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Die Märkte zittern, denn mit Italien können sie es nicht aufnehmen. Italien kann den Euro sprengen. Die Schlagzeilen lauten entsprechend „Anleger haben Angst vor Italiens Zukunft“ oder „Sorge um die italienischen Finanzen„. Die Börsen sind wieder auf dem Weg der Ernüchterung, denn scheinbar haben sie bisher nicht gewusst, wie es um die Schuldenlage Italiens stand.

 

Jetzt, wo der DAX mit Schwung abschmiert und am gestrigen Tag über 3% verlor, ist die Lage um Italien plötzlich glasklar.  Die Italiener stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie wollen und können nicht sparen und eine Lösung ist nicht abzusehen. Die letzten Tage konnten sich die Börsen noch der Hoffnung hingeben, dass wenn Berlusconi zurücktritt, es dann bergauf mit Italien geht, doch diese Hoffnung hat sich in Luft aufgelöst.

 

Denn Berlusconi hat zwar seinen Rücktritt in Aussicht gestellt, doch dadurch werden die Schulden nicht weniger. Die Börsianer haben lange gebraucht, diesen einfachen Zusammenhang zu realisieren. Immer wieder versuchte sich der DAX über der 6000er Marke zu etablieren. Immer wieder versuchten die amerikanischen Indizes sich in der letzten Handelsstunde mit einem Spurt in die Pluszone zu retten, um für eine scheinbar heile (Börsen)Welt zu sorgen. Die Mühe war umsonst.

 

Mit einem ordentlichen Rums rauschte der DAX gestern Vormittag ins Minus, nachdem der Anleihemarkt das Signal gab. Die Renditen auf italienische Anleihen schossen in die Höhe, da kein Investor mehr bereit war, italienische Schuldscheine zu den bisherigen Zinsen zu erwerben. Also mussten immer höhere Zinsen geboten werden, um wenigstens einige Anleihen an den Mann zu bringen. Die EZB musste kräftig helfen und selbst als Käufer auftreten. Höhere Zinsen sind nachteilig für Italien, da das Land mehr Geld für die Rückzahlung aufbringen muss. Die Lage ist schlecht und das Land bewegt sich am Rand einer Pleite.

 

Mit jedem weiteren Tag realisieren das auch die Anleger an den Aktienmärkten. Es funktioniert halt nicht mehr, die scheinbare heile Welt an den Börsen zu simulieren.  Wie lange kann man Strukturprobleme mit frisch gedrucktem Geld verschleiern? Wie lange kann man Probleme unter den Teppich kehren? Aus dem Blick ist eben nicht aus dem Sinn. Die Schuldenproblematik war zu keiner Zeit gelöst und sie dringt jetzt immer öfter in den Vordergrund.

 

So wundert es nicht, dass die Nervosität unter den Anlegern zunimmt. Die Angst dominiert das Geschehen. Sollte in Kürze eilig ein EU-Gipfel einberufen werden, dann können Sie davon ausgehen, dass die Hütte im Euroland bereits brennt.  Italien ist nicht zu retten. Während man jegliche Art von „Lösung“ als Rettungsmaßnahme für Griechenland verkaufen konnte, wird das im Falle Italien nicht funktionieren. Da hilft auch kein Hebeln von Rettungsfonds. Italien ist einfach zu groß.

 

Die Aktienkäufer sind nun schmerzhaft mit der Realität konfrontiert worden.  Potential in Aktien kann es unter diesen Umständen keine geben. Wenn Kurse in den freien Fall übergehen, dann will niemand auf der falschen Seite positioniert sein. Angst haben und Angst zeigen sind zwei Dinge. Die Maske der Sorglosigkeit ist gewichen, blanke Angst bleibt zurück.

 

In der Zukunft müssen sich die Aktionäre an die obigen Schlagzeilen gewöhnen. Italien ist möglicherweise der Sargnagel für den Euro. Dann lauten die Titel der Meldungen womöglich „Italien begräbt den Euro“ oder „Desolate Finanzlage Italiens zerreisst Europa„. Jegliche Handlung, die jetzt hastig ausgeführt wird, dient nur dem Kaschieren der ausweglosen Lage.

 

Bei Griechenland hat man noch über das kleine Land belächelt. Die Helenen versinken ebenfalls in Schulden, da hieß es aber oft: die Kleinen werden Europa nicht wirklich wehtun können. Doch wenn Griechenland nur ein leichtes Husten in Europa verursacht hat, dann wird Italien eine schwere Grippe hervorrufen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

 

start-trading Team

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