Indikatoren-Trading

Das schnelle Handeln an der Börse ist besser bekannt unter dem Begriff Trading. Dabei wird gekauft, eine Position für meist nur für wenige Stunden gehalten und dann gleich wieder verkauft. Ziel ist es, dadurch einen Profit zu erwirtschaften. Dabei ist die Verarbeitung tagesaktueller Nachrichten eines der wesentlichen Hindernisse für angehende Trader. Wie geht der Trader mit den Schlagzeilen des Tages um und wie beeinflussen sie seine Handelsentscheidungen?

 

Die Probleme für das Trading ergeben sich aus der Nachrichtenflut. Eine ungeheure Menge an Informationen prasseln auf den Einzelnen nieder. Die Palette reicht von völlig unwichtig bis hin zu elementaren Nachrichten. Da der Händler aber nicht weiß, wie diese am Markt interpretiert werden, bereitet ihm dies Sorgen im Hinblick auf seine Tradingentscheidung. Denn es bringt nichts, wenn zum  Beispiel Konjunkturzahlen schlecht ausgefallen sind, der Trader short positioniert war oder aufgrund der Meldung short gegangen ist und der Markt aber steigt.

 

Das kommt gar nicht so selten vor. Zum Beispiel werden grottenschlechte Daten zum amerikanischen Arbeitsmarkt gemeldet, eigentlich sollten die Märkte draufhin nachgeben (laut gesundem Verständnis), aber die Indizes steigen trotzdem. Die Begründung wird auch gleich mitgeliefert: „Die Zahlen seien nicht so schlecht wie befürchtet„. Das Gleiche kann man bei Unternehmenszahlen beobachten. Da meldet ein Unternehmen gute Zahlen und der Aktienkurs fällt daraufhin. Zur Begründung heisst es dann  „der Ausblick war schwach„. In beiden Fällen ist der Trader auf sich allein gestellt, wie seine Wertung der Nachricht aussehen könnte und welche Handlung er daraus ableiten kann.

 

Eine Nachricht an der Börse ist nur ein Impuls. Sie weckt die Händler für einen Moment aus ihrer Ruhe. Es ist wie ein Piks. Während Nachrichten über den Ticker laufen, handeln die Marktteilnehmer vermehrt und die Kurse zucken hoch und runter. Nach ein paar Minuten ist der Impuls vorüber.

 

Die Nachrichten bereiten den Anfängern deshalb Probleme, weil diese eine Assoziation zu ihrer Handelsentscheidung ableiten wollen. Das ist aber falsch. Eine Nachricht und eine Kursbewegung haben zu 99% nichts miteinander zu tun. Wenn der DAX heute fällt und es heisst, die Konjunktur in China kühlt sich ab, ist es dann nicht so, dass sich die chinesische Konjunktur auch gestern abgekühlt hat? Gestern aber stieg der DAX. Wenn es dann weiter heisst, Autobauer haben Sorge, das der Autoabsatz geringer wird, wenn die Chinesen weniger Autos kaufen. Dann darf gefragt werden: War der Autoabsatz nicht gestern bereits auch schon schlecht? Der Trader muss die Verbindung „Nachricht-Kurs“ in seinem Kopf kappen.

 

An jedem Handelstag wird eine Nachricht als Begründung für einen steigenden oder fallenden Kurs geliefert, die aber eben nur eine ganz normale  Nachricht ist, nichts weiter. Nur eine Schlagzeile, über die sich vortrefflich diskutieren lässt.

 

Wenn also in einer Liveschaltung eines Nachrichtensenders vom Börsenparkett geträllert wird, dann nur um Sendezeit zu füllen und um den Neugierigen die Informationslust zu befriedigen. Das ist schon alles. Eine Ableitung auf die Tradingentscheidung kann dadurch nicht erfolgen.

 

Ganz schwierig wird es für Tradinganfänger, wenn der Markt steigt, aber ihre Position im Minus notiert. Dann werden die Krisen-Nachrichten zusammengetragen, dass die Schuldenkrise weitergeht, dass die USA in einer Rezession sind, dass sich die Konjunktur in der Eurozone abkühlt usw. Völlig verständnislos wird gefragt: „Ist die Krise schon vorüber, warum fällt der Markt nicht?

 

Natürlich weiß der Trader, daß die Krise nicht vorüber ist, das bringt aber seiner Position an diesem Tag nichts. Denn die Händler wollen heute nur gute Nachrichten aufnehmen und solange das der Fall ist, spricht niemand von Krise und die Aktien steigen, weil Anleger kaufen wollen.

 

Jeder Neuling, aber auch der erfahrene Anleger sind mit der Schwierigkeit einer unnatürlichen Marktbewegung konfrontiert. Der Markt sollte unter den aktuellen Umständen nicht steigen, er tut es aber doch. Es hilft kein Hadern mit dem DAX, weil für den DAX eine Nachricht nicht relevant ist. Der Index regiert nur auf Kursfeststellungen der Aktien, die er vertritt. Und wenn mehr Leute Aktien kaufen wollen, dann ist das so und die Kurse steigen.

 

Um eine rationelle Grundlage für eine Tradingentscheidung zu treffen, ist es sinnvoller, sich nicht durch die täglichen Schlagzeilen in die Irre führen zu lassen. Die Nachrichten sind nur Mittel zum Zweck. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung und leiten Sie Ihr eigenes Urteil ab. So haben Sie selbst eine Grundlage für Ihr Handeln erschaffen und nicht eine, die Ihnen die Nachrichtenflut vorgibt.

 

Die Schlussfolgerung der Nachrichtenproblematik ist folgende: Kurzfristig sind Nachrichten nicht relevant für eine Tradingentscheidung. Wenn der Trader das versuchen möchte, dann wird ihm das Sorge bereiten, da eine gewinnversprechende Positionierung kaum möglich ist. Langfristig kann sich aber auch ein Markt nicht von den Vorkommnissen in der Realwirtschaft abkapseln. Mit einer Zeitverzögerung schlagen sich die Meldungen auch auf die Kurse nieder, aber eben nicht im kurzfristigen Zeitfenster.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

 

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