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Wenn man den Kursverlauf des DAX in den letzten Wochen verfolgt hat, könnte man meinen, man sei im falschen Film. Europa brennt und DAX & Co steigen. Täglich werden die Aktien auf neue, höhere Kurse gehievt. An manchen Tagen gibt es sogar keine Verlierer bei den deutschen Top 30 Werten. So euphorisch hat man die Börsianer schon länger nicht mehr gesehen. Was ist los?

 

Sprachlos verfolgen diejenigen den Markt, die eine Verbindung zu der Schuldenkrise in der Welt ziehen. Die Welt steht am Abgrund und die Indizes steigen. Wo Aktienkurse purzeln müssten, weil Unsicherheit dominiert, weil Wirtschaftsinstitute sowie Regierungen ihre Konjunkturprognosen reduzieren, da steigen sie. Das ist schwer zu versehen.

 

Der DAX ist irre und das böse Ende kommt bestimmt„, meinen viele Beobachter. Kein Anleger traut dem Anstieg so richtig. Und obwohl eine scheinbare Mehrheit der Börsianer offenbar pessimistisch für die Börsenzukunft ist, steigen die Indizes. Besonders amerikanische Indizes, wie Dow Jones oder Nasdaq100, lassen keinen Raum für Interpretationen. Die Devise ist „der Markt muss steigen“. So ziehen die amerikanischen Werte die Kurse in Europa im Schlepptau mit sich.

 

Das komische Gefühl, dass hier Dinge nicht normal verlaufen, ist nicht zu leugnen. Schaut man auf den Kursverlauf des DAX der letzten Wochen, dann darf dem Beobachter getrost mulmig werden. Könnte es sein, dass gute Laune verbreitet werden soll? Soll vielleicht eine starke Börse vom wahren Problem ablenken? Nämlich dem, dass den Unternehmen bei nachlassenden Konjunktur die Umsätze/Gewinne wegbrechen werden und dementsprechend der Aktienkurs auch?

 

Wenn Börsenkurse steigen und das Depot im Plus notiert, dann haben die Anleger weniger Zeit und Lust sich mit Problemen zu beschäftigen. Denn was interessieren den Käufer scheinbare Probleme in Europa oder in den USA, wenn hier und heute der Aktienmarkt steigt. Und das Wichtigste: der Anleger am Ende des Tages davon profitiert.

 

Eine naheliegende Möglichkeit, warum der DAX steigt, könnten Umschichtungen sein. Viele Anleger, die zuvor Staatsanleihen gekauft haben, wechseln nun in den Aktienmarkt. Anleihen werden verkauft, dafür Aktien gekauft. Da Staatspleiten jetzt auch für den letzten Investor offensichtlich sind, könnte man dem Schuldenschnitt oder der totalen Pleite des Investments entgehen. Denn ein Aktionär behält seine Anteile, solange das Unternehmen existiert. Da kann ein Staat Pleite gehen, ohne dass sich an den Aktienanteilen etwas ändert.

 

Sicher werden auch die Aktienmärkte in Bedrängnis geraten, wenn es zu Zahlungsausfällen von Staaten kommt, doch das ist erst einmal zu verkraften, da wie gesagt die Besitzanteile bestehen bleiben. Ob solch ein Schritt sinnvoll ist, kann mit rationellen Mitteln nicht hinterfragt werden. Es ist auch nicht rationell, dass sich so viele Banken und Finanzinstitute mit Staatsanleihen verspekuliert haben.

 

Es passieren gelegentlich Dinge, die die Anleger nicht verstehen, wie zum Beispiel den Kursverlauf der Indizes in den letzten Wochen. Wie soll man es auch verstehen, logisch zu erklären ist es nicht.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

 

 

 

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