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Wie oft müssen wir noch die Schlagzeilen lesen wie „Die Welt steht am Abgrund“ oder „Schicksalstag für die Weltgemeinschaft“? In immer kürzeren Abständen geht es um das Unausweichliche. Permanent stehen wichtige Entscheidungen an, die die Zukunft der Völker gravierend beeinflussen werden. Früher waren solch wichtige Tage selten, aber heute hat man das Gefühl, es wird jede Woche über die Zukunft der Welt entschieden.

 

Auch heute ist wieder so ein Tag. Es wird über die Zukunft Europas abgestimmt. Die Regierungsvertreter sollen eine Lösung für die europäische Schuldenkrise präsentieren. Wenn heute keine akzeptable Lösung vorgelegt wird, dann gute Nacht Europa. Und wegen der globalen Finanzstränge geht gleich die ganze Welt zu Grunde, so wird vermittelt.

 

Hatten wir nicht erst vor wenigen Wochen die Abstimmung im Bundestag zur Erweiterung des EU- Rettungsschirms? Wenn Deutschland nicht zustimmen würde, dann wäre das ganze Konstrukt des Rettungsschirms hinfällig und die Währung Euro sowie Europa gleich mit am Ende. Die Abstimmung ging zum Glück für Europa glimpflich aus und eine Mehrheit konnte erzielt werden.

 

War nicht die slowakische Regierung das Zünglein an der Wage, welche als letzte Nation über die Erweiterung des Rettungsschirms abstimmen musste? Hat Europa nicht erst vor wenigen Wochen die Luft angehalten als die Regierungschefin die Vertrauensfrage gestellt hatte, um ein „JA“ zur Erweiterung des Rettungsschirms zu erhalten? Im ersten Wahlgang sagten die Slowaken „NEIN“. Erst im zweiten Wahlgang, nach der Abwahl der Regierungschefin, wurde die Erweiterung akzeptiert.

 

In immer kürzeren Abständen wird die Weltgemeinschaft auf die Schlachtbank geführt. Und nur mit Mühe und Not konnte sie sich bisher immer wieder einem jähen Ende entziehen. Doch wie lange kann das gut gehen?

 

Die griechische Regierung musste vor wenigen Monaten die Vertrauensfrage stellen. Auch da ging es um alles oder nichts. Denn wenn das griechische Parlament nicht Gefolgschaft geleistet hätte, dann hätte die griechische Regierung nicht mehr handeln können und auch keine Sparziele absegnen. Dies war aber Bedingung für frisches Geld an die Helenen. Bei einem negativen Wahlausgang wäre Griechenland am nächsten Tag Pleite gewesen. Investoren, Bürger, Staaten, alle schauten gebannt nach Athen. Manche hofften, andere sprachen ein Gebet. Wird es die Welt es auch diesmal schaffen, nicht über die Klippe zu fallen?

 

Manch einer erinnert sich an den Sommer, er ist nur wenige Monate her. Da musste in den USA die Schuldenobergrenze angehoben werden. Da sich die beiden großen Parteien nicht einigen konnten, stritten sie bis zum letzten Tag. Wäre keine Entscheidung zur Anhebung des Schuldenlimits getroffen worden, dann wäre die USA Pleite. Die Auswirkungen eines Staatsbankrotts in den USA wären unvorstellbar für die Welt gewesen. In letzter Minute fand man eine Basis, um sich zu einigen.

 

Immer wieder und immer schneller dreht sich das Rad der wichtigen Entscheidungen im heutigen Leben. Immer geht es um alles oder nichts. Jedes mal hängt viel für die Bevölkerung davon ab, wie eine Wahl ausgehen wird. Der Druck, der dabei geschaffen wird, ist oft der gleiche. Die Bankeinlagen seien in Gefahr, die Banken auch, die Staaten könnten nicht mehr handlungsfähig sein und alles nur wegen dieser einen Wahl. Alle Beteiligten müssten entsprechend der vorherrschenden Meinung abstimmen, wenn sie nicht die Schuld am Ende der Welt in die Schuhe geschoben bekommen wollen. Tatsächlich ist es keine erlösende Wahl, sondern nur die Qual der Wahl zwischen Pest und Cholera. Die nächste Abstimmung kommt bestimmt.

 

Wer immer alles auf eine Karte setzt, wird irgendwann verlieren. Dann steht die Welt wirklich am Abgrund.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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