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Der US Präsident Obama und sein Finanzminister Geithner sagten mit Blick auf Europa: „die Krise in Europa sei eine Gefahr für die US-Wirtschaft und bedrohe die ganze Welt„.  Somit soll der Fokus der Krisenbetrachtung auf Europa gelenkt werden und von den eigenen Krisen ablenken. Doch die USA kann anderen Nationen noch soviel vorwerfen, besser wird ihr Zustand dadurch nicht.

 

Die Probleme der USA sind elementar. Abgesehen von der Schuldenkrise, wie sie auch in  Europa herrscht, gibt es ein strukturelles Problem, nämlich dass es zu wenig Industrie gibt, zu marode Unternehmen, zu wenig entwickelte Infrastruktur und einen miserablen Arbeitsmarkt.

 

Die USA haben ein ganz schlechtes Bildungssystem und eine wenig gebildete Bevölkerung. Das kommt davon, wenn ein Land eine Ellbogengesellschaft aufgezogen hat, bei dem jeder an sich selbst denkt und nicht an die Gemeinschaft. Wenn jeder Amerikaner glaubt, er könne es ganz alleine vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen, dann ist das ein Irrglaube. Man braucht auf dem Weg nach oben Kollegen, Freunde und Menschen die einem helfen, sowie das nötige Quentchen Glück. Nur wenige bringen es zu Reichtum, aber die Mehrheit verliert bei dieser Mentalität.

 

Obama fordert von den EU Regierungen einen detaillierten Plan zur Krisenbekämpfung bis Anfang November, wenn er zum G20-Gifel nach Cannes kommt. Das ist eine ganz schön dreiste Forderung von einer Nation, die wochenlang nicht in der Lage war, eine Einigung zur Anhebung des Schuldenlimits zu erreichen. Die USA standen kurz vor der Staatspleite. Und man darf nicht vergessen, in den USA müssen sich nur Demokraten und Republikaner einigen. In der EU sind das viel mehr Nationen, die eine Einigung erzielen müssen.

 

Das Amerika seine Probleme nicht selbst angeht, sondern mit dem Finger auf andere zeigt, ist typisch für eine Nation, die im wesentlichen auf Impulse reagiert. Der Stock, den man bekanntlich einem Hund hinwirft, wird in die eine oder andere Richtung geworfen, es wird polarisiert und damit der Blick der Mehrheit auf einen Nebenkriegsschauplatz gelenkt. Die amerikanischen Medien übernehmen diese Aufgabe.

 

Es hilft also nicht, wenn die USA nun die Europäer zum Handeln animieren will, um sein eigenes Wohl zu sichern. Diese Forderung kommt von einem Land, das selbst völlig zerrüttet ist und nun Europa Forderungen stellt, wie dieses wieder auf Kurs kommen soll. Vom berühmten Glashaus, in dem man sitzt und deshalb nicht mit Steinen auf andere werfen soll, hält man jenseits des Ozeans anscheinend nichts.

 

Der amerikanische Stolz verbietet die Ursache von Krisen im eigenen Land zu suchen und zu beheben. Bereits zu Beginn des Jahres 2011 hat US-Finanzminister Timothy Geither bei einem Besuch in China verkündet, die chinesische Wirtschaft müsse sich „grundlegend verändern„. Damit meinte er, China müsse sich öffnen und allen anderen Unternehmen der Welt Zugang zu Land und Ressourcen ermöglichen. Er wurde für diesen Vorschlag vom Publikum ausgelacht.

 

Wie weit man mit einer völlig kapitalistischen, auf  Profit ausgerichteten Politik kommt, kann man an dem Zustand der USA sehen. Nur um die Aktionäre glücklicher zu machen, werden Arbeitsplätze rationalisiert, Standorte ins Ausland verschoben und Sozialleistungen gekürzt. Wie zu Beginn des Artikels geschrieben; es ist das Resultat kurzfristigen Denkens in einer Gesellschaft, die nur das Wohl der Wenigen fördert.

 

Präsident Obama sagte auf einer Pressekonferenz im Weissen Haus, dass der stärkste Gegenwind für die US-Wirtschaft derzeit aus der Unsicherheit über Europas Zukunft resultiere. Was für ein Gegenwind, ist man geneigt zu fragen. Die USA brauchen immer einen Deppen, der konsumiert, damit sie selbst nicht vom Staatsbankrott eingeholt werden. Nach dem das eigene Volk völlig verarmt ist, wird nun international nach weiteren Käufern amerikanischer Produkte gesucht.

 

Nein Mr. Präsident, so geht das nicht! Auch wenn sein Wahlkampfmotto hiess: „Yes, we can“, alles kann er sich eben nicht erlauben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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