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Obwohl eine Flut an negativen Nachrichten auf die Aktienanleger einströmt, die schlecht bis sehr schlecht zu bewerten sind, agiert die Börse sehr zur Verwunderung der Beteiligten wieder ganz anders, als erwartet. Die Kurse steigen. Das ist für viele Anleger verwunderlich, da schlechte Nachrichten doch meist ein Vorwand für fallende Kurse sind.

 

Vor allem die Unsicherheit über die Abstimmung der Slowakei, ob diese einer Erweiterung des Euro-Rettungsschirmes zustimmen wird, dürfte an normalen Tagen die Kurse zum Fallen animieren. Die Börse mag keine Unsicherheit. Doch was wir die letzten Tage sehen können, ist Teil einer irrationalen Marktbewegung, die man schwer verstehen kann.

 

Ratingagenturen stufen massenweise Staaten und Finanzinstitute herunter. Jeder weiß, dass eine Abstufung zu dem Resultat führt, dass die Betroffenen schwerer an Geld kommen werden. Wenn die Kreditwürdigkeit schlechter eingestuft wird, dann müssen höhere Zinsen bezahlt werden, um an frisches Kapital zu kommen. Die Abstufungen der Bonität haben aber diesmal zu gar keiner Reaktion an den Märkten geführt. Nicht die von Italien und auch nicht die von Spanien. Ebenso wurden die Abstufungen von britischen und portugiesischen Banken am Markt ignoriert.

 

Ebensowenig wurde die Zerschlagung des belgisch/französischen Finanzriesen Dexia zum Vorwand genommen, Aktien zu verkaufen. Trotz der vielen erfolgreichen Stresstests sind die Banken doch nicht so fit wie angegeben und müssen wieder zurück auf Los. Sie bangen wieder einmal ums Überleben. Die Bankenkrise ist wieder zurück und was machen die Märkte daraus  – sie ignorieren es.

 

Die Schuldenkrise in der Eurozone, die Pleite von Griechenland, der bevorstehende Schuldenschnitt für griechische Papiere – all das scheint an den Börsianern abzuperlen, wie Regentropfen auf frisch poliertem Autolack. Nichts, aber auch rein gar nichts kann die Kauflaune der Investoren verderben.

 

Sowohl die amerikanischen Indizes, als auch der deutsche DAX steigen seit mehreren Tagen am Stück und die Anleger werden das Gefühl nicht los, sie seien im falschen Film. Wie kann der DAX nur so viel steigen, wenn die Nachrichtenlage so dermaßen schlecht ist, fragen sich viele?

 

Es zeigt sich wieder einmal, das die Börse macht was sie will. Es hilft kein Klagen. Es ist ein Anfall von blinder Kaufwut, auch Kaufpanik genannt, bei dem die Anleger Aktien kaufen, weil die Aktien steigen. Die Hausse nährt eben die Hausse. Und solange die Käufer im Recht sind, werden sie die Nachrichtenlage ignorieren.

 

Erst wenn es zu einem Tag der fallenden Notierungen kommt und die ersten Anleger Verluste einstecken werden, dann erst gewinnen die Nachrichten wieder die Oberhand und können sinkende Kurse begründen.

 

Es ist eine Charakteristik einer Börsenhausse, dass die Marktteilnehmer avers gegen schlechte Nachrichten sind. Solange es für die investieren Börsianer keinen Grund gibt zu verkaufen, werden weitere Anleger in den Markt wollen, um auch an den Gewinnen teilzuhaben. Dabei werden die Gefahren für das Investment, die im Börsenumfeld lauern, außer Acht gelassen.

 

Im Moment steht es 1:0 für die Börsenhausse. Wenn die Nachrichtenflut nicht bald ausgleichen kann, könnte die Börsenhausse den Abstand vergrößern.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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