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Die Aktienmärkte haussieren. Das kann man entfachen, wenn Geld kein Problem ist. Wenn Sie sich gefragt haben sollten, was dieser Raketenanstieg in den Aktienindizes zu bedeuten hat, hier ist die Antwort: Es fließt wieder frisches Geld in den Markt. Und was noch wichtiger ist, frisches Geld wird für lange Zeit weiter fließen.

 

Der Markt ist außer Rand und Band. Die Indizes steigen stark und alle Anleger, die letzte Woche am Wochentief eingestiegen (und nicht bereits ausgestiegen) sind, freuen sich über satte Gewinne. Diejenigen Anleger, die noch vorsichtig an der Seitenlinie den Markt betrachtet haben, wundern sich über den Verlauf von DAX & Co. Sind doch die Kurse in wenigen Tagen in zweistelligen Prozentsätzen gestiegen. Diese Gruppe fragt sich: Wie kommt es, dass letzte Woche alles noch in Schutt und Asche lag und diese Woche der Anstieg keine Grenzen kennt?

 

Die Antwort lautet: Frisches Geld. Denn eines haben alle Beobachter während dieser Finanzkrise lernen können: Geld ist kein Problem.

 

Die Initialzündung war das Gerücht am Montag Morgen, dass die EZB über eine Leitzinssenkung um 0,5% nachdenkt. Damit war für die Investoren klar, dass die EZB gewillt ist, die Märkte wieder mit viel Geld zu fluten. Zwischenzeitlich hatte sie mal die Zinsen angehoben, aber da die Wachstumsaussichten in Europa schlechter werden, will sie wieder reagieren und den Märkten Kapital bereitstellen. Die Banken werden sich zu sehr geringen Zinsen mit Kapital eindecken können und wenn sie es nicht wie die UBS Bank verzocken, dann können sie im Eigenhandel wieder geschmeidig Profite einstreichen.

 

Nur eine Nachricht allein macht natürlich keinen Sommer und deshalb muss man die EZB Nachricht im Zusammenhang mit der Aussage der amerikanischen Notenbank FED sehen. Diese hatte in ihrer Sitzung im August beschlossen, ihre Leitzinsen bis mindestens Mitte 2013 auf einem “äußerst niedrigem Niveau” zu lassen. Seit zwei Jahren fährt die FED eine fast Nullzinspolitik, und  belässt die Zinsen in einer Spanne 0,00 – 0,25 Prozent.

 

Da kann das Anlegerherz gleich zwei Stufen höher schlagen. Zwei große Zentralbanken fluten die Märkte. Die amerikanische tut es bereits, die europäische hat die Absicht. Aber an der Börse reicht schon allein das Gerücht, damit die Kurse abgehen wie Nachbars Katze.

 

Da wir gerade bei Gerüchten sind, die FED kann ja jederzeit mit einem neuen QE3 beginnen. QE steht für Quantitative Easing und die Zahl 3 für die dritte Runde. Die FED will damit den Märkten noch mehr Geld zur Verfügung stellen als bisher und startet eine neue Runde, in diesem Fall die dritte, eines Ankaufsprogramms amerikanischer Staatsanleihen. In der Fachsprache werden die Anleihen monetisiert, umgangssprachlich ist diese Maßnahme besser bekannt unter „Geld drucken„. Die FED kennt sich damit recht gut aus. Die Anleger an den Aktienmärkten hoffen nun auf eben solch einen Schritt. Und bekanntlich kann man mit einer guten Portion Hoffnung ganze Berge versetzen. Deshalb stürzen sich die Anleger in die Märkte und kaufen wie wild Aktien.

 

Weitere positive Energie kommt durch das Ankaufprogramm der EZB, die nicht nur die Staatsanleihen der kleinen Pleiteländer kauft, sondern auch die Papiere der Schwergewichte wie Spanien und Italien. All die Länder können ihre Risikopapiere der EZB als Sicherheit abgeben und dafür frisches Geld bekommen. Und wohin fließt das Geld? Unter anderem in den Finanzmarkt.

 

Die Finanzunternehmen freuen sich besonders über die neuen Flutungen. Kommen sie doch so besser und billiger an frisches Geld. Die Aktienkurse von Banken und Versicherungen haben in den letzten Tage besonders stark vom Anstieg profitieren können.

 

Es geht immer nur um mehr Geld, es geht nicht um Lösungen. Lösungen interessieren die Anleger im Moment nicht. Jetzt wird erst einmal gekauft, alles andere kann warten. Allein am gestrigen Tag (27.09.2011) konnte der DAX um über 5% zulegen. Denn eines kristallisiert sich wieder heraus: Es wird fortwährend neues Geld in die Märkte gepumpt werden. Solange Geld kein Problem ist, ist die Welt der Finanzinvestoren in Ordnung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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