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Beim Verfassen des Artikels "Wirtschaftskrise: Die Illusion zerbricht" wären viele weitere Illusionen zu nennen gewesen, von denen jetzt einige in einem eigenen Artikel ihren Platz finden. Die Bürger sind seit langem nur noch Zuschauer einer Posse, die ihnen zwar nicht gefällt, aber gegen die sie nichts ausrichten können. Egal, welche Partei Sie wählen, getäuscht werden Sie trotzdem. Mit Verlauf der Finanzkrise sinkt erfreulicherweise die Akzeptanz der Bürger, diesen Illusionen weiterhin Glauben zu schenken.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Schuldenkrise bemühen sich viele Entscheider, sich selbst in einem guten Licht mit echter Sparabsicht darzustellen. Da wird kein Trick ausgelassen, um dem Volk das zu geben, wonach es sich sehnt: Nämlich sich endlich einmal zum Sparen zu bekennen. Nur ist nicht überall Sparen gemeint, wenn Sparen gesagt wird.

Da wäre der besonders dreiste Versuch, eine Art Sparwillen zu demonstrieren, indem man eine Schuldenbremse festlegt. Es ist sehr schlimm, dass man den Bürger für so blöd hält, dass dieser den Trick nicht durchschauen wird. Die Ausgangslange ist wie folgt: Es soll gespart werden. Da dies aus Sicht der Politik kaum erstrebenswert ist, versucht man den Sparwillen über das Wortspiel Schuldenbremse zu zeigen. Man will auf die Bremse treten, den Schulden Einhalt gebieten. Tatsächlich hat Schuldenbremse mit Sparen rein gar nichts zu tun, es bedeutet nur: wir (die Politik) werden versuchen, weniger neue Schulden zu machen als bisher. Weiter verschulden wird man sich aber trotzdem.

Ein ähnlicher Trick ist das Versprechen, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Diese Absicht wird dann ausgiebig genutzt, um Werbung für die regierende Partei zu machen. Die Medien unterstützen dies besonders stark, wenn eine Regierung einen ausgeglichenen Haushalt plant. Haushalt hat eben was mit Nähe zum Bürger zu tun, jeder hat einen Haushalt und muss selbst mit seinem Geld auskommen. Die scheinbar positive Nachricht scheint überbringbar zu sein, weshalb sich die Medien besonders Mühe geben.

Zwei Dinge fallen einem dabei auf: Das Erste ist, dass ein geplanter ausgeglichener Haushalt schon gefeiert wird, obwohl noch niemand weiss, was in einem Jahr sein wird. Meist ist es, wie in Projekten üblich: Es wird günstig geplant und am Ende ordentlich übers Ziel hinausgeschossen. Das ist nicht die Ausnahme, es ist die Regel. So war es auch all die Jahrzehnte zuvor. Wie sonst glauben Sie, haben die Staaten die Schuldenberge aufgetürmt?

Der zweite Punkt, der bei dem Begriff "ausgeglichener Haushalt" zu beachten ist, ist der, dass er immer im Zusammenhang mit einem Sparwillen auftaucht. Es soll suggerieren, hier ist jemand gewillt, all die vergangen Schuldenorgien zu beenden und darunter einen Schlussstrich zu ziehen. Ab jetzt soll eisern gespart werden. Das wird dann noch schön untermalt mit Einsparungen, die man sich mühsam abgerungen hat. An anderer Stelle erhöht man die Ausgaben, das wird aber unter den Tisch gekehrt.

Die Illusion ist Ihnen bestimmt nicht entgangen. Ein ausgeglichener Haushalt bedeutet nur, dass Einnahmen und Ausgaben sich die Waage halten. Eben ausgeglichen sind. Von "keine Schulden mehr machen" ist nicht die Rede, und das ist das Schlimme daran. Die Politik erhöht die Schulden und kann trotzdem einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren. Leider hinterfragen die Journalisten diesen Trick nicht.

Wenn jetzt die vielen Städte und Gemeinden loslegen und mangels Geld die Gebühren erhöhen, die Parkautomaten rund um die Uhr kassieren lassen und sonstige Kosten auf den Bürger laden wollen, dann zeigt es, dass all die Verantwortlichen noch immer nicht verstanden haben, was Sparen bedeutet. Sparen bedeutet kürzer treten. Nicht mehr mit dem SUV fahren, sondern mit einem einfachen PKW. Nicht mehr 3 mal die Woche auswärts essen, sondern nur 1 mal. Sparen bedeutet, sich einzuschränken.

Die Entscheider haben leider noch nie etwas vom Sparen gehört, man könnte sogar sagen, sie kennen nur das Leben in Saus und Braus. Was die Städte und Gemeinden jetzt mit dem Slogan "wir müssen sparen" versuchen, ist die Einnahmen zu erhöhen. Das ist der falsche Weg. Das bedeutet, den Bürger noch weiter auszupressen, anstatt an den liebgewonnen "goodies" zu sparen. Die Täuschung besteht darin, dass man hier sparen will und deshalb die Erhöhungen rechtfertigt. Die Einnahmen zu erhöhen, hat mit Sparen aber nichts zu tun.

Die Illusion ist ein mächtiges Instrument. Der Mensch braucht etwas, woran er sich festhalten kann und das bedient die Illusion. Die Politik will dem Volk zu gar keiner Zeit die Möglichkeit geben zu verstehen, was wirklich um ihn herum passiert. Also packt man das Volk in eine scheinbare Sicherheit. Wir (die Politik) haben alles unter Kontrolle, wir kümmern uns um euch (Bürger). Dass das nicht wahr ist, konnte jeder erkennen, der sich aus diesem Kreislauf der Illusion verabschiedet hatte. Alle anderen glauben noch immer.

Ein Sprichwort sagt: "Man muss einem Dummen etwas Falsches nur oft genug wiederholen, dann wird er es bald für richtig halten."

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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