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Die Aktienmärkte spielen dieser Tage verrückt. Jeder kann scheinbar alles machen, was er will. Die Hedgefonds können den Markt shorten und böse in die Knie zwingen. Die normalen Fonds können kaufen, weil sie noch einen tollen Jahresabschluss erreichen wollen. Die Medien können eine Jahresendrallye ausrufen, damit auch der interessierte Bürger noch einsteigt. Manch einer nimmt sogar Gewinne mit und die Zentralbanken, was machen die? Die fluten die Märkte. Nur was macht der private Anleger inmitten dieses Irrsinns?

 

Eigentlich gehört der private Anleger derzeit nicht an die Börse. Es passieren zu viele Dinge, die weit außerhalb seines Horizonts sind. Der Privatanleger bewegt sich als kleines Licht inmitten der großen Spieler. Er ist zwar auch außerhalb der Krisenzeiten ein kleiner Spieler an der Börse, aber im Moment sind die Kontrahenten enorm viel stärker als er selbst.  Der kleine Anleger ist wirklich klein. Würde man die großen Spieler als Elefanten bezeichnen, dann wäre der Privatmann die berühmte Ameise. Das muss man sich bewusst machen, wenn man vorhat, in die heutige Börsenwelt einzutauchen.

 

Heute steigen Kurse, weil zum Beispiel der Hexensabbat naht. Das ist ein fester Termin, an dem  Optionen und Terminkontrakte auslaufen. An solchen Terminen macht der DAX was er will, nur nicht das, was der Privatanleger denkt oder sich erhofft. An solchen Terminen wird der DAX auf entsprechende Niveaus gehieft, an denen die großen Marktteilnehmer ein gutes Geschäft machen können. Wenn es darauf ankommt, machen die starken Jungs die Geschäfte unter sich aus. Nur so lässt sich die Kursbewegung des Indexes an solchen Tagen interpretieren. Die Kleinen sind Füllmaterial, manchmal bekommen sie einen kleines Stück vom Profit ab, aber oftmals gehen sie leer aus.

 

Wenn Quartalsende ist, machen die Kurse ähnlich unsinnige Bewegungen wie beim Hexensabbat. Der Grund für die außergewöhnlichen Bewegungen ist der Abschluss der Bücher. Die Fonds wollen sich gut in den Prospekten präsentieren, daher wird gekauft und herumgedoktort an den Kursen, bis am Ende ungefähr das herauskommt, was man gerne sehen möchte. Das heißt dann in der Fachsprache Windowdressing. Man verschönert das Quartalsende. Auf der Strecke bleibt der Privatanleger, der hat seine Anteile entweder vorher verkauft hat oder war aufgrund der vorliegenden Indizien short gegangen.

 

Eigentlich passive, aber besonders große Spieler sind die Zentralbanken. Diese greifen normalerweise nur selten in den Markt ein.  Aber was ist schon normal heute? Früher gab es regelmäßige Treffen, bei denen sie zusammenkamen und eine geldpolitische Entscheidung trafen. Da konnte man sich als Börsianer darauf vorbereiten und mit Spannung auf den Ausgang der Sitzung warten.

 

Aber heute? Heute lauern die Zentralbanken hinter jeder Börsentafel, springen auf und zeigen es den anderen Börsenspielern mal ordentlich, indem sie stimulierende Maßnahmen verkünden. Das ist nicht immer positiv, da an der Börse auch fallende Kurse gehandelt werden. Wirklich böse hat es die Short Investoren erwischt, als die Notenbanken Ende November unerwartet angekündigt haben, die Märkte in einer gemeinsamen Aktion fluten zu wollen. Der DAX schosss sofort 100 Punkte hoch, später 200, nachher 300 Punkte und mittendrin unsere Anleger.

 

Der Markt ist verrückt, so kann man es zusammenfassen. Es ist völlig irre, wie schnell und wie deutlich die Ausschläge geworden sind. Eine langfristige Investition ist deutlich schwerer geworden als früher. Man kann heute jederzeit überrascht werden, mit einer Meldung, die sowohl den DAX noch deutlicher steigen lassen kann oder den Index crashartig in die Tiefe reißt.

 

Die Börse handelt nicht mehr Aktien im übertragenden Sinne, sondern zittert vor dem Ende des Finanzsystems. Ein Ende von Währungen und eine Pleite von Staaten sind viel näher, als Unternehmen, dessen Aktien man handelt.

 

Es geht an der Börse auch gar nicht mehr um die dort gelisteten Unternehmen: Wann haben Sie eigentlich das letzte mal etwas über eine Aktiengesellschaft gehört? Hat ein Unternehmen eine neue Strategie präsentiert, an dessen Erfolg Sie partizipieren können? Konnten große DAX Unternehmen neue Kunden gewinnen und damit Umsatz und möglicherweise auch Gewinn steigern? Tatsächlich hört man nur, dass die Banken dauernd Geld brauchen, die Staaten hohe Zinsen für ihre Finanzierung zahlen müssen und viele weitere Dinge, die den Handelstag prägen.

 

Nein, die Börsenwelt läuft nicht rund. Der Privatanleger ist deutlich überfordert mit den Geschehnissen am Markt. Schon länger hat er den Überblick verloren und sieht sich inmitten wilder Spekulanten, bei der Investitionen mit Börsenanlage nichts mehr zu tun haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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