Indikatoren-Trading

Heute meldet die UBS Bank einen Quartalsgewinn für das dritte Quartal. Warum ist uns das einen Kommentar wert? Das ist deshalb so besonders, weil sie dieses Ergebnis erzielt hat, obwohl einer ihrer Trader in diesem Quartal einen Verlust von über 2 Milliarden Dollar eingefahren hat. Verinnerlicht man sich diese Situation, dann kann man getrost der Meinung sein, die Banken haben genug Geld.

 

Denn wenn ein Finanzinstitut in nur einem Quartal (das sind nur 3 Monate) einen Milliardenverlust ausgleichen und noch drüber hinaus einen Gewinn ausweisen kann, dann muss das Unternehmen verdammt viel verdienen. Diese Tatsache ist deshalb so brisant, da die Banken die Ersten sind, die bei staatlichen Hilfen Schlange stehen, wenn sie Geld benötigen.

 

Die wichtige Erkenntnis ist, dass genug Geld vorhanden ist, wenn die Banken es nur zugeben würden. Und hierauf will der heutige Artkiel eingehen. Wenn es darum geht, dass die Banken ihre Eigenkapitalbasis aufstocken, damit sie sich im Krisenfall selbst helfen können, dann winken die Banken ab, dass ihnen das Geld bei der Versorgung der Wirtschaft fehlen würde. Und fügen schnell hinzu, dass die Auswirkungen, wenn die Unternehmen nicht mehr an günstiges Geld kommen würden, unvorstellbar wären.

 

Dieses Druckmittel funktioniert immer, um die Politik  mundtot zu machen. Gleichzeitig bearbeitet die starke Bankenlobby weltweit die Regierungen, sodass jegliche Entscheidungen nicht zu ihrem Nachteil gefällt werden.

 

Die Banken waren auch die Ersten, die sich über die Belastungen beschwert haben, die auf sie zukommen, wenn sie sich „freiwillig“ an den Milliarden des europäischen Rettungsfonds beteiligen müssen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Ackermann hat ein besonders trübes Gesicht gezogen und deutlich gemacht, wie weh es den Banken tut, diese Gelder aufzubringen.

 

Hier geht es natürlich nur um Peanuts. Der Anteil der Privatwirtschaft wird keine Bank zu Tränen rühren. Es geht einzig darum, der Bevölkerung ein Bild des mühevollen Abstotterns der Belastungen vorzumachen. Tatsächlich schwimmen die Banken in Geld und das darf im Krisenfall nicht vergessen werden.

 

Es gibt immer zwei Seiten den Medaille:

 

Wenn es also darum geht, den einfachen Mitarbeitern mehr Gehalt zu zahlen, bei den Rettungsfonds für die Schuldnernationen mitzuhelfen oder die Eigenkapitalbasis zu erhöhen, dann fehlt den Finanzinstituten jedes Geld und das wird auch ganz laut kommuniziert. Damit auch jeder weiss, wie schlecht es den Banken geht. Dafür wäre kein Geld da.

 

Wenn es darum geht, den Aktionären Honig um den Mund zu schmieren, die Dividende zu erhöhen und einen Gewinn vor Steuern von 25% (Eigenkapitalrendite) als Ziel auszugeben, wie von der Deutschen Bank für das Geschäftsjahr 2011 vorgegeben, dann strotzen die Finanzinstitute nur so vor Kraft. Noch im September 2011 hat Vorstandschef Ackermann das Ziel 10 Milliarden Euro Vorsteuergewinn bekräftigt. Heute im Oktober geht man davon aus, dass dieses Ziel nicht zu erreichen sein wird. Dabei geht es nicht um das einzelne Quartal, das einzelne Geschäftsjahr, sondern darum, dass die Banken diese Gewinne einfahren können und wenn auch nicht ganz so viel wie prognostiziert, dann doch einen Großteil davon.

 

Banken haben sich in unserer heutigen Wirtschaftswelt unabdingbar gemacht. Sie sind wichtig geworden und spielen eine Hauptrolle, obwohl ihnen nur eine Nebenrolle zugedacht war. In der Hauptrolle bekommen sie auch die Einnamen eines Stars. Diese Einnahmen müssten sie dann auch zu Abfederung verwenden, wenn sie in eine Krise schlittern, und nicht die Zuschauer um Spenden bitten, weil die Zockerei im Finanzcasino fehlgeschlagen ist.

 

Wenn die Verantwortlichen in den vielen Regierungen der Erde nur den Mumm hätten, die Banken zu verdonnern, die Gewinne von heute, in zum Beispiel einer Good Bank zu parken, damit sie dann davon zehren können, wenn die Krise wieder aufkeimt, das wäre durchaus sinnvoll. Es ist aber nicht realistisch.

 

Die nächste Bankenkrise kommt bestimmt und da dürfen sich Regierungen und das Volk gerne an diesen Artikel erinnern. Die Banken haben genug Geld.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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