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Über Griechenland wird heftig geschimpft. Die Helenen wollen ihre Bürger fragen und der Ausgang der Wahl ist ungewiss. Das erbost Merkel und Sarkozy, weil diese ihre Bemühungen untergraben sehen, den Euro zu retten. Würden die Euro-Retter mal ihr eigenes Volk fragen, würden sie sich wundern. Die Mehrheit der Bürger will gar keinen Euro bzw. ein Europa.

 

Die vielen Staatslenker wissen genau, warum es in Frankreich, Italien, Deutschland und in anderen Nationen keine Volksabstimmung über den Euro gibt. Die Mehrheit will nämlich keinen Euro und auch nicht die Eurozone. Für das normale Volk ist die EU nur eine Institution, die weit weg ist, aus einem riesigen Beamtenapparat besteht und die Bürger in ihrer Freiheit eingrenzt. Es sind keine Zahlen vorhanden, da eine Abstimmung nicht durchgeführt wird, aber gefühlt würde es eine Mehrheit der EU-Bürger sein, die ebenso mit NEIN stimmen würden wie in Griechenland erwartet (aktueller Stand 60%).

 

Es wird in all den vielen Jahren seit der Euro Einführung vermieden, die Bürger im eigenen Land zu fragen, ob sie denn mit der aktuellen Situation zufrieden sind.  Die Bürger werden nicht gefragt, sondern immer nur über deren Köpfe entschieden. Man regiert an der Meinung der Bürger vorbei. Jeder weiß, dass eigentlich eine Rettung eines EU-Landes durch ein anderes vertraglich ausgeschlossen war (Maastrichter EU-Vertrag), und doch hat man sich über bestehende Verträge hinweg gesetzt. Ein Vertragsbruch par exellence.

 

Hätte man diese Frage „Sollen wir Griechenland retten?“ den Franzosen oder den deutschen Bürgern gestellt, hätte man keine Grundlage gehabt, die Milliardenzahlungen nach Athen zu überweisen. Dabei wäre es nicht die mangelnde Hilfsbereitschaft gewesen, sondern die Sinnlosigkeit von Geldtransfers ohne den Grund für die Verschuldung zu lösen. Die Politik war sich nicht sicher über den Ausgang einer Abstimmung und hat sie daher vermieden. Sie handelt ja im Namen anderer, aber nicht in dem der Bürger.

 

Nein, die scheinbaren Euro-Retter haben sich nie um die Meinung des Volkes gekümmert. Wohl wissend, dass die Meinung der Bürger nicht ihrer entspricht. So verwundert es also nicht, wenn es einen Aufschrei unter den Regierenden gibt, wenn Griechenland genau dies praktizieren will. Endlich einmal den Bürger fragen.

 

Der Bürger an sich hat ja auch keinen Vorteil an dem Europa, so wie der Bürger es kennt. In unserem Artikel „Wer braucht Europa?“ wurde dieser Punkt hinterfragt. Europa wird nun mit allen Mitteln verteidigt – so haben es Merkel und Sarkozy auf ihrer letzten Pressekonferenz klargestellt. Daran werde nicht gerüttelt. Die Griechen könnten den Weg Europas mitgehen oder es sein lassen. Das sind klare Worte. Nicht an die Griechen, sondern an die Finanzindustrie, die sich Sorgen um ihr Geld macht.

 

Die Griechen sind wieder einmal ins Rampenlicht geraten, weil sie die Ersten sind. Sie haben mit dem Referendum als erste Nation angefangen und stehen jetzt am Pranger. Bei der europäischen Schuldenkrise war das ebenfalls so. Die Pleite Griechenlands ist zuerst aufgeflogen dann folgten die anderen Nationen.

 

Das Wort Volksabstimmung macht die Runde. Die Bürger Europas wollen möglicherweise auch eine Entscheidung beeinflussen. Nämlich die ihrer eigenen Zukunft. Ewig lässt sich an einem Volk nicht vorbei regieren, dass sollten auch Merkel und Sarkozy wissen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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