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Jetzt hatten sich letzte Woche einige Anleger Hoffnungen gemacht, dass der DAX endlich einmal wieder regelmäßig steigen wird. Das die Zeit der stetig fallenden Kurse endlich ein Ende hat. Manch einer hat sich sogar (scheinbar) günstig eingedeckt und muss jetzt erfahren, dass seine Anteilscheine noch günstiger zu haben sind. Statt zu steigen, fällt der DAX – und das nicht ohne Grund.

 

Warum sollte der Börsenindex denn auch steigen? Stille? Keine Antwort? Es ist eben so, dass es keine Story gibt, die die Anleger zum Kauf animieren könnte. Wer sich jetzt mit Aktien eindeckt, der schläft unruhig. Jede Nacht kann eine neue Warnung über mögliche Verfehlungen der Gewinnziele ausgesprochen werden, die am nächsten Morgen zu einem Kurssturz an den Märkten führt.

 

Das erinnert an die Neuer Markt Zeiten, damals wurden die Gewinnwarnungen vor oder nach den Börsenöffnungszeiten bzw. am Wochenende bekanntgegeben. Wehe dem, der dann in dieses Unternehmen investiert hatte.  Die Zusammenfassung lautet: Die Gewinne brechen ein und demnach auch die Kurse.

 

Über die Schuldenkrise wurde entsprechend berichtet. Wenn also ein Staat Pleite geht, dann sind die Auswirkungen kaum abzuschätzen, da will niemand investiert sein. Also meidet der Anleger die Börse und setzt lieber auf Cash. Mit einem Staatsbankrott geht auch die Pleitewelle verschiedener lokaler und internationaler Banken einher.  Die Sorge kreist über den Köpfen der Anleger, was dann passieren wird und deshalb unterlassen sie lieber ein Engagement in Aktien.

 

„Buy on Bad News“ also „Kaufe  bei schlechten Nachrichten“ ist eine beliebte Börsenweisheit, die an solchen schwachen Börsentagen immer wieder gerne herangezogen wird. Tatsächlich holt man sich nur blutige Hände, weil man ins fallende Messer greift. Es gibt wenige Beispiele, bei denen das Kaufen an schlechten Tagen erfolgreich war. Diese wenigen Ausnahmen werden aber oft thematisiert. Die wesentlich größere Mehrheit kauft sich um Kopf und Kragen, doch darüber spricht man nicht. An solchen Tagen oder generell besser bei solchen Marktphasen, sollte man sich aus strategischen Aktienpositionen fernhalten.

 

Derzeit sind wir in einer Marktphase, welche weit tiefere Kurse als heute vermuten lässt. Hätten Sie geglaubt, dass der DAX von 7500 Punkten im Juli 2011 auf nun 5200 Punkte fallen wird? Kaum vorstellbar, und doch ist es passiert. Was wäre, wenn der DAX in den kommenden Monaten bei unter 4000 Punkten notieren sollte? Heute kaum vorstellbar, aber gar nicht abwegig.

 

In unserem Artikel „Börsenabsturz – highway to hell?“ skizzierten wir ausführlich die feurige Zukunft für den Aktienmarkt:

Dieser unbändige Wille, Aktien verkaufen zu wollen, die Angst, die permanent die Anleger begleitet und der Druck, mit dem jegliche Luft zum Atmen genommen wird. Dieses Gemisch ist anders und äußerst explosiv. Wenn sich die Annahme bewahrheitet, dann werden die Kurse den Anlegern weiterhin um die Ohren fliegen: Willkommen an Bord, es geht Richtung Börsenhölle.

 

Der DAX fällt, weil die großen Investoren sich bereits seit Monaten aus dem Aktienmarkt zurückziehen, bzw. gezogen haben. Kapital wird aus Europa abgezogen. Bestehende Positionen liquidiert. Die Verkäufer werden nicht müde, ihre Aktien zu verkaufen. Sie sind in der großen Überzahl und drücken die Kurse.

 

Wann wird sich diese Situation ändern?

Es braucht einen Knall in Europa, um eine Veränderung dieser Schockstarre rund um die Schuldenkrise zu erreichen. Diese wird eine Bewegung auslösen, die Veränderungen mit sich bringt. Bis dahin sind Aktien kein Investment, dass sich lohnen würde. Das Risiko ist einfach zu groß.

 

Wer in dem aktuellen Marktumfeld keine Aktien besitzt, der ist „Aktienlos entspannt“ und kann seine Nächte ruhiger schlafen und den Tag besser genießen. Allen anderen Anlegern wünschen wir ein glückliches Händchen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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