Indikatoren-Trading

Man spricht von einer Schaukelbörse, wenn sich die Kurse hin und her bewegen und keine klare Richtung absehbar ist. Doch was wir die letzte Woche (KW44) verfolgen konnten, war zuviel der Schaukelei. Die Börsianer mussten sich übergeben. Es ist nicht mehr schön, wenn die Ausschläge so stark sind, dass den Anlegern die Orientierung verloren geht.

 

Zunächst starte die Woche mit einem Paukenschlag. Die griechische Regierung wollte im Alleingang ihre Bürger befragen, was aus ihrer EU-Zukunft werden soll. Die Interessen des Volkes sind nicht die gleichen wie die der Finanzindustrie, sodass die Börsen sofort in den Angstmodus geschaltet haben. Die Nervosität an den Märkten stieg. Die Sorge: Was passiert, wenn die Griechen wirklich „Nein“ sagen und nichts mehr mit Europa zu tun haben wollen?

 

Unsicherheit ist bekanntlich Gift an den Märkten. Also schafften die Staatslenker Merkel und Sarkozy Klarheit. Die Griechen können entscheiden was sie wollen, wir machen mit dem Euro weiter, war die klare Ansage am Mittwoch Abend. Und wenn das Ergebnis des Referendums bedeutet, dass die Griechen aus dem Euro austreten werden, dann wäre das so.

 

Zwei Informationen mussten am Partkett verdaut werden. Die Erste führte zu einem starken Minus bei der Eröffnung am Donnerstag Morgen. Die Euro-Retter Merkel und Sarkozy würden einen Ausstritt Griechenands hinnehmen. Vor der daraus resultierenden Kettenreaktion hatten die Märkte Angst.

 

Die zweite Information war stark positiv. Egal was geschieht, wir machen mit dem Euro weiter und werden ihn verteidigen. Das ist einmal eine klare Ansage der Politk. Und während die meisten Anleger sich noch unklar über die Folgen eines möglichen Ausstritts der Helenen waren, griffen starke Hände zu und kauften entschlossen Aktien. Es kam zu einem starken Reversal.

 

Der Begriff Schaukelbörse gibt nicht ganz wieder, was den Börsianern diese Woche zugemutet wurde. Um viele hundert Punkte ging es dauernd hoch und runter. Einige Marktteilnehmer mögen die erhöhte Volatilität als Ausdruck von Action interpretieren. Endlich passsiert richtig was auf dem Parkett. Doch die triste Wahrheit ist, dass sie ein Ausdruck von Panik ist.

 

 

Nicht zu wissen, treffender ist wohl nicht ahnen zu können, wie die Zukunft aussehen könnte, das macht die Anleger unsicher. Liegt der langfristig orientierte Investor richtig, wenn er jetzt seine Aktien behält? Oder sollte man in dieser unsicheren Zeit Aktien verkaufen und lieber in Cash gehen? Was passiert mit dem Geld auf dem Konto, wenn es zu einem Austritt eines EU-Landes aus dem Euro kommt? Wenn die Inflation das Geld auf dem Konto auffrist und auch weiter auffressen wird, sollte man dann nicht doch Aktien kaufen? Fragen über Fragen, auf die jeder Investor eine eigene Antwort hat. Daraus folgen Handlungen und diese resultieren dann in den massiven Ausschlägen.

 

Für die Börse war diese Kalenderwoche 44 eine spannede und sehr wendungsreiche. Mal sehen, was die Märkte den Anlegern in der folgenden Woche servieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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