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In der aktuellen EU-Rettungsdiskussion wird sich besonders auf Griechenland konzentriert. Eine Rettung muss erfolgen und das Land darf nicht pleite gehen, wird gebetsmühlenartig wiederholt. Eine Lösung wäre ein Schuldenschnitt, über den gerade gestritten wird und über dessen Höhe man sich noch nicht im Klaren ist. Trotz aller Bemühungen für die Helenen, was ist mit den anderen Pleitestaaten?

 

Die Augen richten sich nur auf Griechenland. Es wird versucht, eine Rettung des Landes am südöstlichen Zipfel Europas als gleichzeitige Rettung Europas hinzustellen. Dafür sind die Gläubiger hinter vorgehaltener Hand bereit, auf bis zu 60% der getätigten Investitionen zu verzichten.

 

Ein Schuldenschnitt in der genannten Höhe ist nun parkettreif geworden. Bitte erinnern Sie sich an das letzte Jahr. Ein Schuldenschnitt war unmöglich und käme nie in Frage, wurde ihm vehement entgegengesetzt. Entrüstung machte sich sofort breit, sobald jemand dieses Wort in den Mund nahm. Die Zeit verrann und die Griechen konnten doch nicht gerettet werden. Dann gab man zunächst klein bei und gab einem kleinen Schuldenschnitt in Höhe von 20% Raum für Ideen. Jetzt ist nichts mehr zu retten und man ist bereits bei einer Schuldenschnitthöhe von 40% angelangt. Es wird sogar über 60% diskutiert.

 

Jeder weiss, dass Griechenland nicht wettbewerbsfähig ist. Ein Schuldenschnitt in jeglicher Höhe, sogar von 100%, würde die Griechen nicht zurück zu Wachstum und Stärke bringen. Es würde nur etwas Luft verschaffen, da die Zinszahlungen nicht so sehr drücken würden. Aber über kurz oder lang würde die Verschuldung wieder anwachsen.

 

Um konkurrenzfähig zu sein,  muss das Land aus dem Währungsverbund Euro aussteigen. Nur mit einer eigenen Währung und dem entsprechenden Vorteil der Anpassung des Wechselkurses kann man eigene Produkte wieder wettbewerbsfähig verkaufen. Es ist aber trotzdem so, dass es in Griechenland kaum etwas zu verkaufen gibt. Somit muss jegliche Hoffnung nur auf Sparflamme brennen. Es braucht viel Zeit, bis sich die Griechen eine Industrie aufbauen können.

 

Der EU-Gipfel will also das griechische Schuldenproblem vorrangig lösen. Doch was ist mit all den anderen Schuldenstaaten? Ist ein Schuldenschnitt in Griechenland eine Lösung und in Portugal, Irland, Italien und Spanien nicht? Wenn die Regierungschefs A sagen müssen sie nicht auch B sagen? Werden die anderen Nationen in einem einheitlichen Europa nicht auch die gleiche Behandlung einfordern, wie sie Griechenland zu Gute kommt? Warum sollten die Portugiesen die Zinszahlung abstottern, wenn die Griechen davon befreit werden? Fragen über Fragen, auf die die EU keine Antwort hat.

 

Die EU steckt in einer Zwickmühle. Sie will etwas lösen, was nicht zu lösen ist. Denn die Krise der Schulden hat ein viel größeres Ausmaß, als sich Bürger und Parlamentarier vorstellen können. Die Schuldenproblematik existiert nämlich überall. Die Gesellschaft als Ganzes ist verschuldet. Einzelpersonen, Unternehmen, sowie Staaten sind verschuldet. Das Pleiteproblem ist also überall und wird unter Beibehaltung der aktuellen Strukturen nicht grlödt werden können.

 

Die Schuldenproblematik der EU kommt daher, weil die Staaten hier mehr ausgegeben haben, als sie eingenommen haben. Die Lösung ist so naheliegend wie einfach. Endlich mal sparen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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