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Die Banken haben ein gutes Leben. Sie bekommen von den Zentralbanken fast zinsloses Geld und können damit selbst mit Wertpapieren handeln. Fast alle Banken haben in den letzten Jahren den Hauptteil ihres Gewinns durch den Eigenhandel (Investmentbranche) erwirtschaftet. Damit haben sie gute Geschäfte erzielt. Eigenhandel heißt aber nicht risikoloses Geschäft. Wo Gewinne sind, da sind auch Verluste nicht weit, wie man an dem aktuellen Beispiel der UBS sehen kann.

Heute morgen melden die Agenturen, dass die UBS (United Bank of Switzerland) Bank, einen Verlust in Höhe von 2 Milliarden Dollar eben in diesem Investmentbanking eingefahren hat. Die Bank geht davon aus, dass dieser Verlust auch das Ergebnis für das dritte Quartal verhageln wird.

Die Banken haben kleine Vorteile gegenüber den kleinen Anlegern, denn sie sind über interne Dinge von Staaten und Unternehmen besser informiert, sie erhalten kursbewegende Nachrichten einen Funken früher als die Masse und sie haben die schnellsten Handelssysteme, die in Sekunden reagieren können.

Aber, und das ist wichtig: Sie haben keine Garantie für den Erfolg des Geschäftes, das sie eingehen. Wenn zum Beispiel gute Konjunkturdaten vermeldet werden und die Bank geht im Eigenhandel Long in den DAX, dann kann der DAX auch fallen und das Geschäft geht ins Minus. Wer weiß schon, wie die Mehrheit der Anleger die Daten interpretiert? Jeder Markteilnehmer ist über den Ausgang seines Trades im Unklaren. Das muss man verinnerlichen, denn es ist Teil der Börse.

Ein zusätzlicher Punkt, der erwähnt werden muss, ist die Zusammensetzung der Marktteilnehmer. Es wird immer von großen und kleinen Spielern an der Börse gesprochen. Es gibt aber ebenso viele große Player, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen und im Sinne der Performance Ausweisung auch müssen. Das heißt, es kämpfen auch Investoren auf gleicher Augenhöhe miteinander. Die anderen Banken haben die gleichen schnellen Systeme und die gleichen Vorteile, die oben bereits erwähnt wurden.

 

Zwei Dinge sind hervorzuheben:

Erstens: Eine Investition zu tätigen ist immer mit einem Risiko verbunden. Das kann bei großen Spielern ebenso ins Auge gehen, wie bei den privaten Anlegern. Die UBS Bank hat gezockt und verloren. Wenn die Märkte verrückt spielen und die Kurse nicht mehr in Muster passen, so geschehen seit Anfang August, dann stochern die Händler im Nebel und machen Fehler.

Zweitens: Die UBS versucht den Verlust als nicht selbstverschuldet hinzustellen. Es heißt in der Veröffentlichung, der Verlust sei durch "nicht genehmigte Geschäfte eines Händlers" entstanden. Die Schuld auf einen Händler zu schieben und die Bank als Institution sauber darzustellen ist im Investmentbanking Gang und Gäbe. Erinnern Sie sich nur an den französischen Händler Jerome Kerviel, der die Bank Societe Generale durch Milliardenverluste (5 Milliarden Euro) an den Rand des Ruins getrieben haben soll.

Die USB braucht die Hände nicht in Unschuld zu waschen. Kein Händler verspielt 2 Milliarden Euro, ohne das dies die Kollegen und Vorgesetzten mitbekommen. Alle Händler müssen genauestens Bericht erstatten, welche Positionen sie planen einzugehen, welche sie bereits eingegangen sind und wo Risiken vorhanden sind.

Bei dem französischen Händler war es im Gegensatz zur allgemeinen Darstellung nämlich so: Er hatte der Societe Generale zunächst 2 Milliarden Euro Plus erwirtschaftet und die Vorgesetzten wurden gierig und wollten noch mehr Profite sehen. Wenn eine Abteilung Profite macht, dann steht der Vorgesetzte / Bereichsverantwortliche natürlich gut vor dem Vorstand da und auch der Bonus des Führungspersonals ist dadurch entsprechend hoch. Also liess man im Rausch des verlockenden Gewinnes das kleine Rad Jerome Kerviel einfach machen, und als dann die Geschäfte schlecht liefen, hat man die Verluste zunächst verheimlicht und noch mehr Geld investiert, um noch heil aus der Sache  heraus zu kommen. Das führte zu immer mehr Verlusten. Bei 5 Milliarden Euro Miesen wankte die Bank und geriet fast in Schieflage. Da zog man die Reissleine und schob alle Schuld auf den kleinen Händler.

Es ist also in Bankenkreisen üblich, den Händlern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die UBS hat entweder bei der Risikokontrolle geschlafen oder sie hat das Geschäft des Händlers im Stillen gebilligt. In beiden Fällen ist die Bank verantwortlich für die Verluste.

Aus billigem Geld, das die Banken durch die Zentralbanken erhalten, müssen nicht automatisch Gewinne resultieren. Es sollte nicht verwundern, wenn in den folgenden Monaten weitere Banken Verluste durch den Eigenhandel vermelden müssen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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