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Was für einen fulminanten Aufstieg hat die Kanzlerin da hingelegt. Von Stuhlkleber zum Retter Europas – die Frau Merkel, die hat sich gemacht. Heute und morgen wird sie Europa retten, gemeinsam mit ihrem Kollegen Sarkozy schmückt sie fast alle Titelblätter und Schlagzeilen der Medien. Alle reden nur noch über die Kanzlerin, sie fürchten sich sogar ein wenig vor Mrs. No, weil sie gerne mal nein sagt, wenn ihr unpassende Vorschläge unterbreitet werden. Sie hat sich gemacht, wenn man bedenkt, wie sie sich in der Vergangenheit in der Innenpolitik bewegt hat.

 

Bei Frau Merkel dachte man noch vor wenigen Jahren an die stille Kanzlerin. Kein Signal der Machtdemonstration ging von ihr aus, kein Wort einer Schlichtung oder eine sonstige Handlung war zu sehen, wenn es darum ging, innerparteiliche Kämpfe zu unterbinden. Sie war die Kanzlerin, die die Probleme auszusitzen pflegte.

 

Man muss nur lang genug wegsehen, bis sich das Problem von selbst löst, war ihre Devise. Es ist wie bei der Kommunikation mit E-Mail. Oft angewandt ist die Taktik, nicht immer sofort antworten. Beachtet man die E-Mail nicht, dann findet sich meist eine Lösung von anderer Seite und man ist das Übel los. So hat es die Kanzlerin auch gehalten.

 

Dann kam die Finanzkrise über die Menschen, natürlich nicht durch Gott gesandt, sondern selbst verursacht, und die Kanzlerin blieb zunächst ihrer Rolle treu. Sie sagte erst einmal nichts dazu. Die Junckers und Barrosos sahen ihre  Zeit gekommen und machten sich wichtig. Sie dirigierten und empfahlen. Sie drohten und kündigten Strafen an.

 

Nur hinter Juncker steht das mickrige Liechtenstein und hinter Barroso das Pleiteland Portugal. Um es direkter auszudrücken: Niemand hat es interessiert, was die erfolglosen Beiden zu sagen hatten. Denn die Krise ging weiter und nichts geschah, es wurde nur schlimmer. So wanden sich die Märkte ab von den Laiendarstellern hin zu den Hauptakteuren der Euro Rettung, nämlich Merkel und Sarkozy.

 

Die Deutschen haben eine starke Wirtschaft und Geld. Sie sind die größten Einzahler in die Rettungsfonds, sie bürgen für das meiste Geld der Schulden anderer Nationen und sie sind der Star unter den europäischen Nationen. Nicht immer gewesen, aber jetzt geworden. Vom deutschen Michel zum internationalen Retter, so sieht man die Deutschen im Ausland. Die Deutschen bestimmen jetzt, was in Europa gemacht wird und was auf keinen Fall umgesetzt werden kann.

 

In Europa führt nun nichts mehr an den Deutschen vorbei und repräsentiert wird Deutschland von der Bundeskanzlerin Merkel. Plötzlich ist die so zurückhaltende Kanzlerin eine ganz andere. Ganz im Gewand großer Politiker balanciert sie durch die Schuldenkrise, immer mit dem deutschen Ziel im Fokus, sich nichts vormachen zu lassen.

 

Den Engländern in Form von Premier Cameron über den Mund gefahren, den Italiener Berlusconi abgesägt, den griechischen Staatschef Papandreou abgewählt, führt sie die Truppe derjenigen an, die ein starkes Europa und einen stabilen Euro wollen.

 

Frau Merkel hat eine wirklich beachtliche Entwicklung hingelegt. Wer hätte das vor ein paar Jahren noch gedacht, dass eine deutsche Kanzlerin die Rettung Europas bestimmen wird?

 

Auch Frau Merkel hat bisher kein Problem in der Schuldenkrise gelöst, aber sie hat die Macht und die Zügel in der Hand, Entscheidungen zu forcieren oder abzulehnen. Sie ist jetzt die starke Frau Europas, über die derzeit alle reden.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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