkte sein, wie lange werden diese bereit sein, die scheinbaren Ergebnisse zu tolerieren? Denn echte Ergebnisse sind bisher bei keinem EU-Gipfel herausgekommen.

 

Viel wurde über Rettungsfonds geredet, deren Volumen man erhöhen will, indem man diese aufstockt oder durch eine Hebelfunktion stärkt. Nur gebracht hat das bisher nichts. Viel wird über das Sparen geredet, dass die nationalen Haushalte sparen müssen, doch passiert ist auch nichts. Und viel wurde über Wachstum geredet, um aus der Krise heraus zu wachsen, doch gewachsen sind nur die Schulden. Die Wirtschaft in den einzelnen EU-Ländern schrumpft, teilweise drastisch. All das bisherige Gerede ist verklungen, sobald die Gipfel verstrichen sind.

 

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die bisherigen Treffen ergebnislos geendet haben. Dies wissen auch die Politiker, die jetzt wirklich mal Tacheles reden müssen. Was kann die EU, unter der Führung des Duos Merkel und Sarkozy, als Lösungsvorschlag präsentieren? Dabei ist die Stunde Null gekommen, es muss eine Lösung vorgestellt werden. Denn es wird der Politik nicht noch einmal diese Gelegenheit gegeben. Dieser Gipfel ist die letzte Chance, bei der Europa das Ruder herumreißen kann.

 

Letzte Chancen haben immer auch etwas Dramatisches. Die Beteiligten sind in einer fast ausweglosen Lage. Entweder es kommt bei dieser Sitzung etwas Greifbares heraus oder die Schuldenkrise in Europa geht in eine schmerzhafte Phase über. Es geht auf das Finale zu, bei dem es nichts zu gewinnen gibt, aber viel zu verlieren.

 

Womit kann man noch die Erwartungen an eine Lösung bedienen? Damit, die Rettungsfonds noch weiter zu hebeln, als man das bisher schon getan hat? Mehrere Rettungsfonds (EFSF und EMS) zusammenlegen und damit ein Zeichen setzen? Einen Rettungsfonds (EMS) mit einer Bankenlizenz versehen und sich damit direkt von der EZB mit Kapital versorgen, anstatt von den EU-Ländern? Oder wird die Lösung in einer Schuldenbremse gesehen, die Deutschland befürwortet?

 

Das alles klingt nicht so, als wären das brauchbare Lösungen. Auch keine, aus denen man ein Ende der Schuldenkrise ableiten könnte. Offen gesagt: Wenn das alles ist, was die Politik zu bieten hat, dann wird sie ihre letzte Chance zur Rettung Europas nicht nutzen können.

 

Wir bleiben bei unserer Meinung, an der wir während der gesamten bisherigen Zeit der Finanzkrise festgehalten haben. Es gibt schlichtweg keine Lösung. Die Staaten müssen sich gesund schrumpfen. Dieser Prozess geschieht automatisch und kann nicht durch die Politik abgewendet werden.

 

Die nächste Phase bringt Europa auf den Weg in die Depression.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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